Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 1, Nummer 3 › Seite 77
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — März 1855, Seite 77
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Probe und Prospektus ꝛc. 77
schen Theil, der sich namentlich auch durch eingehende, tüchtige, grammatische Behandlung auszeichnet und aus den noch umfangreicheren, von gründlichster Gelehrsamkeit, staunenswürdiger Belesenheit und eingehendster Zergliederung des Textes zeugenden Abschnitten der Gerhardischen Bearbeitung möglichst vollständigste Auszüge, kamen dann zusammen, theilten einander unsere gehobenen Schätze mit, besprachen uns darüber, und nahmen sie mit nach Hause, um sie als ein reiches Kapital anzulegen, indem wir sie bei unsern Vorbereitungen auf die Sonn- und Festtags-Predigten fleißig und gewissenhaft benützten. Und siehe da, so oft wir wieder zusammenkamen, konnten wir nur mit Dank gegen Gott rühmen und preisen, welchen großen Segen wir von dieser Arbeit hatten, wie wir an der treuen Hand unserer gottseligen erleuchteten Väter immer tiefer in das richtige Verständniß des Textes hineingeführt wurden, und uns eine Fülle göttlicher lebensvoller Gedanken aufgethan war, die uns unter dem Beistand Gottes des h. Geistes befähigte, den uns anvertrauten Schäflein Christi das Brod des Lebens reichlicher zu brechen. Ja eine wahre Herzensfreude war es zu sehen, wie dieser und jener jüngere Bruder durch dies gesegnete Mittel so rasch und merkbar wuchs und zunahm und wie auf diesem Weg die Predigten an Gehalt und lebendiger, vielseitigerer Beziehung gewannen.
Nachdem wir nun aus anderthalbjähriger Erfahrung die Zweckdienlichkeit und den hohen Nutzen des von uns eingeschlagenen Verfahrens thatsächlich erprobt hatten, auch zum Theil Aufforderungen von außen her hinzugekommen waren, reifte in uns der Entschluß, die Frucht unserer Bemühungen zum Gemeingut der Kirche zu machen, indem wir jene unsere Uebersetzungen und Bearbeitungen in Druck ausgehen lassen. Wir sind überzeugt, damit nicht nur unsern lieben Amtsbrüdern innerhalb unserer Synode einen willkommnen Dienst zu thun, sondern hoffen, daß sich auch außerhalb unseres Synodal-Verbandes noch viele ernste, gottesfürchtige und strebsame Prediger finden werden, die sich schämen, ihre Gemeinden mit dem dummen Salz menschlicher Rede abzuspeisen, denen es noch ein heiliger Ernst ist und ein herzliches Anliegen, sich gewissenhaft auf ihre Predigten vorzubereiten, und die daher eine so gründliche und tüchtige Hülfe in diesem hochwichtigen Geschäft mit Freuden begrüßen werden. Ja wir glauben, daß selbst geförderte Glieder aus der Hörerschaft, die gern nach dem ausgesprochenen Willen Gottes zum Mannesalter in der Erkenntniß heranreifen möchten, hier gerade so recht die gesunde und nahrhafte Kost finden werden, darnach sie begehren. Allen diesen könnten wir nun freilich zur Empfehlung dieses Werkes noch gar vieles der Wahrheit gemäß anführen und dürften dies um so ungescheuter thun, als wir ja nur die Speise fremder Köche in deutschen Schalen vorsetzen. Wir bescheiden uns aber statt aller weiteren Empfehlungen unten in der Perikope auf den VIII. Sonntag nach Trin. ein kurz gefaßtes Beispiel folgen zu lassen, welches gewiß für sich selbst reden und sich selber am besten empfehlen wird.
Damit nun aber dieses bereits erprobter Maßen so segensreiche Werk eine
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Sample and Prospectus, etc. 77
the section, which is distinguished in particular by its thorough, capable grammatical treatment, and the most complete extracts possible from the still more extensive sections of Gerhard’s treatment, which testify to the most thorough scholarship, astonishing breadth of reading, and exhaustive analysis of the text; we then came together, shared with one another the treasures we had unearthed, discussed them, and took them home with us to invest them as rich capital by using them diligently and conscientiously in our preparations for sermons on Sundays and feast days. And behold, whenever we met again, we could only praise and glorify God with thanksgiving for the great blessing we had received from this work: how, guided by the faithful hand of our godly and enlightened fathers, we were led ever more deeply into the correct understanding of the text, and how a wealth of divine, living thoughts had been opened to us, enabling us, with the assistance of God the Holy Spirit, to break the bread of life more abundantly for the little sheep of Christ entrusted to us. Indeed, it was a true joy of the heart to see how this or that younger brother grew and advanced so rapidly and perceptibly through this blessed means, and how in this way the sermons gained in substance and in lively, more varied application.
After a year and a half of experience had demonstrated to us in practice the suitability and great benefit of the method we had adopted, and after we had also received some encouragement from outside, the decision matured among us to make the fruit of our efforts the common property of the church by publishing those translations and treatments of ours in print. We are convinced that in doing so we shall not only render a welcome service to our dear fellow ministers within our Synod, but we also hope that outside our synodical association there will still be many earnest, God-fearing, and diligent preachers who are ashamed to feed their congregations with the foolish salt of human speech, who still regard conscientious preparation for their sermons as a sacred duty and a heartfelt concern, and who will therefore gladly welcome such thorough and capable assistance in this supremely important work. Indeed, we believe that even more advanced members of the audience, who desire, in accordance with the declared will of God, to mature to full manhood in knowledge, will find here precisely the wholesome and nourishing food for which they long. To recommend this work to all these people, we could of course truthfully say much more, and could do so all the more freely because we are merely serving the food of other cooks in German dishes. Instead of any further recommendations, however, we shall content ourselves with presenting below, in the pericope for the Eighth Sunday after Trinity, a concise example that will certainly speak for itself and recommend itself best.
But in order that this work, already proven by experience to be so richly blessed, may have a