Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 1, Nummer 5 › Seite 142
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Mai 1855, Seite 142
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142 Des Jakobus Lehre vom rechtfertigenden Glauben.
sondern den Satz, daß der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird, und ist nur deßhalb hinter das Wort „Glauben“ gestellt, weil dieses allerdings unter allen am meisten von jener Beschränkung getroffen wird. Die Rechtfertigung durch den Glauben ist nicht die alleinige oder einzige, das ist der Sinn des „und nicht durch den Glauben allein.“ Damit wird
a. anerkannt, daß der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird, und
b. durchaus nicht behauptet, daß zur Erlangung der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, der alleinige oder bloße Glaube an die Gerechtigkeit Christi ungenügend sei. Denn von dem was zur Erlangung jener Gerechtigkeit erforderlich ist, wird überall nicht gesprochen, sondern nur davon, daß die Rechtfertigung durch den Glauben nicht die einzige ist.
Es bedarf kaum noch der Bemerkung, daß die Furcht, Jakobus stoße Röm. 3, 28 um mit dem „und nicht durch den Glauben allein,“ ungegründet ist. Man stelle nur einmal zusammen Röm. 3, 28, „daß der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird ohne Werke des Gesetzes“ und die besprochenen Worte: „daß der Mensch nicht durch den Glauben allein gerechtfertigt wird, (sondern auch durch die „Werke“); schon so zeigt es sich, daß Letzteres nicht Ersterem widerspricht. Da müssen wir das „und nicht durch den Glauben allein“ nun noch
B. in seinem Zusammenhange mit der ersten Behauptung von V. 24: „daß der Mensch durch die Werke gerechtfertigt wird“ betrachten. In diesen letzteren Worten wird uns, wie wir vorhin bereits erkannt haben, eine Rechtfertigung vorgehalten, bei welcher das Urtheil sich gründet auf die Werke und den Urheber derselben für einen Besitzer der Glaubensgerechtigkeit, also für gerechtfertigt durch den Glauben erklärt. Es ist das eine andere Rechtfertigung als die durch den Glauben; denn bei der letzteren gründet sich das Urtheil auf den Glauben und erklärt den Gläubigen für einen Besitzer der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, oder rechtfertigt ihn auf Grund des Glaubens, zwischen der Glaubensgerechtigkeit aber und der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, ist der Unterschied, daß die erste durch die gläubige Aufnahme der anderen und durch das darauf sich gründende rechtfertigende Urtheil entsteht, also Folge der Zurechnung der anderen ist. Nachdem nun Jakobus aus dem Exempel des Abraham den Schluß auf die eben beschriebene Rechtfertigung durch die Werke herbeigeführt und in aller Schärfe und Bestimmtheit ausgesprochen hat, muß er natürlich angeben, was aus diesem Schlusse für die Rechtfertigung durch den Glauben folgt. Der Zweck seiner Rede von der Rechtfertigung durch die Werke war ja nicht der, diese letztern zu beschreiben, sondern ging darauf hinaus, den faulen Christen das Vertrauen auf ihre Art vom Glauben zu nehmen. Was aber folgt aus dem Dasein der Rechtfertigung durch die Werke für die durch den Glauben? Etwa dies, daß der alleinige oder bloße Glaube nicht ausreichte zur Erlangung der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt? Unmöglich. Die nächste Folge ist die, daß die Rechtfertigung durch den Glauben nicht die einzige ist. Nur dies konnte Jakobus in dieser
English translation AI translation
142 James’s Doctrine of Justifying Faith.
but rather the proposition that a person is justified by faith, and it is placed after the word “faith” only because, of all the words, this one is indeed affected most by that qualification. Justification by faith is not the sole or only justification; that is the meaning of “and not by faith alone.” This
a. acknowledges that a person is justified by faith, and
b. by no means asserts that, in order to obtain the righteousness that avails before God, faith alone or mere faith in the righteousness of Christ is insufficient. For it is not speaking at all about what is required to obtain that righteousness, but only about the fact that justification by faith is not the only justification.
It scarcely needs to be added that the fear that, with the words “and not by faith alone,” James overturns Romans 3:28 is unfounded. One need only place Romans 3:28, “that a person is justified by faith apart from the works of the law,” alongside the words under discussion: “that a person is not justified by faith alone (but also by ‘works’)”; this alone shows that the latter does not contradict the former. We must therefore now consider “and not by faith alone”
B. in its connection with the first assertion of v. 24: “that a person is justified by works.” In these latter words, as we have already recognized above, we are presented with a justification in which the judgment is based on the works and declares their author to possess the righteousness of faith, and thus to be justified by faith. This is a different justification from justification by faith; for in the latter, the judgment is based on faith and declares the believer to possess the righteousness that avails before God, or justifies him on the basis of faith. But the difference between the righteousness of faith and the righteousness that avails before God is that the former comes into being through the believing reception of the latter and through the justifying judgment based upon it, and is therefore a consequence of the imputation of the latter. Now, after James has drawn from the example of Abraham the conclusion concerning the justification by works just described, and has expressed it with the utmost sharpness and precision, he must naturally indicate what follows from this conclusion for justification by faith. For the purpose of his discussion of justification by works was not to describe the latter, but rather to deprive lazy Christians of their confidence in their kind of faith. But what follows for justification by faith from the existence of justification by works? Perhaps that faith alone or mere faith was insufficient to obtain the righteousness that avails before God? Impossible. The immediate consequence is that justification by faith is not the only justification. This alone James could in this