Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 2 › Seite 43
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Februar 1860, Seite 43
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Chiliasmus 8
Vorwort zu Jahrgang 1860. 43
falsch; denn die rechtgläubige Kirche ist nicht allein über diejenigen Artikel zum Abschluß gekommen, die in ihren Symbolen dargelegt werden, sondern implicite über alle, die in Gottes Wort enthalten sind.
Vergeblich erhebt man daher die Klage gegen uns, daß bei den von uns festgehaltenen Principien in Betreff der Erfordernisse zu kirchlicher Gemeinschaft Zerbröckelung und Auflösung der Kirche nothwendig sei. Mit demselben Rechte könnten unsere Gegner auch den HErrn selbst anklagen, daß Er nicht gekommen sei, Frieden zu senden, sondern das Schwert. Die Ursache der Zerbröckelung liegt nicht in dem richtigen Princip, sondern in der Sünde derjenigen, die lieber das Band, welches sie mit der rechtgläubigen Kirche verknüpfte, gelös't sehen, als ihre Lieblingsmeinungen aufgeben und sich mit ihrer Kirche dem klaren Worte Gottes unterwerfen wollen. Sie klagen die Kirche der Härte an, weil sie ihnen nicht erlauben will, von Gottes Wort abzugehen, und wollen nicht sehen, daß ihre eigene Härtigkeit, mit der sie ihren Wahn festhalten, die einzige Ursache der Zerbröckelung und Auflösung der Kirche ist. Soll die Wahrheit dem Irrthum, oder nicht vielmehr der Irrthum der Wahrheit weichen?
Es ist nun noch übrig, uns über das Urtheil auszusprechen, welches Hr. Kirchenrath Ehlers über die Stellung unserer Synode gefällt hat.
Wenn derselbe vorerst den Wunsch ausdrückt, unsere Synode möge sich darüber klar und bestimmt aussprechen, ob sie allen „erklärten Chiliasten“ die Kirchengemeinschaft versage, so ist diesem Wunsche bereits Genüge geleistet. Im Jahre 1857 hat nehmlich unsere Gesammtsynode folgenden, von der westlichen Districtssynode ein Jahr vorher gefaßten, Beschluß einstimmig bestätigt:
„Wir verwerfen und verdammen jede Art des Chiliasmus, nach welchem gelehrt wird, daß noch vor dem jüngsten Tage eine Zeit zu erwarten sei, in welcher der Teufel nicht mehr auf Erden Gewalt und Einfluß haben, Christus sichtbar wiederkommen, alle Völker christianisirt werden und alle verstorbenen Gläubigen, oder eine Anzahl derselben leiblich auferstehen, und mit Christo in einer neuen bis dahin nicht stattgefundenen Weise über alle Heiden regieren werden; wir erkennen jede Auslegung folgender und ähnlicher Schriftstellen: Offb. 20, Ps. 67, Dan. 2 und 7 u. s. f., wenn diese dergleichen Lehre enthält, für eine falsche und für eine Verkehrung der Schrift, da diese Lehre der Aehnlichkeit des Glaubens, nehmlich den Artikel von der Natur des Reiches Christi in der Welt, von der allgemeinen Auferstehung der Todten, vom jüngsten Tage und von der Wiederkunft Christi zum Gerichte, entgegen ist. — Obwohl aber die Synode jede bezeichnete Art des Chiliasmus für eben so falsch als verderblich erklärt, so hält sie doch dafür, daß auch ein wahrer Christ in diesen Irrthum fallen könne; sie hält es daher für ihre Pflicht, solchen, die
English translation AI translation
Preface to Volume 1860. 43
false; for the orthodox Church has come to a settled conclusion not only concerning those articles that are set forth in her symbols, but implicitly concerning all that are contained in God's Word.
It is in vain, therefore, that the complaint is raised against us that, given the principles we hold fast regarding the requirements for church fellowship, a crumbling and dissolution of the Church must necessarily follow. By the same right our opponents might also accuse the Lord Himself of not having come to send peace, but the sword. The cause of the crumbling lies not in the correct principle, but in the sin of those who would rather see the bond that united them with the orthodox Church loosed than give up their pet opinions and, together with their Church, submit to the clear Word of God. They accuse the Church of harshness because she will not permit them to depart from God's Word, and they will not see that their own hard-heartedness, with which they cling to their delusion, is the sole cause of the crumbling and dissolution of the Church. Shall the truth yield to error, or shall not error rather yield to the truth?
It now remains for us to state our judgment on what Mr. Consistorial Councillor Ehlers has pronounced concerning the position of our Synod.
When he first expresses the wish that our Synod would clearly and definitely declare itself as to whether it denies church fellowship to all "avowed chiliasts," this wish has already been satisfied. For in the year 1857 our General Synod unanimously confirmed the following resolution, adopted a year earlier by the Western District Synod:
"We reject and condemn every kind of chiliasm according to which it is taught that, before the Last Day, a time is to be expected in which the devil will no longer have power and influence on earth, Christ will visibly come again, all nations will be christianized, and all the departed faithful, or a number of them, will rise bodily and will reign with Christ over all the heathen in a new manner not hitherto existing; we recognize that every interpretation of the following and similar passages of Scripture — Revelation 20, Psalm 67, Daniel 2 and 7, etc. — is, if it contains such a doctrine, false and a perversion of Scripture, since this doctrine is contrary to the analogy of faith, namely to the article concerning the nature of the kingdom of Christ in the world, concerning the general resurrection of the dead, concerning the Last Day, and concerning the return of Christ to judgment. — Although, however, the Synod declares every designated kind of chiliasm to be equally false and pernicious, it nevertheless holds that even a true Christian can fall into this error; it therefore holds it to be its duty toward those