Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 7 › Seite 218
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Juli 1862, Seite 218
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218 Kirchlich-Zeitgeschichtliches.
das meiste (wir wünschten schreiben zu können alles) schlechter hätte gemacht werden können. Entsprachen ihre Ergebnisse nicht den Hoffnungen der Sanguiniker, so waren sie doch viel besser als es die Verzagten befürchteten. Ja, mitten unter den entmuthigendsten Erscheinungen meinen wir Spuren des Fortschritts verfolgen zu können und selbst im innersten Grunde des Radicalismus (sic!) bemerken wir einige Regungen jenes besseren Lebens, das unsere liebe Kirche noch umgestalten soll“. — Fürwahr ein armseligeres Armuthszeugniß hätte der ehrw. Generalsynode nicht leicht aufs neue ausgestellt werden können. Es wird nur noch von dem übertroffen, was sich in einem andern Artikel derselben Nummer befindet, welcher die Aufschrift führt: „Tendenzen, unsere Zukunft.“ Zwar beginnt er mit der hochtrabenden, bei ihm im Wachsen begriffenen Genugthuung, daß „die Generalsynode eine wichtige Triebkraft unseres kirchlichen Lebens sei“, muß aber gleich bemerken, daß sie zu ihrer vollen Wirksamkeit „großer Veränderungen“ bedürfe und daß in der That an deren wahrscheinlichem Eintreten seine Hoffnungen hängen „für die Zukunft dieses Körpers und unserer Kirche, sofern diese die Generalsynode bestimmen könne“. Jetzt seien die Synoden in der Generalsynode nur laxe mit einander verbunden, aber die Zeit komme ja, wo allenthalben bloße Verbündnisse von wirklicher Union verdrängt werden würden. Im Verlauf sagt er sodann: „Wir haben kaum etwas, was uns zusammenhält, außer unsern Namen und unsere Geschichte; und lösen wir diese, wie wir zu einem großen Theil gethan haben, von ihrem, das Leben bedingenden doctrinellen Einigungsbande los, so haben wir uns selbst dem Schicksal der Zertrennung und Auflösung ausgesetzt.“ Und weiterhin: „Wir sagen voraus, daß in wichtigen Beziehungen unsere jüngste Generalsynode [unleserlich] ihrer Art gewesen sein wird“. Das gebe Gott! Die Generalsynode aber mag ihrem Propheten bedanken für das Prognostikon, das er ihr gestellt hat. Uns, wir es sagen, uns ekeln bei solchen Stimmen aus ihrem eigenen Heerlager, die hohen Ansprüche und lächerlichen Prahlereien doppelt an, mit welchen diese bankerotte Synode in ächt amerikanischer Weise fortwährend auftritt. C.
Die Generalsynode hatte bei ihrer Versammlung in Lancaster die Annahme sogenannter „patriotischer Beschlüsse“ gefaßt, in denen sie u. A. die Politik des Präsidenten in Absicht auf Emancipation endossirt, trotz gegen solche Handlung von Einigen erhobener Bedenken, und jene Beschlüsse dem Präsidenten durch eine Committee persönlich überreichen lassen. Hierüber macht die Reformirte Kz. von Chambersburg, Penn., in der Nummer vom 5. Juni folgende ganz richtige Bemerkungen: „Diese Beschlüsse lauten sammt und sonders recht patriotisch, sind aber einmal in unsern Freistaaten eine sehr wohlfeile Waare. Wer bezweifelt denn unsern Patriotismus? Aber die wichtigste Seite ist, daß wir nicht einsehen können, warum kirchliche Körper sich mit solchen Angelegenheiten befassen sollten. Gutes stiften sie einmal nicht, und öffnen die Thüre zum Einbruch des politischen Treibens in die Kirchen und auf die Kanzeln. Die „Kirchenzeitung“ hat in früheren Jahren und bis jetzt einen entschiedenen Standpunkt gegen das politisirende Treiben (Abolitionismus und andere in das Gebiet der Politik eingreifende Reformen mit eingeschlossen) eingenommen, und wir sind immer mehr und mehr von der Richtigkeit unseres Standpunktes überzeugt. In Zeiten, wo die Gemüther so allgemein aufgeregt sind, wie das jetzt der Fall ist, liegt die Gefahr für Prediger sehr nahe, in den Strudel hineingerissen zu werden. Manchen schmeichelt es auch nicht wenig, daß sie und ihre Kirche auf diesem Wege die Gunst der Welt in noch größerem Maße einernten werden, und wie viel mag gerade Dieses bei Vielen damit zu thun haben?“ „Politische Zeitungen nehmen davon Notiz,“ sagte neuerdings ganz naiv ein junger Prediger zu uns, „und auch das ist nicht zu verschmähen“ (!).
