Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 4, Nummer 10 › Seite 307
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — October 1858, Seite 307
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Miſſouriſynode 7
Wahre und falsche Exclusivität. 307
ausscheidet. Auszuscheiden, streng auszuscheiden hat jeder Lehrer an Kirche und Schule alles Das, was nicht übereinstimmt mit den Lehren der heiligen Schrift, wie dieselben in den Bekenntnißschriften wiedergegeben sind. In diesem Sinne also darf er nicht nur exclusiv sein, sondern soll und muß es sein, wenn er nicht seinen Verpflichtungseid brechen, also auf deutsch meineidig werden will. In dieser Beziehung muß auch das Ministerium exclusiv sein; denn es ist durch denselben Eid gebunden und verpflichtet, alles Das zu bekämpfen, was gegen die Lehre und gegen das Bekenntniß unsrer Kirche streitet. Auch das Ministerium muß exclusiv sein, wenn es nicht seine Pflicht, seinen Eid verletzen will. Wenn aber Jemand mit Verleugnung der christlichen Liebe und mit Verleugnung aller Demuth um deswillen, weil er fest auf dem Bekenntnisse steht, sich für etwas Besseres hält und Andersglaubende verachtet oder verdammt, so ist das eine falsche, eine ganz verwerfliche Exclusivität, die im grellsten Widerspruche steht mit den Lehren unsrer Kirche. Es fragt sich nun, welche Gattung von Exclusivität ist gemeint worden, als man dem Ministerium exclusive Tendenzen zuschrieb? In allen den, zwei lange Sitzungen hindurch gehaltenen Reden der zweiten Kammer ist auch nicht ein einziger Fall namhaft gemacht worden, der nur einigermaßen den Schein aufkommen ließe, als ob dem Ministerium jene falsche Exclusivitätsrichtung schuld zu geben wäre. Meine Herren, Das, worüber man klagt, das ist eben die richtige, die unerläßlich nöthige Exclusivität, das ist das Festhalten am Bekenntnisse. Dies ist aber nicht zu tadeln, dies ist vielmehr zu loben. Das muß man fordern und verlangen von jeder kirchlichen Behörde und von dem Ministerium zu allererst. Von demselben Standpuncte aus sind auch die in der jenseitigen Kammer gehaltenen Aeußerungen zu betrachten, welche darüber klagen, daß in neuester Zeit die Bekenntnißtreue so scharf betont werde, und die Aeußerungen, welche sagen, das Cultusministerium müsse „über den Parteien stehen.“ Meine Herren! Das Cultusministerium, als Kirchenregiment der lutherischen Kirche, darf weder über, noch unter, noch innerhalb der Parteien stehen; es muß einzig und allein stehen auf dem unwandelbaren Grunde des guten Bekenntnisses unsrer Kirche, und ebenso, meine Herren, ist es verpflichtet, bei jeder Anstellung gewissenhaft und streng nach der Bekenntnißtreue des Anzustellenden zu fragen, da es verantwortlich dafür ist, daß das Bekenntniß und die Lehre in der Kirche rein und unverfälscht erhalten werde. Jeder Geistliche und Lehrer weiß, welches dieses Bekenntniß unsrer Kirche ist. Harmonirt dieses Bekenntniß mit seiner persönlichen Glaubensansicht nicht, so zwingt ihn Niemand, diese Stelle anzunehmen; hat er sie aber angenommen, so muß er festhalten beim reinen Bekenntnisse oder er bricht seinen Eid. Mit einem Wort, er muß exclusiv sein.... Es bleibt nun nur noch übrig, mit wenigen Worten der Klagen zu gedenken über eine exclusive Partei in der lutherischen Kirche. Es fragt sich auch hier wieder: ist damit eine falsche oder richtige Exclusivität gemeint? Die Partei, die im richtigen Sinne exclusiv ist, ist sehr groß und stark! es ist eben die ganze evangelisch⸗lutherische Kirche
English translation AI translation
True and False Exclusivity. 307
-excludes it. To exclude — strictly to exclude — every teacher in church and school must set aside everything that does not agree with the teachings of Holy Scripture, as these are set forth in the confessional writings. "In this sense, then, he not only may be exclusive, but ought and must be, unless he wishes to break his oath of ordination — that is, to put it plainly in German, to become a perjurer. In this respect the Ministry, too, must be exclusive; for it is bound and obligated by that same oath to combat everything that contends against the doctrine and against the confession of our church. The Ministry, too, must be exclusive, unless it wishes to violate its duty and its oath. But if someone, in denial of Christian love and in denial of all humility, considers himself something better simply because he stands firm on the confession, and despises or damns those of a different belief, that is a false, an altogether reprehensible exclusivity, one that stands in the starkest contradiction to the teachings of our church. The question now is, which kind of exclusivity was meant when exclusive tendencies were ascribed to the Ministry? In all the speeches held through two long sessions of the second chamber, not a single case has been named that would even to some degree give rise to the appearance that the Ministry could be charged with that false tendency toward exclusivity. Gentlemen, that which is complained of is precisely the correct, the indispensably necessary exclusivity — it is the holding fast to the confession. This, however, is not to be censured; it is rather to be praised. This one must require and demand of every ecclesiastical authority, and of the Ministry first of all. From this same standpoint one must also regard the statements made in the other chamber, which complain that of late faithfulness to the confession is being so sharply emphasized, and the statements which say that the Ministry of Worship must "stand above the parties." Gentlemen! The Ministry of Worship, as the church government of the Lutheran church, may stand neither above, nor beneath, nor within the parties; it must stand solely and alone upon the unshakable ground of the good confession of our church, and likewise, gentlemen, it is obligated, at every appointment, to inquire conscientiously and strictly into the confessional faithfulness of the candidate, since it is responsible for seeing that the confession and the doctrine are kept pure and unadulterated in the church. Every clergyman and teacher knows what this confession of our church is. If this confession does not harmonize with his personal view of belief, no one compels him to accept the position; but if he has accepted it, he must hold fast to the pure confession, or else he breaks his oath. In a word, he must be exclusive.... It only remains now to mention briefly the complaints about an exclusive party within the Lutheran church. Here again the question arises: is a false or a correct exclusivity meant by this? The party that is exclusive in the correct sense is very large and strong! It is, in fact, the whole evangelical Lutheran church