Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 1, Nummer 4 › Seite 120
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — April 1855, Seite 120
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Rechtfertigung
120 Des Jakobus Lehre vom rechtfertigenden Glauben.
von „en“ wiedergeben (würdigen, vollenden u. s. f.) Verben dieser Bildung
drücken die Thätigkeit aus, einen Gegenstand zu dem zu machen, was mit dem
zu Grunde liegenden Adjektivum angezeigt ist, die Bedeutung des letzteren
aber setzt fest, ob jene Thätigkeit das Wesen des Gegenstandes bestimmt oder
bloß die Stellung desselben zu der Anschauung oder dem Urtheile des Thätigen.
Ersterer Art ist das „vollkommen werden“, als Aktivum „vollkommen“ machen
oder „vollenden“ im 22. Verse unserer Stelle; es hat die Bedeutung einer
Thätigkeit, die das Wesen des Gegenstandes trifft. Das Adjectivum „gerecht“
dagegen zeigt eine rein persönliche Eigenschaft an, die dem Wesen einer Person
nicht ohne deren eigne sittliche Anstrengung und Uebung angeeignet werden
mag, ja es setzt sogar eine stätige Bethätigung im Werk und Wandel
voraus. Zudem, was gerecht bezeichnet, kann Jemand das Wesen einer Person
nicht ohne Weiteres machen. Wird also aus „gerecht“ mit „machen“ ein Verbum
gebildet, so kann dies nur die oben beschriebene Stellung einer Person
festsetzen, nicht deren Wesen bestimmen. „Gerecht machen“ bedeutet daher niemals
weder in der Bibel noch bei weltlichen Schriftstellern die Thätigkeit, die
wir in dem Worte „heiligen“ aussprechen, nemlich Wesen oder Herz einer
Person dahin zu erziehen, daß sie Gottes Wort und Wahrheit thue oder Gerechtigkeit
übe. Vielmehr müssen wir den Umfang der Bedeutung von „gerecht
machen“ einschränken innerhalb der mit Gedanken und Worten oder Zeugniß
ausgeführten Handlungen des Für gerecht haltens oder achtens und erklärens.
So ist es Jesaias 5, 23 (Septuag.) und Matthäi 12, 37 das Lossprechen des
Richters, wiederum Lucä 10, 29 das Bestreben des Angeschuldigten oder auch
Schuldbewußten, sich unschuldig darzustellen, also das Sich rechtfertigen bis
zum mehr verächtlichen Sich rein brennen, so ist es endlich die Gnadenerweisung
Gottes, die wir besonders „rechtfertigen“ „Rechtfertigung“ zu nennen
gewohnt sind, und kann auch in dem vorliegenden V. 21 und hernach V. 24
und 25 nichts anderes bedeuten, als „gerecht erklären,“ Gerechtigkeit zusprechen
oder rechtfertigen. Sehen wir nun einmal gänzlich davon ab, daß „gerecht
machen“ oder „rechtfertigen“ der stehende Name geworden ist für die
Handlung Gottes, da er uns den Glauben zur Gerechtigkeit rechnet, so wird
uns der Ausspruch, Abraham sei durch die Werke gerecht geworden, als er
seinen eignen Sohn Isaak auf dem Altar opferte, nicht mehr so anstößig vorkommen
, weil wir jetzt als Sinn und Meinung desselben den Gedanken erkennen
müssen, Abraham sei durch seine Werke für gerecht erklärt. Um indeß
dem zustimmen zu können, werden wir vor Allem befriedigende Antwort verlangen
auf die Frage:
Welche Gerechtigkeit wird dem Abraham durch seine Werke zugesprochen?
Die Glaubensgerechtigkeit, antworten wir, denn solches bezeugen
Vers 22 und 23.
Zur Begründung seines Ausspruchs in V. 21 lehrt hier Jakobus am
Opfer Isaaks erkennen
1) Wie Abrahams Glaube und Werke in der engen Verbindung von
English translation AI translation
120 James's Teaching on Justifying Faith.
...with "en" (würdigen [to deem worthy], vollenden [to complete], etc.). Verbs of this formation express the activity of making an object into that which is indicated by the underlying adjective; the meaning of the latter, however, determines whether that activity fixes the essence of the object or merely its position relative to the perception or judgment of the one acting. Of the former kind is "vollkommen werden" [to become perfect], whose active form "to make perfect" or "vollenden" [to perfect] occurs in verse 22 of our passage; it carries the meaning of an activity that touches the essence of the object. The adjective "gerecht" [righteous], by contrast, denotes a purely personal quality which cannot be appropriated to a person's essence without that person's own moral effort and exercise; indeed it even presupposes a steady activity in deed and conduct. Moreover, no one can, without further ado, make the essence of a person into what "righteous" designates. If, then, a verb is formed from "gerecht" with "machen" [to make], this can only fix the above-described position of a person, not determine that person's essence. "Gerecht machen" [to make righteous] therefore never means, either in the Bible or among secular writers, the activity which we express in the word "heiligen" [to sanctify] — namely, to train the essence or heart of a person so that it does God's Word and truth or practices righteousness. Rather, we must confine the scope of the meaning of "gerecht machen" within the actions — carried out in thought, word, or testimony — of holding, regarding, and declaring someone to be righteous. Thus at Isaiah 5:23 (Septuagint) and Matthew 12:37 it is the judge's acquittal; again at Luke 10:29 it is the effort of the accused, or even of one conscious of guilt, to present himself as innocent — that is, self-justification, down to the more contemptible sense of "burning oneself clean" — and finally it is the bestowal of God's grace, which we are accustomed to call specifically "rechtfertigen" [to justify], "Rechtfertigung" [justification]; and in the present verse 21, and afterward in verses 24 and 25, it likewise can mean nothing other than "to declare righteous," to impute righteousness, or to justify. If we now set entirely aside the fact that "gerecht machen" or "rechtfertigen" has become the standing name for God's act, whereby he reckons faith to us for righteousness, then the statement that Abraham was made righteous by works when he offered up his own son Isaac on the altar will no longer seem so offensive to us, because we must now recognize its sense and meaning to be the thought: Abraham was declared righteous by his works. Yet in order to be able to agree with this, we shall above all demand a satisfying answer to the question:
What righteousness is ascribed to Abraham by his works?
The righteousness of faith, we answer, for this is testified by
Verses 22 and 23.
To substantiate his statement in verse 21, James here teaches us to recognize, in the sacrifice of Isaac,
1) How Abraham's faith and works stood in the close connection of