Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 2, Nummer 3 › Seite 89
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — März 1856, Seite 89
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Antworten zu den im Januarhefte ꝛc. 89
Besprechung zu ziehen. Indessen wäre natürlich der Erfolg nicht auf einer
Conferenz zu erzwingen, wenn Gott nicht besondere Gnade giebt, es will um
eine wahre Einigung wahrscheinlich länger gerungen und gearbeitet sein;
wie lange hat es gedauert, bis die Concordien⸗Formel zu Stande gekommen
ist. Die Hauptsache ist, wenn wir ein solches Mittel haben, wodurch alle
rechtgläubigen Lutheraner in den Stand gesetzt werden, sich gegen einander
aussprechen zu können; dann, wenn die Geister auf einander platzen und die
Wahrheit bezeugt wird, werden sich gewiß alle diejenigen unter Gottes Beistand
nach und nach als Brüder erkennen, die aus der Wahrheit sind. Was
die Form der Versammlung betrifft, so denke ich mir, sie organisirte sich in der
gewöhnlichen Weise und erwählte einen Moderator oder Präsidenten, Vicepräsident
und Sekretair und ließe denn auch ihre Verhandlungen veröffentlichen
. Nur eine Schwierigkeit machten die verschiedenen Sprachen, wenn
solche Gäste anwesend wären, die kein deutsch verstehen, so daß für diesen Fall
dem Präsidenten, wenn er der englischen Sprache nicht mächtig wäre, ein tüchtiger
Dollmetscher zur Seite gestellt werden müßte.
Hiemit möchte ich wenigstens andeuten, daß dein Vorschlag auch in meinem
Herzen einen lebhaften Wiederhall gefunden hat. Möge Gott die Seelen
Vieler mit dem Hauche seines heil. Geistes erfüllen und sein Werk zum erwünschten
Ziele führen.“
4. Ein deutsch⸗lutherischer Diener am Wort in Indiana schreibt uns
ebenfalls unter dem 5. Februar: „— — Ich will weiter nichts, als dir freundbrüderlich
um den Hals fallen, und dich vor großen Freuden küssen, um des
köstlichen Schlußgedankens willen in deinem Vorwort zu Jahrgang 1856 von
„„Lehre und Wehre,““ den dir Gott eingegeben hat. Das ist wahrhaft
„„ökumenisch,““ das hat Schmack und Saft. Ja, laßt uns wirken, dieweil
es Tag ist, ehe die Nacht kommt, da niemand wirken kann. Laßt uns in der
von dir vorgeschlagenen Weise wirken, da allerdings Erörterungen in Zeitschriften
die ersehnte Einigung unserer Kirche leicht mehr aufhalten als fördern
. Laßt uns auch in dieser Weise, die gerade hier, wo wir durch die unabweisbaren
, praktischen Fragen des kirchlichen Lebens vor dem end⸗ und ziellosen
Theoretisiren mit der Hilfe Gottes bewahrt bleiben dürften, recht ersprießlich
werden kann, bis in den Tod wirken „„für die treue Bewahrung des
köstlichen Kleinodes der Lehrreinheit und = Einheit,““ sei's immerhin vielfach
auch durch ehrlichen Kampf innerhalb unserer Kirche selbst. Freilich zu große
Erwartungen dürfen wir doch nicht hegen, denn es sind letzte betrübte Zeiten
und der Glaube ist einmal nicht jedermanns Ding. Aber der Erfolg steht ja
bei allen Dingen, geschweige bei kirchlichen Unternehmungen, allein in Gottes
Hand. Nun Er fördere und kröne das Werk um Christi willen; laß uns Ihn
brünstig darum bitten.“
5. Ein deutsch=lutherischer Prediger außerhalb unserer Synode in einem
der Mittelstaaten schreibt uns unter dem 15. Februar: „Ich nehme mir die
Freiheit, hiermit meine Freude auszusprechen über ihren Vorschlag im Vor⸗
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Answers to those in the January number etc. 89
into consideration. However, success could of course not be forced at a single conference, unless God grants special grace; a true union will probably have to be striven for and worked at longer — how long did it take before the Formula of Concord came into being. The main thing is that we have such a means by which all orthodox Lutherans are enabled to speak their minds to one another; then, when the spirits clash with one another and the truth is testified to, all those who are of the truth will surely, with God's help, come to recognize one another as brothers, little by little. As for the form of the assembly, I imagine it would organize itself in the usual manner and elect a moderator or president, vice-president, and secretary, and would also have its proceedings published. Only one difficulty would be caused by the different languages, if such guests were present as understand no German, so that in this case an able interpreter would have to be placed at the side of the president, should he not be master of the English language.
By this I would at least like to indicate that your proposal has also found a lively echo in my own heart. May God fill the souls of many with the breath of His Holy Spirit and lead His work to the desired goal.“
4. A German-Lutheran servant of the Word in Indiana likewise writes to us under the 5th of February: „— — I want nothing more than to fall on your neck in friendly, brotherly fashion, and to kiss you for great joy, for the sake of the precious closing thought in your preface to the 1856 volume of „Lehre und Wehre,“ which God has put into you. That is truly „ecumenical,“ it has flavor and substance. Yes, let us work while it is day, before the night comes when no one can work. Let us work in the manner you have proposed, since discussions in periodicals are indeed more likely to hinder than to further the longed-for union of our Church. Let us also, in this way — which, precisely here, where we may through God's help be kept safe by the inescapable, practical questions of church life from endless and aimless theorizing, can become truly fruitful — work unto death „for the faithful preservation of the precious jewel of purity and unity of doctrine,“ even if this often happens through honest struggle within our own Church. To be sure, we may not harbor too great expectations, for these are the last, troubled times, and faith is, after all, not everyone's affair. But success, in all things, let alone in churchly undertakings, rests with God alone. May He further and crown the work for Christ's sake; let us fervently entreat Him for this.“
5. A German-Lutheran preacher outside our synod, in one of the Middle states, writes to us under the 15th of February: „I take the liberty of hereby expressing my joy over your proposal in the fore-