Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 6 › Seite 173

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Juni 1861, Seite 173

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Rechtfertigung

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Zur Amtsfrage und ihren Consequenzen. 173

kämpft worden ist, und die schon im 17. Artikel der Augsburgischen Confession
verworfen sind ... Es handelt sich, wie nachher auch zugegeben wird, um
völlig verschiedene Auffassung der heil. Schrift, namentlich des prophetischen
Wortes. Es handelt sich um zweierlei grundverschiedenes Christenthum.
Denn die Propheten .. grundsätzlich verschieden auslegen, gibt einen verschiedenen
Christus; denn Christus ist nach seiner eigenen Erklärung eben
der Propheten Erfüllung. Die Chiliasten deuten nun einen ganz anderen
Christus heraus, als unsern armen von Nazareth; sie kriegen einen mit großem
Glanz und hoher Macht schon äußerlich in dieser Welt, und den verwerfen
wir als einen falschen Christus ... In jenem Aufsatze eignen sich die
Chiliasten den rechten Fortschritt gegen unsere falsche Stabilität zu, und ermahnen
zu der Bescheidenheit, Mißtrauen zu hegen gegen das, was wir
reine Lehre nennen ... Sie meinen, wir hätten die Väter (Tradition)
für uns, sie dagegen hätten das biblische Christenthum. Außerordentlich bescheiden
.. Nach unserer Meinung haben unsere Alten den Chiliasmus eben
auf Grund der Schrift verworfen. Die Chiliasten reden aber gegen uns und
unsere Alten gerade so verächtlich, wie sonst die Rationalisten gethan haben ..
Unsere Gegner sollen nur nicht so thun, als ob sie die Biblischen wären und
ein gewisser Luther die Bibel nur nicht recht gekannt hätte ... Löhe nennt
unsere alte Lehre einen alten hausbackenen Glauben, sagt, daß ihm der Geist
in Krankheit neue Klarheiten gegeben, welche die Anderen nicht gehabt; redet
von neuer Geistesausgießung, gegen die wir uns verhärteten, predigt einen
Christus, bei dem Jude und Grieche gelten, ja der noch erst die rechte Herrlichkeit,
weit über die im Worte der Wahrheit, durch Erscheinung innerhalb
dieser Weltordnung bringen soll, predigt eine Kirche, die in wunderbaren
Erscheinungen und äußeren Gestaltungen ihre Herrlichkeit, und ihre höchste
Schönheit in der jüdischen Nation haben soll. Wir fragen ihn um Gotteswillen,
heißt das bloß eine andere Richtung? Und was ist denn eine andere
Richtung in der Kirche Christi? .. Wir hoffen zu Löhe's menschlicher
Ehrenhaftigkeit, daß er die Thatsache mit uns anerkennen wird, daß wir verschiedene
Wege gehen („„wie wir eben aus sicherer Quelle hören, hat Löhe
dies als selbstverständlich bejaht““), daß wir die Seelen auseinandergehend
bilden und führen, wenn wir beiderseits so fortgehen .. Nein, nicht Duldung
von uns begehren die Chiliasten, wie sie vorgeben, sondern unbedingte
Herrschaft über uns. Wir können sie dulden, und haben's manches Jahr
gethan. Jetzt verlangen sie im Namen Gottes, ihre Geisteseingebungen als
hohen Fortschritt anerkannt zu haben ... Unsere Gegner sagen offen, sie
wollen das überlieferte Lutherthum durch den Chiliasmus verbessern,
und wir behaupten, daß sie es dadurch völlig umkehren, nämlich viel mehr,
als wenn einer Altreformirtes oder Römisches hineinbrächte. Ehlers meint ...
die Chiliasten nähmen doch ausdrücklich die Symbole an; also müßten wir
sie ja soweit anerkennen. Hier kommt's an den Tag, mit welchem Rechte er
uns vorwirft, wir wären Doctrinäre, die sclavisch am Alten hingen. Und
sind die ganzen Symbole nichts werth, wenn man sie äußerlich und in einem

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On the Question of the Ministry and Its Consequences. 173

things that are already condemned in the seventeenth article of the Augsburg
Confession ... The matter concerns, as is afterward admitted as well, a wholly
different conception of Holy Scripture, particularly of the prophetic word. It
concerns two fundamentally different kinds of Christianity. For to interpret
the prophets .. on fundamentally different principles yields a different
Christ; for Christ is, by his own declaration, precisely the fulfillment of the
prophets. Now the chiliasts read out a wholly different Christ from our poor
one of Nazareth; they get one with great splendor and high power outwardly
already in this world, and him we reject as a false Christ ... In that essay
the chiliasts claim true progress for themselves over against our false
stability, and exhort us to the modesty of harboring mistrust against what we
call pure doctrine ... They think we have the fathers (tradition) for us, while
they have biblical Christianity. Extraordinarily modest .. In our opinion our
forefathers rejected chiliasm precisely on the ground of Scripture. But the
chiliasts speak against us and our forefathers just as contemptuously as the
rationalists once did .. Let our opponents only not act as though they were the
biblical ones and a certain Luther had simply not known the Bible aright ...
Löhe calls our old doctrine an old homespun faith, says that in sickness the
Spirit gave him new illuminations which the others have not had; speaks of a
new outpouring of the Spirit against which we harden ourselves; preaches a
Christ with whom Jew and Greek count for something, indeed one who is yet first
to bring the true glory — far beyond that in the word of truth — by an
appearing within this world-order; preaches a church that is to have her glory
in wondrous appearances and outward forms, and her highest beauty in the Jewish
nation. We ask him for God's sake, is that merely a different tendency? And
what is a different tendency in the church of Christ? .. We trust to Löhe's
human honorableness that he will acknowledge the fact along with us, that we
are going different ways („„as we have just heard from a sure source, Löhe has
affirmed this as self-evident““), that we form and lead souls in divergent
directions if we both go on as we are .. No, it is not toleration from us that
the chiliasts desire, as they pretend, but unconditional dominion over us. We
can tolerate them, and have done so for many a year. Now they demand in God's
name that their spiritual inspirations be acknowledged as high progress ... Our
opponents say openly that they mean to improve the inherited Lutheranism by
chiliasm; and we maintain that by this they entirely overturn it — far more,
indeed, than if someone brought in old Reformed or Roman matter. Ehlers thinks
... the chiliasts do after all expressly accept the Confessions, so we should
have to recognize them that far. Here it comes to light with what right he
reproaches us with being doctrinaires who cling slavishly to the old. And are
the whole Confessions worth nothing if a man accepts them outwardly and in a