Comödienspiel in den Kirchen. Vor kurzem meldete eine atheistische politische Zeitschrift mit offenbarem Behagen: „Dr. Solger, der Lehrer der Neger in Nord-Carolina, predigte Sonntag den 8. Juni zu New York in der St. Georgekirche unter lautem Applaus. Das Applaudiren ist in Kirchen jetzt so fashionable, daß nächstens ein Prediger sich so unglücklich fühlen wird, wenn er nicht wenigstens zwei Mal herausgerufen wird.“
Buffalo-Synode. Schon im Märzhefte dieser Zeitschrift ist berichtet worden, daß in dieser Synode ein Streit ausgebrochen ist. Einige Glieder derselben beschuldigen
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218 Church News of the Day.
the most of it (we wish we could write all of it) could not have been done worse. If its results did not correspond to the hopes of the sanguine, they were yet much better than the fainthearted feared. Indeed, in the midst of the most discouraging appearances we think we can trace signs of progress, and even in the innermost ground of Radicalism (sic!) we notice some stirrings of that better life which is still to transform our beloved church." — Truly a more wretched certificate of poverty could hardly have been issued anew to the reverend General Synod. It is surpassed only by what is found in another article in the same issue, headed "Tendencies, Our Future." To be sure, it begins with the lofty, ever-growing self-satisfaction that "the General Synod is an important motive force of our church life," but must at once note that it needs "great changes" for its full effectiveness, and that indeed its hopes hang on the probable occurrence of these "for the future of this body and of our church, insofar as the latter may determine the General Synod." At present, it says, the synods within the General Synod are only loosely bound to one another, but the time is surely coming when mere alliances will everywhere be displaced by real union. In the course of it he then says: "We have scarcely anything holding us together beside our name and our history; and if we loosen ourselves from that doctrinal bond of union which conditions our life — as to a great extent we have done — we have exposed ourselves to the fate of division and dissolution." And further on: "We predict that in important respects our most recent General Synod [illegible] of its kind will have been." God grant it! But the General Synod may thank its prophet for the prognostication he has given it. We must say it: we are doubly disgusted, at such voices from within its own camp, by the lofty pretensions and ridiculous boastings with which this bankrupt synod continually carries on in a truly American fashion. C.
At its convention in Lancaster, the General Synod had resolved to adopt so-called "patriotic resolutions," in which, among other things, it endorsed the President's policy regarding emancipation, despite objections raised against such action by some, and had those resolutions personally presented to the President by a committee. On this the Reformed Church paper of Chambersburg, Penn., makes the following altogether correct remarks in its issue of June 5: "These resolutions read, one and all, quite patriotic, but they are, after all, a very cheap commodity in our free states. Who indeed doubts our patriotism? But the most important point is that we cannot see why ecclesiastical bodies should concern themselves with such matters. They never do any good by it, and they open the door for the inroad of political agitation into the churches and into the pulpits. The 'Kirchenzeitung' has in former years, and up to now, taken a decided stand against political agitation (abolitionism included, along with other reforms encroaching on the field of politics), and we are more and more convinced of the correctness of our position. In times when men's minds are as generally excited as is now the case, the danger lies very near for preachers of being swept into the whirlpool. Not a few, too, find it flattering that they and their church will in this way reap the world's favor in still greater measure, and how much this alone may have to do with it in the case of many!" "Political newspapers take notice of it," a young preacher recently said to us quite naively, "and that too is not to be despised" (!).
Comedy-Playing in the Churches. A short while ago an atheistic political journal reported with evident relish: "Dr. Solger, the teacher of the Negroes in North Carolina, preached on Sunday, June 8, at New York in St. George's Church amid loud applause. Applauding has now become so fashionable in churches that before long a preacher will feel quite unhappy if he is not called out at least twice."
Buffalo Synod. It was already reported in the March number of this journal that a dispute has broken out in this synod. Some of its members accuse