Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 11 › Seite 349
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — November 1864, Seite 349
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Vermischtes.
Magnetismus. Daß viele der sogenannten großen Erweckungen, welche in den Secten vorkommen, nur Aeußerungen einer gewissen magnetischen Kraft sind, hat selbst der bekannte Dr. Archibald Alexander, Professor im Presbyterianischen Seminar in Princeton (gest. 1852), erkannt, ohne freilich das sich dabei immer einmischende Dämonische zu erkennen. In seinen Gedanken über „Religiöse Erfahrung“ (deutsche Ausg. Cap. 6) erzählt er nach einem Citat im „Evangelisten“ vom 4. Juni Folgendes: „Ich besuchte eine große Versammlung, in der ein gutes Werk im Gange war. Das Haus war voll und ich mußte in einer Art Vorbau, von dem man aber den Prediger hören konnte, Platz nehmen. Die Leute waren im Allgemeinen aufmerksam, außer daß in den äußersten Ecken, wo ich saß, einige alte Tabackspflanzer eine beständige Unterhaltung über Tabackspflanzen, Ernte ꝛc. leise führten. Als der Prediger zur Anwendung seines Textes kam, wurde er sehr heftig und ungestüm und ich vernahm schon einige Töne, die starke Rührungen ausdrückten. Endlich wurde eine weibliche Stimme gehört in einem schneidenden Schrei, der mich durchschauerte und die ganze Zuhörerschaft ergriff. In einigen Sekunden war die ganze Versammlung in Unruhe versetzt wie ein Wald, wenn er von einem mächtigen Winde hin und her geschüttelt wird. Die sympathetische Woge, die im Mittelpunct ihren Anfang nahm, dehnte sich aus bis zu den äußersten Enden, endlich erreichte sie auch unsere Ecke, und ich fühlte deutlich die Anstrengung des Widerstandes in meinem Innern, als ob ich einem heftigen Sturme ausgesetzt sei. Ich sahe wenig Personen im ganzen Hause, die diesem überwältigenden Einflusse entgingen, sogar sorglose Knaben schienen überrascht zu sein und sich an dem allgemeinen Schreien zu betheiligen. Aber was mich am meisten in Erstaunen setzte, war, daß diese alten Tabackspflanzer, von denen ich sprach und die, wie ich sicher überzeugt bin, kein Wort von der ganzen Predigt gehört hatten, sehr heftig mit ergriffen wurden. Jede Muskel ihres gebräunten Gesichtes schien in zitternder Bewegung zu sein und dicke Thränen rollten von ihren gefurchten Wangen herab. Hier sah ich die Macht der Sympathie! Das Gefühl war wirklich da und pflanzte sich fort von Person auf Person, doch rein nur durch Töne, die ausgestoßen wurden; denn viele von den Zuhörern hatten dem, was geredet worden war, keine Aufmerksamkeit geschenkt, aber fast alle nahmen Theil an der unruhigen Bewegung, der Aufregung.“
Bestrafung des Unrechts der Obrigkeit. In einer Recension von Predigten des Königl. Hofpredigers Dr. W. Hofmann's in Berlin „über das bürgerliche Leben im Staate,“ welche sich im 3. Hefte der Guericke-Delitzsch'schen Zeitschrift l. J. befindet, schreibt Ströbel: „Luther, Mörlin und viele andere unserer evangelischen Vorfahren hielten auch „Predigten über das bürgerliche Leben im Staate““ und straften darin beide: „„Obrigkeit und Unterthan.““ Die Frucht solchen Predigens war:
English translation AI translation
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Miscellany.
Magnetism. That many of the so-called great revivals which occur in the sects are only manifestations of a certain magnetic force was recognized even by the well-known Dr. Archibald Alexander, professor at the Presbyterian Seminary in Princeton (d. 1852), though of course without recognizing the demonic element that always mingles with it. In his thoughts on "Religious Experience" (German edition, chapter 6) he relates, after a citation in the "Evangelist" of June 4th, the following: "I attended a large gathering at which a good work was underway. The house was full, and I had to take a seat in a kind of porch, from which, however, one could still hear the preacher. The people were attentive in general, except that in the farthest corners, where I sat, some old tobacco-planters carried on a steady, low conversation about tobacco plants, the harvest, etc. When the preacher came to the application of his text, he grew very vehement and impetuous, and I already caught a few tones that expressed strong emotion. At last a woman's voice was heard in a piercing scream that sent a shudder through me and gripped the whole congregation. Within a few seconds the whole assembly was thrown into turmoil, like a forest shaken back and forth by a mighty wind. The wave of sympathy, which began at the center, spread out to the farthest ends; at last it reached our corner too, and I plainly felt the strain of resistance within me, as if I were exposed to a violent storm. I saw few persons in the whole house who escaped this overwhelming influence; even carefree boys seemed startled and joined in the general outcry. But what astonished me most was that these old tobacco-planters, of whom I spoke, and who, as I am firmly convinced, had not heard a word of the whole sermon, were very violently affected as well. Every muscle of their sunburned faces seemed to be in trembling motion, and thick tears rolled down their furrowed cheeks. Here I saw the power of sympathy! The feeling was truly present and propagated itself from person to person, purely through the sounds that were uttered; for many of the hearers had paid no attention to what had been said, yet almost all took part in the restless movement, the agitation."
Punishment of the Wrong Done by Authority. In a review of sermons by the royal court preacher Dr. W. Hofmann of Berlin, "On Civic Life in the State," which appears in the third number of this year's Guericke-Delitzsch journal, Ströbel writes: "Luther, Mörlin, and many other of our evangelical forefathers also held "sermons on civic life in the state" and therein rebuked both: "authority and subject." The fruit of such preaching was: