Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 1, Nummer 5 › Seite 143

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Mai 1855, Seite 143

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Des Jakobus Lehre vom rechtfertigenden Glauben. 143

Verbindung aussprechen; daß er es thut, sahen wir bei der Betrachtung der Worte „und nicht durch den Glauben allein“ außerhalb ihres Zusammenhanges, daß er es thun mußte und sich an dieser Stelle nicht anders über den Glauben äußern konnte, geht hervor aus der Betrachtung jener Worte in ihrem Zusammenhange. Die sprachliche Form endlich, in welcher er lehrt, daß es eine Rechtfertigung durch die Werke giebt unbeschadet der durch den Glauben, ist

a. unverfänglich, was die Worte „und nicht durch den Glauben allein“ betrifft. In der Form des Wortes „allein“ zeigt es sich auf das bestimmteste, daß es nicht bloß zu „Glauben“ gehört, wenn es auch als vorzüglich auf dies Wort einwirkend hinter dasselbe gestellt ist; man dürfte nicht übersetzen: nicht durch den bloßen Glauben (non ex fide sola scil. hominem justificari), sondern eben nur: nicht durch den Glauben allein, hinweisend auf ein hier in Gedanken zu ergänzendes „sondern auch“ (non ex fide solum sed etiam ex operibus). Dazu aber kommt

b. daß der sprachliche Bau des ganzen Verses 24 uns nicht erlaubt, in ihm eine Rechtfertigung durch Glauben und Werke zusammen zu erkennen. So scharf und abgeschlossen spricht da Jakobus im ersten Satztheile die Behauptung einer Rechtfertigung durch die Werke aus, so fern hält er davon allen und jeden Gedanken an den Glauben überhaupt, daß wir im Lesen bei dem: „so sehet ihr nun, daß der Mensch durch die Werke gerechtfertigt wird“ verwundert anhalten und fragen möchten, ob er denn überall keine Rechtfertigung durch den Glauben annehme. In einem so durchaus vollständigen Satze wie jener ist, drückt man keinen so unvollständigen Gedanken aus wie der sein würde, der nur so viel von einer Rechtfertigung aus Glauben und Werken vorbrächte als eben die Werke angeht. Der zweite Satztheil alsdann wird mit dem bloß beiordnenden „und,“ welches gleichartige Worte oder Sätze verbindet, angefügt und erhält dadurch schon von vorne herein das Gepräge, daß sein Gedanke selbst wie der des ersten ein vollständiger und abgeschlossener ist. Er kann keine solche Vervollständigung des ersten enthalten, wie die Hinzufügung des Glaubens bei einer Rechtfertigung aus Glauben und Werken zusammen anzeigen würde; er kann nur den ersten übrigens schon abgeschlossenen Satz dahin vervollständigen, daß die Stellung desselben zu einem anderen abgeschlossenen Gedanken oder sein Einfluß auf einen solchen hervortritt. Denken wir die Rechtfertigung durch die Werke, wie Jakobus uns im ersten Theile von V. 24 anleitet, so wird dieser Gedanke nicht dadurch vollständig, daß zu ihm ergänzt wird, was mit ihm zusammen eine Rechtfertigung durch Glauben und Werke ausmachen möchte, sondern dadurch, daß seine Stellung zu der Rechtfertigung durch den Glauben, oder sein Einfluß auf die Stellung der letzteren nachgewiesen wird; dies aber thut das „nicht durch den Glauben allein,“ indem es anzeigt, daß die Rechtfertigung durch den Glauben weder die einzige ist noch die durch die Werke ausschließt.

Jakobus redet in V. 24 von

English translation AI translation

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James’s Doctrine of Justifying Faith. 143

express the connection; that he does so, we saw when considering the words “and not by faith alone” outside their context; that he had to do so, and could not speak differently about faith at this point, becomes clear when those words are considered in their context. Finally, the linguistic form in which he teaches that there is a justification by works without prejudice to justification by faith is

a. unambiguous as far as the words “and not by faith alone” are concerned. The form of the word “alone” shows most definitely that it does not belong merely to “faith,” even though it is placed after that word because it primarily modifies it. One should not translate: not by mere faith (not by faith alone, namely, that a person is justified), but only: not by faith alone, pointing to an implied “but also” that must be supplied here (not only by faith but also by works). In addition,

b. the linguistic construction of the whole of verse 24 does not allow us to see in it a justification by faith and works together. In the first part of the sentence James asserts justification by works so sharply and conclusively, and keeps every thought of faith as such so far removed from it, that as we read, “You see, then, that a person is justified by works,” we might stop in astonishment and ask whether he acknowledges any justification by faith at all. In a sentence as entirely complete as this one, no one expresses a thought as incomplete as one that would mention only the part concerning works in a justification by faith and works. The second part of the sentence is then joined to it by the merely coordinating “and,” which connects words or clauses of the same kind, and this gives it from the outset the character of a thought that, like the first, is complete and self-contained. It cannot contain the sort of completion of the first clause that would be indicated by adding faith in a justification by faith and works together; it can only complete the first clause, which is otherwise already self-contained, by bringing out its relation to another self-contained thought or its effect upon such a thought. If we conceive of justification by works as James directs us to do in the first part of verse 24, this thought is not completed by adding something that, together with it, might constitute a justification by faith and works, but by demonstrating its relation to justification by faith, or its effect upon the position of the latter. This is what “not by faith alone” does, by indicating that justification by faith is neither the only justification nor one that excludes justification by works.

In verse 24 James speaks of