Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 2, Nummer 3 › Seite 70
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — März 1856, Seite 70
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German transcription AI-corrected against the scan
Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Zeitrechnung
70 Dr. Seyffarth's Berichtigungen ꝛc.
gen. aeq. Wie leicht zu erkennen ist, setzt die gen. aeq., welche ersonnen ist,
um jegliches Mysterium aus der Schöpfungsgeschichte zu entfernen, statt des
einen von ihr zu beseitigenden Problems (der Schöpfung aus Nichts) eine
Menge anderer. Zuerst sollen wir bona fide annehmen, daß die Materie
ewig, ungeschaffen sei, dann sollen wir zugeben daß alle Kreatur durch die
gen, aeq. habe entstehen können, ferner daß sie wirklich entstanden sei durch
die gen, aeq. bei der ersten Entstehung (Schöpfung), wo die passenden Bedingungen
vorhanden gewesen seien; sollen uns einen specifischen Unterschied
hinsichtlich der Entstehung und Fortpflanzung der höheren und niedere Gattungen
einreden und endlich auf Grund dieses eingebildeten Unterschieds
glauben, daß noch jetzt Thierchen und Pflanzen ohne Keime und Samen entstehen
, blos weil die Naturforscher nicht erklären können, wie diese Keime an
einen bestimmten Ort gelangen. Nur die größte Inconsequenz verbunden
mit blindem Fanatismus konnte durch solche sogenannte Ergebnisse der Wissenschaft
die Wahrhaftigkeit des Schöpfungsberichtes umgestoßen wähnen,
denn kein Verständiger, sei er gläubig oder ungläubig, wird zugeben, daß die
Ewigkeit der Materie begreiflicher sei, als die Schöpfung aus Nichts, wird zugeben
, daß ihm das Bekanntere, die Zeugung und Fortpflanzung der Menschen
und der höheren Thier⸗ und Pflanzengattungen, durch das Unbekannte,
die Fortpflanzung der Infusionsthierchen und Kryptogamen deutlich gemacht
werden könne. Erst wenn man die Sache umkehrt, kann man hoffen der
Wahrheit näher zu kommen. Soweit in dem geschöpflichen Leben das Auge
des Menschen reicht und die Zeugungsorgane und die Fortpflanzung versolgen
kann, wird diese durch Samen und Keime bewerkstelligt. Demnach wird es
sich bei den niederen ebenso verhalten. Neuere bedeutende Naturforscher haben
denn auch mit großer Wahrscheinlichkeit dargethan, daß es sich gemäß dem
letzten von uns gemachten Schlusse verhalte.
Aus diesen Beispielen, denen alle anderen gegen und für die heil. Schrift
vorgebrachten Beweise analog sind, ist klar, daß Jemand, der, eine feste Grundlage
erstrebend, zur Naturgeschichte kommt, höchstens probabilia von ihr empfangen
wird, doch nirgends Gewißheiten. Dies hat seinen Grund darin,
daß die Naturwissenschaft und die ihr verwandten Disciplinen solche Objecte
hat, bei deren Anfang Niemand als Augenzeuge hat zugegen sein können,
weil Gott der HErr alle Dinge vor dem Menschen schuf. Der Mensch weiß
daher nur so viel von dem Anfange der Dinge als Gott der HErr ihm zu
offenbaren für gut befunden hat, und diese Offenbarungen sind insgesammt
in der heil. Schrift niedergelegt. Der Schluß aber von dem gegenwärtigen
Bestande der Dinge auf den Anfang muß immer ein zweifelhafter bleiben,
weil es dem menschlichen Verstande, noch nirgends, auch nur im aller Geringsten
, gelungen ist, und wahrscheinlich auch nie gelingen wird, in das Wesen
der Dinge selbst einzudringen. Sogar die Erscheinungen können wir nur
äußerst mangelhaft erfassen, darum wir von diesen aus nicht auf den Grund
gelangen können. Karl von Raumer (in seinem Zug der Israeliten aus
English translation AI translation
70 Dr. Seyffarth's Corrections, etc.
generatio aequivoca. As is easily seen, the generatio aequivoca, which was devised in order to remove every mystery from the history of creation, sets in place of the one problem it was meant to eliminate (creation out of nothing) a multitude of others. First we are supposed to accept in good faith that matter is eternal, uncreated; then we are supposed to grant that all creatures could have arisen through generatio aequivoca; further, that they really did arise through generatio aequivoca at the first origin (creation), where the suitable conditions were present; we are supposed to be talked into a specific difference regarding the origin and propagation of the higher and lower kinds, and finally, on the basis of this imagined difference, to believe that even now little animals and plants arise without germ or seed, merely because natural scientists cannot explain how these germs reach a particular place. Only the greatest inconsistency, joined with blind fanaticism, could imagine that such so-called findings of science had overthrown the truthfulness of the creation account, for no sensible person, whether believing or unbelieving, will grant that the eternity of matter is more comprehensible than creation out of nothing, will grant that the more familiar thing — the begetting and propagation of human beings and of the higher kinds of animals and plants — can be made clear to him by the less familiar thing, the propagation of infusoria and cryptogams. Only when one reverses the matter can one hope to come closer to the truth. As far as the human eye reaches into created life, and can trace the organs of generation and propagation, propagation is accomplished by seed and germ. Accordingly it will be the same with the lower kinds as well. Notable recent natural scientists have in fact shown with great probability that the matter stands according to the conclusion we have just drawn.
From these examples, to which all the other proofs brought forward for and against Holy Scripture are analogous, it is clear that anyone who, seeking a firm foundation, turns to natural history will at most receive probabilities from it, but nowhere certainties. The reason for this lies in the fact that natural science and the disciplines related to it have objects at whose beginning no one could have been present as an eyewitness, because God the LORD made all things before man existed. Man therefore knows only as much about the beginning of things as God the LORD has seen fit to reveal to him, and these revelations are altogether laid down in Holy Scripture. But the inference from the present state of things to their beginning must always remain doubtful, because the human understanding has nowhere succeeded, even in the very least, and probably never will succeed, in penetrating into the essence of things themselves. Even the phenomena we can grasp only most imperfectly, and therefore from them we cannot arrive at the ground [of things]. Karl von Raumer (in his The Exodus of the Israelites from