Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 4, Nummer 9 › Seite 275

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — September 1858, Seite 275

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Synoden

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Aus der General⸗Synode. 275

Auf der andern Seite kann derjenige, welcher die Confession ohne völlige
Hingebung an alle ihre Lehren angenommen hat, mit irgend welcher
Berechtigung zu dem strengen Symbolisten sagen: „deine Ueberzeugung ist
unlutherisch, deine Ansichten zerstören die lebendige Frömmigkeit, du
stehst auf unhaltbarem Boden, du solltest in einer andern Kirche sein.“ Er kann
ihm nicht vorwerfen, daß er Ansichten habe, welche ihn bei andern Protestanten
verächtlich machen würden. Wenn solche Ansichten gehegt und ausgesprochen
werden, so lasse man die Vertreter derselben aus einer Vereinigung
scheiden, in welcher sie nicht von Herzen vereinigt sind. Gegenseitige Duldung
ist das richtige Prinzip. Wenn diese nicht geübt werden kann, so trenne
man sich in Frieden und lasse sich diejenigen vereinigen, welche ähnlich denken
und in vollkommener Harmonie zu handeln Willens sind.

Ob die Einheit mit solchen Materialien, wie sie in der lutherischen
Kirche der Vereinigten Staaten vorhanden sind, aufrecht erhalten werden
kann, ist eine inhaltschwere Frage. Wir haben sie oft und mit Ernst erwogen
und sind zu keiner bestimmten Entscheidung gelangt. Wir nehmen keinen
Anstand zu behaupten, daß Uebereinstimmung mit beträchtlicher Meinungsverschiedenheit
verträglich ist, aber es gibt Verschiedenheiten von so zurückstoßender
Art, daß sie nicht leicht hinlänglich in Ruhe erhalten werden können,
um ernste und schmerzliche Reibung zu verhüten. — Wir halten dafür, daß
diejenigen, welche in unserm Zion vorhanden sind, nicht von dieser Art seien.
— Einiges Nachgeben in nicht⸗fundamentalen Dingen und gottesdienstlichen
Formen, und eine geeignete Vergleichung der Ansichten über Lehrverschiedenheiten
würde viel zu freier Bewegung und friedlichem Fortschreiten beitragen.
Die Frage bietet sich uns nicht als eine Theorie zur Entscheidung a priori
dar, sondern sie liegt als praktisches Problem vor. Dieser Zustand der Dinge
ist vorhanden. Wie er zu Stande gekommen ist, muß noch gezeigt werden;
die Geschichte ist versucht, sie ist nicht geschrieben worden. Was vorhanden
ist, ist durch die Vorsehung Gottes zu Stande gekommen; es ist nicht gekommen
durch Berechnung, und uns liegt es ob, den Fall zu behandeln, wie er
sich darbietet, und nicht darüber wie über eine abstracte Frage zu speculiren.
Es gibt zwei Weisen, wie er behandelt werden kann — die eine kann man die
symbolische Plattform, die andere die Plattform der Generalsynode nennen.
Unter gegenwärtigen Umständen ziehen wir die letztere vor. Man kann nicht
behaupten, daß sie unfehlbar-sei, ernste Zweifel können einem wegen ihrer
Festigkeit, wegen ihres endlichen Erfolgs beikommen, doch die Hoffnung siegt
über die Besorgniß, und was in der Kirchengeschichte nicht ohne Parallele ist,
kann durch uns wiederholt werden, und unsere Union, gleich der Union unseres
großen Vaterlandes, trotz aller Verschiedenheit der Ansichten erhalten
werden. Dafür wollen wir arbeiten durch Wort und Schrift, in dem
Glauben, daß die Sache gut ist, in Uebereinstimmung mit dem Geiste unserer
heiligen Religion und förderlich für die Ehre Gottes in der Errettung der
Menschen. Wenn wir uns in unsern Erwartungen täuschen und die Crisis
kommen sollte, wenn diese Grundmauer unterwühlt ist oder Versuche gemacht

English translation AI translation

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From the General Synod. 275

On the other side, he who has accepted the Confession without full
devotion to all its teachings can, with some justification, say to the
strict symbolist: "your conviction is unlutheran, your views destroy
living piety, you stand on untenable ground, you ought to be in another
church." He cannot reproach him with holding views which would make him
contemptible among other Protestants. When such views are entertained and
expressed, let their representatives withdraw from a union in which they
are not united from the heart. Mutual toleration is the right principle.
Where this cannot be practiced, let there be a peaceable separation, and
let those unite who think alike and are willing to act in perfect harmony.

Whether unity can be maintained with such materials as exist in the
Lutheran church of the United States is a weighty question. We have often
and earnestly weighed it and have arrived at no definite decision. We do
not hesitate to affirm that agreement is compatible with considerable
difference of opinion, but there are differences of so repellent a kind
that they cannot easily be kept sufficiently at rest to prevent serious and
painful friction. — We hold that those present in our Zion are not of this
kind. — Some yielding in non-fundamental matters and in forms of worship,
together with a fitting reconciling of views on points of doctrinal
difference, would contribute much to freer movement and peaceful progress.
The question does not present itself to us as a theory to be decided a
priori, but lies before us as a practical problem. This state of affairs
exists. How it came about must still be shown; the history has been
attempted, it has not been written. What exists has come about through the
providence of God; it has not come by calculation, and it is our part to
treat the case as it presents itself, and not to speculate about it as an
abstract question. There are two ways in which it can be treated — one may
be called the symbolical platform, the other the platform of the General
Synod. Under present circumstances we prefer the latter. One cannot claim
that it is infallible; earnest doubts may occur to one regarding its
stability, regarding its ultimate success, yet hope prevails over anxiety,
and what is not without parallel in church history can be repeated by us,
and our union, like the union of our great fatherland, can be maintained
despite all difference of views. For this we mean to labor by word and
writing, in the belief that the cause is good, in agreement with the
spirit of our holy religion, and conducive to the honor of God in the
saving of men. If we should be deceived in our expectations, and the
crisis should come, if this foundation wall should be undermined or
attempts made