Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 1, Nummer 1 › Seite 18

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Januar 1855, Seite 18

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Maria 3 · Papfttum 3

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18 Das neueste papistische Concil ꝛc.

des Vaters Schoß gekommen ist. Und darum verwahrt uns das Evangelium,
indem es sagt, daß der HErr selbst gesagt habe: ‚Weib, was habe ich mit
dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen.‘ Damit nicht manche
glauben möchten, daß die heilige Jungfrau einen größeren Vorzug habe,
nannte er sie ein Weib, gleichsam weissagend, was von den Sekten und
Ketzern auf Erden geschehen werde, damit nicht manche, die Heilige zu sehr bewundernd
, in diese Ketzerei und ihren Wahnsinn verfallen möchten. Denn die
ganze Sache ist ein Spottspiel, und eine Alte-Weiber-Fabel, daß ich so sage,
dieses ganze ketzerische Unterfangen. Welche Schrift aber hat davon berichtet?
Welcher unter den Propheten hat geboten, einen Menschen, oder gar ein Weib
anzubeten? Sie ist zwar ein ausgezeichnetes Gefäß, aber doch ein Weib, und
in nichts von Natur umgewandelt... Wenn er will, daß man
die Engel, wie vielmehr, daß man diejenige nicht anbete, welche von Anna
geboren, welche aus Joachim der Anna geschenkt, welche durch Gebet und
allerlei Eifer der Gottseligkeit nach der Verheißung ihrem Vater und ihrer
Mutter gegeben worden, nicht aber anders geboren worden ist,
als der Natur der Menschen zukommt, sondern wie alle
aus Mann und Weib... Vom Himmel kam Gott, das Wort, und
nahm Fleisch an aus der heiligen Jungfrau, aber nicht daß die Jungfrau
angebetet werde, auch nicht damit dieß sie zu Gott machte, nicht daß man in
ihrem Namen opfere, nicht daß es nach so vielen Jahrhunderten Weiber zu
Priestern und Opferern machte. Es gefiel Gott nicht, daß dieß in Salome,
nicht, daß dieß in Maria geschehe. Er gewährte ihr nicht, eine Taufe zu
geben, nicht, die Jünger zu segnen, er gebot ihr nicht, auf Erden zu herrschen.
Mögen solche Weiber sich von Jeremias zurechtweisen lassen und nicht die
Welt irre machen und nicht sagen: Wir ehren die Königin des
Himmels (Jer. 44, 17. ffg.).“ (Lib. 3. contra haeres. tom. 2. haer. 79.
p. 447.)

Weit entfernt nun, daß die Zeugnisse gegen die abgöttische Verehrung
und gegen die unbefleckte Empfängniß Mariens mit der Entstehung und
Ausbildung des Pabstthums in der christlichen Kirche alsobald verstummt sein
sollten, so steht die Sache vielmehr also, daß in den ersten sechs Jahrhunderten
von den Vätern der Sache in dieser Weise immer nur beiläufig und mit wenigen
Worten angedeutet wird, da es sich in diesen Zeiten von selbst verstand,
daß Maria eben deßwegen so selig zu preisen sei, weil sie obgleich eine Sünderin
empfangen und geboren, gewürdigt worden sei, Mutter des Sohnes
Gottes zu werden, während später, als mit dem Aufkommen des Pabstthums
mit seinen abgöttischen Gräueln Stimmen für die unbefleckte Empfängniß
laut wurden, sich alsbald der ernsteste Kampf dagegen erhob und nun die angesehensten
Kirchenlehrer diesen Irrthum weitläuftig und gründlich widerlegten.

Aus dieser Zeit bis zu der Periode der Scholastiker mögen zwei Zeugnisse
genügen, die noch immer herrschende Ueberzeugung in Betreff der heiligen
Jungfrau zu bezeichnen. So schreibt nehmlich erstlich Johannes Damas⸗

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18 The Newest Papist Council, etc.

...has come from the Father's bosom. And therefore the gospel guards us against this, in that it reports that the Lord Himself said: 'Woman, what have I to do with thee? Mine hour is not yet come.' So that not many might believe the holy Virgin had some greater privilege, He called her a woman — prophesying, as it were, what would happen among the sects and heretics on earth, so that not many, admiring the saint too much, might fall into this heresy and its madness. For the whole affair is a mockery, and — if I may say so — an old wives' tale, this whole heretical undertaking. But what Scripture has reported any such thing? Which of the prophets ever commanded that a man, or even a woman, be worshiped? She is indeed an excellent vessel, but still a woman, and in nothing transformed from her nature... If He does not will that the angels [be worshiped], how much less that she be worshiped who was born of Anna, who was given by Joachim to Anna, who through prayer and every kind of zeal for godliness was, according to the promise, given to her father and mother, and who was born in no other way than belongs to human nature, but, like everyone else, of man and woman... From heaven came God, the Word, and took flesh from the holy Virgin, but not so that the Virgin be worshiped, nor so that this made her God, nor that sacrifice be offered in her name, nor that, after so many centuries, women be made priests and offerers. It did not please God that this happen in Salome, nor that it happen in Mary. He did not grant her to administer baptism, nor to bless the disciples; He did not command her to rule on earth. Let such women be corrected by Jeremiah and not lead the world astray, and not say: We honor the Queen of Heaven (Jer. 44:17ff.)." (Lib. 3, Against Heresies, vol. 2, heresy 79, p. 447.)

Far from it, then, that the testimonies against idolatrous veneration and against the immaculate conception of Mary should have fallen silent as soon as the papacy arose and developed within the Christian Church — the matter stands rather thus: that in the first six centuries the point was only ever touched upon by the fathers in passing and in a few words, since in those times it was self-evident that Mary was to be praised as blessed precisely because she — though conceived and born a sinner — had been counted worthy to become the Mother of the Son of God; whereas later, when, with the rise of the papacy and its idolatrous abominations, voices for the immaculate conception grew loud, the most earnest struggle against it soon arose, and the most respected teachers of the Church refuted this error at length and thoroughly.

From this period down to the age of the scholastics, two testimonies may suffice to mark the still-prevailing conviction concerning the holy Virgin. Thus, first, John of Damas-