Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 4, Nummer 9 › Seite 277
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — September 1858, Seite 277
257
258
259
260
261
262
263
264
265
266
267
268
269
270
271
272
273
274
275
276
277
278
279
280
281
282
283
284
285
286
287
288
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription AI-corrected against the scan
Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Synoden
Aus der General⸗Synode. 277
halten sich zu einander wie Lüge und Wahrheit, wie Teufel und Christus.
Die erste ist das Panier der Lüge, welche der Wahrheit großmüthigst gestattet,
mit ihr in friedliebender Union einherzuziehen, unter der einzigen kleinen
Bedingung, daß sie abläßt zu zeugen, daß sie die Lüge mit sich für gleich
berechtigt anerkennt; dieses aber ist das Panier der Wahrheit, welche es verschmäht,
ihre himmlische Geburt zu verleugnen und mit der höllentstammten
Lüge sich gleichzustellen und unter irgend einer Bedingung eine von Gott
verbotene „Vereinigung“ und Brüderschaft mit ihr einzugehen. So steht es
mit der Generalsynode, sie ist durchaus eine unirte Gemeinschaft, die in der
That eine gegnerische und feindliche Stellung zum reinen lutherischen Bekenntniß,
zur lautern Wahrheit Jesu Christi einnimmt, und wir danken
dem Review, daß es ehrlich und offen diese Sachlage vor aller Welt ausgesprochen
hat. O es ist nur zu offenbar, daß die Feindschaft wider das heutiges
Tages sogenannte „strenge Lutherthum“ eine Feindschaft wider den Herrn
Christum und sein Wort selbst ist.
Aber wir wünschten, daß die Ehrlichkeit in der Generalsynode noch ein
wenig weiter ginge. Ist sie unirt ihrer Plattform und Praxis nach, also so
unirt, wie man auf Erden nur sein kann, warum nennt sie sich denn lutherisch?
Wer gibt ihr ein Recht auf diesen Namen? Es ist ein offenbarer
Betrug. Aber wie können die, welche es mit der Wahrheit aus „Toleranz“
nicht so gar genau nehmen, überhaupt ihr Buhlen mit der Lüge verbergen?
Es kommt auf ein Bischen Lüge nicht an, wenn nur die „Vereinigung“
zusammengehalten wird, wenn nur ein recht großer Haufe und auch
die, die noch an dem Namen „lutherisch“ hängen, herbeigezogen wird. Wenn
der Teufel einen Gläubigen berückt, so verstellt er sich in einen Engel des
Lichts, und wenn die „Union“, der frevlerische Versuch, Wahrheit und Lüge
gotteslästerlich zu vermischen, Lutheraner berücken und in ihre Netze ziehen
will, so nennt sie sich lutherisch. Es muß die Generalsynode im Grunde doch
wenig von ihrer Plattform halten und selbst ein geringes Zutrauen zu ihr
haben, daß sie es nicht wagt, dieselbe in ihrer eigenen Gestalt vor der Welt
figuriren zu lassen.
Doch der Artikel im Review hat auch eine Seite, die allen Freunden der
Wahrheit erfreulich sein muß. Man sieht daraus, daß der Verfasser Gewitterluft
athmet und voll banger Erwartung ist der Dinge, die da kommen
sollen. Es rumort in der Generalsynode. Auch in ihr ist der Einfluß der
lutherischen Bewegung fühlbar, die sie in ihren Strom mit fortzureißen
sucht. In vielen der besten ihrer Glieder ist ein mächtiger Zug zum „strengen
Lutherthum,“ und wenn Dr. Reynolds der Verfasser obigen Artikels
ist, so kann er sich desselben, wenigstens nach früheren, öfter wiederholten
öffentlichen Erklärungen selbst nicht ganz erwehren. Er will gerne für einen
lutherischen Christen gehalten sein, der in der Augsburgischen Confession das
volle Bekenntniß seines Glaubens findet. Aber warum folgen solche Männer
diesem Zuge nicht? Ihr Gewissen muß ihnen sagen und der heil. Geist, der
jedem Gläubigen gegeben ist, muß sie überweisen, daß dieser Zug zum ent⸗
English translation AI translation
From the General Synod. 277
stand to one another as lie and truth, as devil and Christ. The former is
the banner of the lie, which most magnanimously permits the truth to walk
beside it in a peace-loving union, on the sole small condition that it
cease to testify that it does not acknowledge the lie as its equal in
right; the latter, however, is the banner of the truth, which disdains to
deny its heavenly birth and to put itself on a level with the
hell-descended lie, and to enter, under any condition whatever, into a
"union" and brotherhood with it that is forbidden by God. So it stands
with the General Synod: it is thoroughly a unionistic body which, in fact,
takes a position of opposition and hostility toward the pure Lutheran
confession, toward the plain truth of Jesus Christ, and we thank the
Review for having honestly and openly declared this state of affairs
before all the world. Oh, it is only too evident that the hostility toward
what is nowadays called "strict Lutheranism" is a hostility toward the
Lord Christ and his Word itself.
But we could wish that honesty in the General Synod went a little
further still. If it is unionistic in its platform and practice — as
thoroughly unionistic as one can possibly be on earth — why does it call
itself Lutheran at all? Who gives it a right to this name? It is a
manifest fraud. But how can those who do not take the truth so very
exactly, out of "tolerance," conceal their courting of the lie at all? A
little lie does not matter, so long as the "union" is held together, so
long as a good large crowd is drawn in, including those who still cling
to the name "Lutheran." When the devil ensnares a believer, he disguises
himself as an angel of light; and when the "Union" — that blasphemous
attempt to mix truth and lie — wishes to ensnare Lutherans and draw them
into its nets, it calls itself Lutheran. At bottom the General Synod must
think little of its own platform, and have little confidence in it
itself, since it does not dare let it appear before the world in its own
true shape.
Yet the article in the Review also has a side which must gladden every
friend of the truth. One sees from it that the author breathes stormy air
and is full of anxious expectation of things to come. There is a
rumbling within the General Synod. In it too the influence of the
Lutheran movement is felt, seeking to sweep it along in its current. In
many of its best members there is a powerful pull toward "strict
Lutheranism," and if Dr. Reynolds is the author of the above article, he
himself, at least going by earlier, often-repeated public declarations,
cannot altogether resist it. He would gladly be regarded as a Lutheran
Christian who finds in the Augsburg Confession the full confession of his
faith. But why do such men not follow this pull? Their conscience must
tell them, and the Holy Spirit, given to every believer, must convince
them, that this pull toward