Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 4, Nummer 12 › Seite 382
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — December 1858, Seite 382
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382 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches.
wegische Bevölkerung nicht sehr dicht und von englischer umgeben ist, eignen
sich die jungen Leute schnell das Englische an und verlernen ebenso schnell
das Norwegische oder Schwedische. Es ist auch bemerkenswerth, daß Norweger
die englische Sprache wegen der nahen Verwandschaft der beiden Sprachen
schnell sich aneignen, weit schneller, wie wir zu glauben geneigt sind, als
die Deutschen. Haben unsere norwegischen Freunde an diese Dinge gedacht?
Haben sie den Gegenstand erwogen, wie seine Wichtigkeit es verdient, und
haben sie die Geeignetheit des Concordia College für die Zwecke erwogen, um
deren willen sie ihre Professur und ihre jungen Männer unter den Einfluß
und die Leitung desselben stellen möchten? Oder sind ihrem Zusammenwirken
mit der University am hiesigen Orte irgend welche unüberwindliche Hindernisse
(objections) im Wege? — Mit anderen Worten: ist es nicht möglich,
daß alle Norweger in ihren kirchlichen Beziehungen sich vereinigen, und zusammenarbeiten
für die geistige, sittliche und religiöse Förderung, Erziehung
und Erbauung ihres Volks und für den Bau und die Gründung des Reiches
Christi und der lutherischen Kirche unter ihnen?“ G. Schick.
Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches.
I. Amerika.
Literarische Thätigkeit innerhalb der Generalsynode. Aus dem
„Observer“ ersehen wir, daß Herr Anspach seine Generalsynode mit der Uebersetzung
einer Schrift von Schwenkfeld (Luther schreibt meist Stenkfeld) beschenkt hat! Der
„Missionary“ macht hierüber, nach einer vortrefflichen Charakteristik Schwenkfeld's, in der
Nummer vom 4. November folgende Bemerkung: „Vielleicht ist das einfache Factum der
Uebersetzung eines Buchs von Schwenkfeld an sich nicht sehr wunderbar, da es irgendwo (in
Pennsylvania?) eine Secte mit seinem Namen gibt, die sich allmählig amerikanisirt und
der es passirt, daß zu irgend einer Zeit eine ganz natürliche Neugierde in ihr erwacht, zu
wissen, warum sie ihn trägt. Aber daß außerhalb dieser kleinen Gemeinschaft irgend jemand
sich die Mühe nimmt, zu übersetzen, was des Uebersetzens so wenig werth ist, das ist ein
Wunder. Daß aber der Uebersetzer sich in unserer Kirche findet, in deren einem Bekenntnisse
dieser arme theologische Stümper wie eine Fliege in Ambra einbalsamirt ist, wenn man auf
seine Unbedeutendheit und den Reichthum des Materials sieht, das ihn umgibt; oder wie
ein Elephant auf Sibirischem Eise, wenn man auf sein Gewicht und die Dauerhaftigkeit
dessen sieht, das ihn aufbewahrt — das ist der Gipfel des Wunderbaren selbst. Aber über
dies hinaus ist noch ein Element des Unerwarteten: nämlich daß ein so begabter Schriftsteller
wie Dr. Anspach diese Arbeit verrichtet und seinen schönen Styl an einem Buche von
Schwenkfeld vergeudet, der nicht zu denken und folglich nicht zu schreiben verstand.......
Wenn er Lust hatte, eine Zeit lang sich zur bescheidneren Aufgabe des Uebersetzers zu wenden,
wie konnte er umhin, für die Kirche unseres Landes etliche von den lieblichen und erquickenden
Blumen nicht zu pflücken, die in unermeßlicher Fülle in den Wiesengründen des Herrengutes
ihrer Mutter wachsen! .. Wir bedauern es um so mehr, daß der silberne Präsentirteller,
worauf uns das Resultat seiner Arbeit dargebracht wird, und dessen Schönheit Aufmerksamkeit
für das, was er trägt, erwecken und Vertrauen dazu einflößen kann, nicht etliche goldene
Aepfel von unsern lutherischen Hesperiden, sondern den widrigen Auskehricht des Augiasstalles
Schwenkfeldischer Schwärmerei enthält.“—
English translation AI translation
382 Church-Contemporary Affairs.
wegian population is not very dense and is surrounded by an English one,
the young people quickly adopt English and just as quickly forget
Norwegian or Swedish. It is also noteworthy that Norwegians acquire the
English language, on account of the close kinship of the two languages,
quickly — far more quickly, we are inclined to believe, than the Germans
do. Have our Norwegian friends thought of these things? Have they weighed
the matter as its importance deserves, and have they weighed the fitness
of Concordia College for the purposes for which they would place their
professorship and their young men under its influence and guidance? Or do
any insuperable obstacles (objections) stand in the way of their working
together with the University here? — In other words: is it not possible
that all Norwegians might unite in their churchly relations, and work
together for the spiritual, moral, and religious advancement, education,
and edification of their people, and for the building up and founding of
the kingdom of Christ and of the Lutheran church among them?" G. Schick.
Church-Contemporary Affairs.
I. America.
Literary activity within the General Synod. We learn from the
"Observer" that Mr. Anspach has presented his General Synod with a
translation of a work by Schwenkfeld (Luther mostly writes Stenkfeld)!
The "Missionary," after an excellent characterization of Schwenkfeld,
makes the following remark on this in its number of November 4th:
"Perhaps the mere fact of the translation of a book by Schwenkfeld is not
in itself very remarkable, since there exists somewhere (in
Pennsylvania?) a sect bearing his name, which is gradually becoming
Americanized, and to which it may happen that at some point a quite
natural curiosity awakens in it, to know why it bears that name. But
that outside this small community anyone should take the trouble to
translate what is so little worth translating — that is a wonder. But
that the translator should be found in our own church, in one confession
of which this poor theological bungler is embalmed like a fly in amber —
if one considers his insignificance against the richness of the material
that surrounds him; or like an elephant on Siberian ice, if one considers
his weight against the durability of that which preserves him — that is
the very summit of the wonderful. But beyond this there is yet another
element of the unexpected: namely, that so gifted a writer as Dr.
Anspach should perform this labor and squander his fine style on a book
by Schwenkfeld, who did not know how to think and consequently did not
know how to write....... If he had a mind, for a while, to turn to the
more modest task of translator, how could he help but pluck, for the
church of our land, some of the lovely and refreshing flowers that grow
in immeasurable abundance in the meadow-grounds of his mother's manor! ..
We regret all the more that the silver serving-platter on which the
result of his labor is presented to us — and whose beauty might awaken
attention to, and inspire confidence in, what it carries — contains not
some golden apples from our Lutheran Hesperides, but rather the
distasteful sweepings of the Augean stable of Schwenkfeldian fanaticism."—