Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 4, Nummer 8 › Seite 237
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — August 1858, Seite 237
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Beruf des Paſtors · Beruf des Paſtors.—Verſetzung. —— 20 · Synode
Die Professoren Thomasius, Harnack und Delitzsch, gegen von Hofmann. 237
Kurz, wer durch ausgezeichnete Gelehrsamkeit, Eifer und Frömmigkeit andere übertrifft, und mit vorzüglichen Gaben ausgerüstet ist, der ist zu einer höhern Stufe und Stelle zu erheben, damit das rechte Verhältniß bewahrt werde: auch diejenigen, welche mit Mangel kämpfen und geringes Einkommen haben, während sie thun, was ihr Amt erfordert und andere durch Gottseligkeit des Wandels übertreffen, mögen, wenn sie fähig sind, mit rechtmäßigem Grunde an eine andere Gemeinde versetzt werden, damit ihrem Mangel abgeholfen werde, namentlich wenn sie Kinder zu ernähren haben. Die Uebrigen, welche keine gewichtige und triftige Gründe haben, während sie ihre Zuhörer verlassen, mögen zusehen, was sie thun.
O daß den Gemeinden die Versetzung der Prediger immer so heilsam wäre, als sie häufig ist! Nicht ohne Grund war früher eine Strafe für diejenigen bestimmt, welche ihre Stelle zu ändern sich unterwanden, um für ihren Vortheil zu sorgen: „Wer sich um eine fremde Kanzel bewirbt, soll gar keine haben;“ und: „von beiden soll er vertrieben werden.“
Nebenbei ist zu bemerken, wenn jemandem zu gleicher Zeit zwei Berufe angetragen werden, und gefragt wird, welcher den Vorzug haben soll; daß da zwar keine bestimmte Regel gegeben werden könne, sondern daß man auf den Rath anderer und seines eigenen Gewissens hören müsse. Jedoch wer sein Gewissen in Acht nehmen will, wird auf dreierlei gewissenhaft Rücksicht nehmen: 1. die Autorität seiner Vorgesetzten; 2. seine Verpflichtung gegen irgendwelche Gemeinde; 3. den Nutzen und die Erbauung der Kirche.
22. Es kommt auch dies Bedenken vor: wenn jemand aus einer fettern Parochie in eine magerere, wo jedoch eine größere Menge Zuhörer ist, berufen wird, ob er dann gehalten ist, Folge zu leisten? Auf's treffendste, wie immer, antwortet Dannhauer: „Er wird sicherer und edler handeln, wenn er Folge leistet wegen der eben angeführten Gründe; wenn jedoch die Gemeinde, welche ihn beruft, seiner ohne Nachtheil entbehren kann, und die Gemeinde, von welcher er wegberufen wird, ihn ungern entläßt, so darf ihm die Ablehnung nicht zum Fehler angerechnet werden.“
Die Professoren Thomasius, Harnack und Delitzsch, gegen von Hofmann.
Folgendes lesen wir im Vorwort der „Ev. K. Z.“ von diesem Jahre:
„In dem zuerst durch Dr. Philippi hervorgerufenen Streite über die Versöhnungslehre Dr. von Hofmanns, in dem wir ein erfreuliches Lebenszeichen der Kirche erblicken, ist im vorigen Jahre eine bemerkenswerthe neue Phase eingetreten. Die mit Dr. v. H. nahe befreundeten Spezialkollegen haben sich gegen ihn erhoben, in Beherzigung des Wortes: „Wer zu seinem Vater und zu seiner Mutter spricht: ich sehe ihn nicht und zu seinem Bruder: ich kenne ihn nicht und zu seinem Sohne: ich weiß nicht, die halten
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English translation AI translation
The Professors Thomasius, Harnack, and Delitzsch, against von Hofmann. 237
In short, whoever surpasses others by outstanding learning, zeal, and piety, and is equipped with excellent gifts, ought to be raised to a higher rank and post, so that the right proportion may be preserved; likewise those who struggle with want and have a meager income, while yet doing what their office requires and surpassing others in godliness of life, may — if they are capable — be transferred, on lawful grounds, to another congregation, so that their want may be relieved, especially if they have children to support. As for the rest, who have no weighty or valid grounds while abandoning their hearers, let them see to what they are doing.
Oh, that the transfer of preachers were always as wholesome for congregations as it is frequent! Not without reason was a penalty formerly set for those who ventured to change their post in order to look after their own advantage: "Whoever solicits another man's pulpit shall have none at all"; and: "he shall be driven from both."
It may be remarked in passing that, when two calls are offered to someone at the same time, and the question is which should have preference, no fixed rule can be given for this; rather, one must listen to the counsel of others and of one's own conscience. Yet whoever wishes to keep watch over his conscience will conscientiously have regard to three things: 1, the authority of his superiors; 2, his obligation toward whatever congregation is involved; 3, the benefit and the building up of the church.
22. This question also arises: if someone is called from a richer parish to a poorer one, where nevertheless there is a greater number of hearers, is he then bound to comply? Most aptly, as always, Dannhauer answers: "He will act more safely and more nobly if he complies, for the reasons just given; but if the congregation which calls him can do without him without detriment, and the congregation from which he is called away is unwilling to release him, then his declining may not be reckoned to him as a fault."
The Professors Thomasius, Harnack, and Delitzsch, against von Hofmann.
We read the following in the preface of the "Ev. K. Z." [Evangelische Kirchenzeitung] of this year:
"In the controversy over Dr. von Hofmann's doctrine of the atonement, first provoked by Dr. Philippi — in which we perceive a gratifying sign of life in the church — a notable new phase set in during the past year. His close friends and special colleagues have risen up against Dr. v. H., taking to heart the word: 'Whoever says to his father and to his mother, I do not see him, and to his brother, I do not know him, and does not know his own sons' — they keep
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