Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 11 › Seite 346
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — November 1864, Seite 346
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346 Ueber das generalsynodistische Bekenntniß zur Augsb. Confession ꝛc.
bestreiten, daß der große Zweck, Prüfsteine der Lehre zu haben, der ist, schnell herauszufinden, was ein Mensch für einen Glauben hat. Ist die Unterschrift eines Bekenntnisses auf dessen Fundamentallehren beschränkt, so ist es für die vollkommene Ehrlichkeit von Seiten des Unterschreibers und für die vollkommene Sicherheit von Seiten der Kirche, die die Unterschrift hinnimmt, unerläßlich, daß da sei ein klares Verständniß der Meinung jenes Ausdrucks. Es gibt bloß einen geeigneten Weg, zu bestimmen, was in einem Bekenntniß fundamental sei, und der ist das Bekenntniß selbst nach seinem Buchstaben und nach seiner Geschichte. So allein kann eigentlich festgestellt werden, ob es mit einem Bekenntniß von Seiten seiner Verfasser die Meinung hatte, irgend etwas außer Fundamentallehren zu enthalten, und wenn so, was dieselben als nichtfundamental ansahen. Wir sagen, dies ist der einzig richtige Weg; denn es ist weit, weit besser, ein Bekenntniß ganz bei Seite zu werfen und ein neues zu stellen, als „fundamental“ zu definiren im Widerspruch mit dem Bekenntniß selbst. Zu sagen, daß von der Augsb. Conf. so viel fundamental sei und nicht mehr, als mit den Artikeln der s. g. Evangelischen Allianz der Welt⸗Convention übereinstimmt, ist lächerlich: dann wäre es besser, die Augsb. Conf. ganz bei Seite zu setzen und jene Artikel der Convention als Glaubensbekenntniß anzunehmen. Die Augsb. Conf. in eine Definite Platform hineinzupressen und zu zwängen, ist noch schlimmer. Das Bekenntniß unserer Väter dienen machen wollen zur Behauptung eben der Irrthümer, gegen welche sie es als eine Schutzmauer aufstellten, ist seiner Natur nach ein Betrug und eine Täuscherei. Die Formel der Unterschrift und das unterschriebene Bekenntniß sollten in sich die Elemente der Entscheidung enthalten, wie es mit der ersteren zu dem letzteren gemeint sei. Beschränkt sich die Formel durch das Wort „fundamental,“ so ist sie verbunden, das Wort zu definiren, oder sich auf eine über seine Bedeutung entscheidende Autorität zu beziehen, oder die Entscheidung dem Bekenntniß selbst zu überlassen. Sonst will die Unterschrift nichts sagen, ist sie eine elende Täuscherei, eine „fromme Farce,“ wie sie Dr. Krauth von Gettysburg in seiner denkwürdigen Rede vor der Generalsynode zu Charleston ausdrücklich genannt hat, worüber er sich so abgeschmackt als einen „Symbolisten“ und „Alt⸗Lutheraner“ mußte schmähen lassen. Die Sache ist zu handgreiflich, als daß sie eines Beweises bedürfte. Soll jedermann für sich selbst entscheiden dürfen, was „fundamental“ ist, so wissen wir nach einer solchen Unterschrift über seine Ansichten gar nichts. Soll eine Unterschrift etwas bedeuten, so hat sie den Zweck, in der möglichst feierlichen und autoritativen Weise genau die doctrinelle Stellung dessen zu bezeichnen, der sie leistet; in dem oben angenommenen Fall aber würde ein drei Minuten langes vertrautes Gespräch mit dem Manne eine Einsicht in seine Stellung geben, die seine Unterschrift nimmermehr gewähren kann. Durch eine derartige Unterschrift weiß man Niemandes Stellung und kann sie nicht wissen. Was ist der autoritativste und entscheidendste Beweis, daß z. B. Dr. Hodge ein Presbyterianer ist? Der, daß er ex animo eine bestimmte doctrinelle Unterschrift gegeben hat. Was beweist, daß
English translation AI translation
346 On the General-Synodist Confession concerning the Augsburg Confession, etc.
deny that the great purpose of having touchstones of doctrine is to find out quickly what faith a man holds. If the subscription to a confession is limited to its fundamental doctrines, then it is indispensable, both for the complete honesty of the subscriber and for the complete security of the church that accepts the subscription, that there be a clear understanding of the meaning of that expression. There is only one suitable way to determine what is fundamental in a confession, and that is the confession itself, according to its letter and according to its history. Only in this way can it really be established whether, on the part of its authors, a confession was meant to contain anything beyond fundamental doctrines, and if so, what they regarded as non-fundamental. We say this is the only correct way; for it is far, far better to set a confession aside entirely and put a new one in its place than to define "fundamental" in contradiction to the confession itself. To say that only so much of the Augsburg Confession is fundamental, and no more, as agrees with the articles of the so-called Evangelical Alliance of the World's Convention, is ridiculous: it would then be better to set the Augsburg Confession aside entirely and adopt those articles of the Convention as a confession of faith. To press and force the Augsburg Confession into a Definite Platform is still worse. To wish to make the confession of our fathers serve to uphold the very errors against which they set it up as a bulwark is, by its very nature, a fraud and a deception. The formula of subscription and the confession subscribed to ought to contain within themselves the elements for deciding what relation the former was meant to bear to the latter. If the formula limits itself by the word "fundamental," then it is obligated either to define the word, or to refer to some authority deciding on its meaning, or to leave the decision to the confession itself. Otherwise the subscription means nothing; it is a wretched deception, a "pious farce," as Dr. Krauth of Gettysburg expressly called it in his memorable speech before the General Synod at Charleston, for which he had to endure being reviled, absurdly enough, as a "Symbolist" and an "Old Lutheran." The matter is too self-evident to need proof. If everyone is to be allowed to decide for himself what is "fundamental," then after such a subscription we know nothing at all about his views. If a subscription is to mean anything, its purpose is to indicate, in the most solemn and authoritative manner possible, precisely the doctrinal position of the one who gives it; but in the case assumed above, a confidential conversation of three minutes with the man would give an insight into his position that his subscription can never afford. By such a subscription one does not know, and cannot know, anyone's position. What is the most authoritative and decisive proof that, for example, Dr. Hodge is a Presbyterian? This: that he has given a definite doctrinal subscription ex animo. What proves that