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Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — April 1856, Seite 97
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Lehre und Wehre.
Jahrgang II. April 1856. No. 4.
(Eingesandt von Past. Hoyer.)
Die Verpflichtung auf die kirchlichen Bekenntnisse und
die freie Theologische Wissenschaft.
(Fortsetzung.)
Der Theologie Aufgabe ist es, einen Begriff vom christlichen Glauben
zu erlangen. Zu dieser Arbeit reizt allerdings Kampf von Außen und von
Innen, Angriffe etwa von Seiten Ungläubiger oder falscher Lehrer, eigne
Zweifel; aber der ursprüngliche Trieb dazu liegt im menschlichen Geiste selbst,
vom Schöpfer ihm geschenkt, vom Erlöser zum Eigenthum erworben, vom heil.
Geiste angeregt und geleitet. Zwar werden immer nur einzelne Glieder der
christlichen Kirche Gabe und Trieb zu selbständiger Arbeit an der Theologie
besitzen eben so, wie auch Einzelne nur die Gabe der Weissagung oder öffentlichen
Predigt empfangen; allein sie haben damit ein Werk zu erfüllen, welches
vom Gemeingeiste gefordert wird und dem gemeinen Nutzen dient. Die Ergebnisse
und Früchte der theologischen Arbeit, die sich bewähren, sind, wie die
Theologie selbst, Eigenthum der Kirche. Andererseits vernichtet die christliche
Theologie nicht den Glauben, noch macht sie ihn überflüssig; was sie von ihm
begriffen hat, bleibt nichts desto weniger Glaube. Wie alle Wissenschaft das
Allgemeine, oder das unter den wechselnden Formen bestehende Wesen sucht,
so geht auch die Theologie über den Glauben des Einzelnen oder der einzelnen
Gemeinde hinaus zu dem Glauben in seiner Allgemeinheit, dem Glauben
eben der Gemeinschaft der Gläubigen oder der Einen heil. christlichen Kirche
fort und trachtet von ihm aus wiederum die mannichfaltigen Gestaltungen desselben
in der Zeit und an den verschiedenen Personen oder Gemeinden zu begreifen
. Sie setzt die Kräfte, Bewegungen, die Glieder gleichsam des Glaubens
, seinen Inhalt z. B. und dessen Theile, seinen Grund, seine Entwicklung
in der Geschichte, seine Früchte aus einander; unterscheidet sie von einander
und erforscht die gegenseitige Beziehung derselben und ihre Bedeutung im
Verhältniß zum Ganzen; sie frägt nach dem Grunde der Glaubensgewißheit
und thut vom Glauben ab, was seiner nicht würdig ist, ja sie prüft sogar die
Berechtigung und die Pflicht des Glaubens, das Wort Gottes der heil. Schrift
als die alleinige, aber auch als seine Richtschnur anzuerkennen. Sie faßt
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English translation AI translation
Lehre und Wehre.
Jahrgang II. April 1856. No. 4.
(Submitted by Pastor Hoyer.)
The Obligation to the Church's Confessions and
Free Theological Scholarship.
(Continued.)
It is the task of theology to attain a concept of the Christian faith. To
this labor there is indeed a spur from conflict without and within — attacks,
say, on the part of unbelievers or false teachers, one's own doubts; but the
original impulse to it lies in the human spirit itself, given to it by the
Creator, acquired as His own possession by the Redeemer, stirred up and
guided by the Holy Spirit. To be sure, it will always be only individual
members of the Christian Church who possess the gift and impulse for
independent labor in theology, just as, likewise, only certain individuals
receive the gift of prophecy or of public preaching; yet they thereby have
a work to fulfill which is required by the common spirit and serves the
common good. The results and fruits of theological labor that prove
themselves are, like theology itself, the possession of the Church. On the
other hand, Christian theology does not destroy faith, nor does it render it
superfluous; what it has grasped of faith remains faith nonetheless. As all
scholarship seeks the universal, or the essence that subsists beneath
changing forms, so too theology goes beyond the faith of the individual, or
of the individual congregation, onward to faith in its universality — the
faith, that is, of the fellowship of believers, or of the one holy Christian
Church — and seeks in turn, proceeding from that faith, to grasp its
manifold forms in time and among the various persons or congregations. It
sets apart, as it were, the powers, movements, and members of faith — its
content, for instance, and its parts, its ground, its development in history,
its fruits — from one another; it distinguishes them from one another and
investigates their mutual relation and their significance in relation to the
whole; it inquires into the ground of the certainty of faith and puts away
from faith what is not worthy of it; indeed, it even examines the warrant
and the duty of faith to acknowledge the Word of God in Holy Scripture as
its sole, but also as its true, rule. It grasps
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