Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 4 › Seite 104

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — April 1863, Seite 104

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104 Der Materialismus oder die sog. Resultate der modernen Naturwissenschaft.

würdiger Weise jedem Begriff widersetzt, werden wir am besten fertig, wenn wir ihn mit Verachtung von uns weisen als einen, der sich nicht einmal mit dem verrückten Schöpferbegriff, den wir aufgestellt haben, messen könne; wie wir schon in der Vorrede erklärten: „Gott, ein religiöser Begriff, kann nicht einmal als ganz identisch mit dem angesehen werden, was wir als Schöpfungskraft u. s. w. bezeichneten." — „da sie keine philosophische Denkweise befolgen, sondern individuell-menschliche Eigenschaften und Unvollkommenheiten auf abstracte Begriffe übertragen." — Uns natürlich ist es erlaubt, mit unseren unvollkommenen abstracten Begriffen, die nur Eigenschaften unseres individuellen Gehirns sind, das eigentlich Ewige, den Stoff, zu bezeichnen, um zu zeigen, daß wir philosophische Denkweise befolgen. — „Was demnach die letztgenannte Vorstellungsweise in ihren philosophischen Bezügen anlangt, so hieße es Eulen nach Alhen tragen, wollten wir uns bemühen, ihre Halt- und Nutzlosigkeit darzuthun. Schon die Anwendung des endlichen Zeitbegriffs auf die Schöpferkraft enthält eine Ungereimtheit; eine noch größere ihre Entstehung aus dem Nichte. „„Aus Nichts kann keine Kraft entstehen"" (Liebig)." — Der berühmte Chemiker muß, wegen der empfindlichen Schläge, die er uns Materialisten ausgetheilt hat, gezwungen werden, unsere eigenen Behauptungen zu stützen! Denn daß, wer jenen Satz aufstellt, damit gegen uns die Möglichkeit zugiebt, eine Kraft könne, aus Etwas, entstehen, was wir läugnen müssen, da die Kraft nur als ewige gedacht werden darf, das wird nicht leicht Jemand ausfinden. — „„Ein absolutes Nichts ist undenkbar."" (Czolbe.)"

„Wenn nun aber die Schöpferkraft nicht vor Entstehung der Dinge da sein konnte, wenn sie nicht nach derselben sein kann, wenn es endlich nicht denkbar ist, daß sie nur eine momentane Existenz besaß; wenn der Stoff unsterblich ist, wenn es keinen Stoff ohne Kraft, keine Kraft ohne Stoff giebt — dann mag uns wohl kein Zweifel darüber bleiben dürfen, daß die Welt nicht erschaffen sein kann, daß sie ewig ist. Was nicht getrennt werden kann, konnte auch niemals getrennt bestehen! Was nicht vernichtet werden kann, konnte auch nicht geschaffen werden! „„Die Materie ist unerschaffbar, wie sie unzerstörbar ist."" (Vogt.)"

So ist denn das hiermit zu Ende laufende Kapitel ein neuer Erweis des Daseins Gottes, denn nur der Finger Gottes allein konnte jede hochfahrende Weisheit, womit der Mensch Ihn zu leugnen unternimmt und durch alle Jahrhunderte hindurch in immer neuen und vergeblichen Versuchen schon unternommen hat, für immer mit dem Brandmale der Thorheit zeichnen, und wir hegen keinen Zweifel, daß Jeder, der noch nicht durch die düstern Krümmungen und Windungen der Gottesläugnung dem Strahl des Lichts, der Gottes Majestät bezeugt, zu entweichen sucht, um dem Stoffe die göttliche Ehre zu geben, in der Hoffnung, ungestörte Befriedigung in den Wegen der Sünde zu erhalten, oder der durch göttliche Gnade aus solcher Zerrüttung der Sinne errettet wurde, in der obigen Entfaltung modern-atheistischer Weisheit eine neue Aufforderung erkennen wird, in dankbarer Freude mit

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104 Materialism, or the So-Called Results of Modern Natural Science.

...oddly resists every concept, we shall get on best if we dismiss him from us with contempt, as one who cannot even be measured against the deranged concept of a creator that we ourselves have set up; as we already explained in the preface: "God, a religious concept, cannot even be regarded as fully identical with what we have designated as creative force, etc." — "since they follow no philosophical mode of thought, but transfer individual-human properties and imperfections onto abstract concepts." — We, of course, are permitted, with our own imperfect abstract concepts, which are only properties of our individual brain, to designate that which is truly eternal, matter, in order to show that we follow a philosophical mode of thought. — "As for the last-named conception, then, in its philosophical connections, it would be carrying owls to Athens were we to trouble ourselves to demonstrate its untenability and uselessness. Already the application of the finite concept of time to the creative power contains an absurdity; a still greater one is its origin out of nothing. """Out of nothing no force can arise""" (Liebig)." — The famous chemist must, on account of the sharp blows he has dealt us materialists, be pressed into service to support our own assertions! For that whoever sets up that proposition thereby concedes to us the possibility that a force could arise out of something — which we must deny, since force may only be conceived of as eternal — that, no one will easily discover. — """An absolute nothing is unthinkable.""" (Czolbe.)

"If, then, the creative power could not have existed before the origin of things, if it cannot exist after the same, if, finally, it is not conceivable that it possessed only a momentary existence; if matter is immortal, if there is no matter without force, no force without matter — then no doubt may well be permitted to remain to us that the world cannot have been created, that it is eternal. What cannot be separated could also never have existed separated! What cannot be annihilated could also not have been created! """Matter is uncreatable, as it is indestructible.""" (Vogt.)

So, then, the chapter that here comes to its close is a new proof of the existence of God; for only the finger of God alone could brand for ever with the mark of folly every arrogant wisdom by which man undertakes to deny Him, and has already undertaken to do so through all the centuries in ever new and vain attempts; and we entertain no doubt that everyone — whether one who has not yet, through the dark windings and turnings of the denial of God, sought to escape the ray of light that bears witness to God's majesty, in order to give to matter the honor due to God, in the hope of obtaining undisturbed satisfaction in the ways of sin, or one who by divine grace has been rescued from such derangement of the senses — will recognize, in the foregoing unfolding of modern atheistic wisdom, a fresh summons to join, in thankful joy, with...