Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 4 › Seite 124

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — April 1864, Seite 124

97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128

⤓ Download page image (full resolution)

German transcription AI-corrected against the scan

⤓ Download .txt · copy text

124 Kirchlich-Zeitgeschichtliches.

seien, einige ihrer ehrgeizigen Pläne zu kreuzen, oder Neid (?) gegen solche, von denen sie meinten, daß sie ihnen im Wege stünden, hatten einen großen Antheil an der Veränderung ihres doctrinellen Standpunctes. Sie begannen eine systematische Verfolgung (?) der hervorstechendsten Männer der Generalsynode. Um ihre Pläne auszuführen, fingen sie an, um die Gunst der deutschen Symbolisten zu buhlen (?). Es gelang ihnen, zehnfältige Bitterkeit (?) zu dem Vorurtheil und Argwohn in den Herzen der Fremdlinge hinzuzufügen, bis denn endlich eine fast unübersteigliche Kluft zwischen der fremdländischen hochkirchlichen Partei und unserer Generalsynode befestigt zu sein scheint.“ — So weit die Correspondenz. Da muß denn freilich der „Observer“ die große Klage anstimmen und die weise Bemerkung machen: „Was für unzählige Uebel sind aus der Entfremdung zwischen den europäischen und americanischen Lutheranern entstanden! Jeder Lutheraner dieses Landes sollte sich bemüht haben, unsere ausländischen Brüder der Generalsynode zuzuführen, ihnen zeigend, daß das reine, geistliche Lutherthum dieses Landes so viel besser sei, denn der in Leder gebundene Symbolismus des bayerischen Autokraten, als unsere politischen Institutionen besser sind, denn die des alten Vaterlandes. Aber statt dieses Werks der Liebe haben unsere bethörten Symbolisten die Vorurtheile der Fremden verstärkt, indem sie ihnen sagen, daß das Lutherthum der Generalsynode ein Pseudo-Lutherthum sei.“ Gerade, als hätten diese das nicht längst gewußt!

E.

Friedensvorschläge des „Observer“ an seine Partei und an die des „Missionary and Lutheran“. Der „Observer“ meint in seiner Nummer vom 26. Februar: Da das Ende des Streits, wie er bisher von beiden Parteien geführt worden, nicht abzusehen, auch keine Wahrscheinlichkeit sei, daß er bessere Erfolge haben werde, wie bisher, so sollten die Führer der beiderseitigen Streitkräfte einhalten und folgende Vorschläge erwägen: „1) Wenn es bei der gegenwärtigen Lage der Dinge möglich ist, so schließe man einen unbedingten Waffenstillstand auf funfzehn Jahre. Man lasse wenigstens den älteren Theil der Prediger und Laien, deren Herzen durch diese aufregenden Streitigkeiten genug mit Vorurtheilen und Verwirrung angefüllt worden sind, in Frieden zu ihrer Ruhe eingehen, und lasse diejenigen, die ihre Nachfolger werden sollen, mit dem Streit unverworren, so daß sie über die Bestimmung des künftigen Charakters der Kirche ein unparteiisches Urtheil fällen mögen. 2) Angenommen, daß dieser Vorschlag nicht ausgeführt werden könnte, so nehme man einen bestimmten Plan der Erörterung an. Man lasse die streitigen Fragen genau feststellen, lasse die genannt und gekannt werden, die auf dem Kampfplatz erscheinen sollen, und lasse die heil. Schrift allein als den Prüfstein der Wahrheit anerkannt werden“ (als ob Lutheraner das erst anerkennen müßten und nicht, eben weil sie Lutheraner sind, längst anerkannt hätten). „Laßt die symbolischen Bücher oder die Väter der Kirche von den Parteien auch nicht einmal genannt werden“ (als ob dies aus dem Vorhergehenden folgte). „Laßt diese reichlich strömenden Quellen des Stolzes und Vorurtheils, mit all ihrem verblendenden Einfluß, unberührt (sic!). Laßt Luther und Melanchthon beiseite, während alle darauf horchen, was Jesus Christus und die Apostel sagen. Laßt die Geschichte der Kirche und ihren gegenwärtigen Glauben ganz ausgeschlossen sein, und bei jedem Punct frage man nur, was nach Gottes Wort die Wahrheit sei. 3) Ist aber die Stellung und Stimmung der Parteien eine solche, daß sie sich über einen Plan der Erörterung nicht vereinigen können, so trenne man sich. Einigkeit kann nie erzwungen werden; Feindseligkeit wird oft schwächer, wenn sie anerkannt wird. Können wir nicht einig sein als Brüder derselben religiösen Gemeinschaft, so laßt uns wenigstens einander genugsam achten, um die Differenzen zwischen uns zu bestimmen und demgemäß zu einander in diejenigen Verhältnisse treten, die dieselben nach sich ziehen. Der schlimmste Stand der Dinge ist und die schlimmsten Tendenzen bringt es mit sich, wenn zwischen Parteien weder das gegenseitige Vertrauen von Freunden, noch das gegenseitige Sich-tragen von Feinden herrscht.“ — Aus diesen Vorschlägen dürfte deutlich zu ersehen sein, in welcher peinlichen Lage sich bereits die Männer der „Observer“-Partei befinden. E.

„Der Reformirte Wächter.“ Dies ist der Titel einer theologischen Vierteljahrs-Schrift, welche, herausgegeben von dem „deutschen ev.-ref. Buch-Verein“, in Cleveland, O., erscheint. An der Spitze des Unternehmens scheint der Herausgeber

English translation AI translation

⤓ Download .txt · copy text

124 Church and Contemporary History.

—of the instruments to thwart some of their ambitious plans, or envy (?) toward those whom they thought stood in their way, had a great share in the change of their doctrinal standpoint. They began a systematic persecution (?) of the most prominent men of the General Synod. To carry out their plans, they began courting the favor of the German symbolists (?). They succeeded in adding a tenfold bitterness (?) to the prejudice and suspicion in the hearts of the strangers, until at last an almost insurmountable gulf between the foreign high-church party and our General Synod seems to have become fixed." — So much for the correspondence. At this the "Observer" must, to be sure, raise its great lament and make the wise remark: "What countless evils have arisen from the estrangement between the European and American Lutherans! Every Lutheran of this country should have taken pains to bring our foreign brethren over to the General Synod, showing them that the pure, spiritual Lutheranism of this country is so much better than the leather-bound symbolism of the Bavarian autocrat, just as our political institutions are better than those of the old fatherland. But instead of this work of love, our befuddled symbolists have strengthened the prejudices of the strangers by telling them that the Lutheranism of the General Synod is a pseudo-Lutheranism." Just as though these people had not long since known that!

E.

Peace Proposals of the "Observer" to Its Own Party and to That of the "Missionary and Lutheran". The "Observer" states in its number of February 26: since the end of the conflict, as it has hitherto been waged by both parties, is not in sight, nor is there any likelihood that it will meet with better success than heretofore, the leaders of the two contending forces ought to call a halt and weigh the following proposals: "1) If it be possible under the present state of affairs, let an unconditional truce be concluded for fifteen years. Let at least the older part of the ministers and laity, whose hearts have been filled quite enough with prejudice and confusion by these agitating controversies, go to their rest in peace, and let those who are to be their successors remain unentangled by the dispute, so that they may pass an impartial judgment on the determination of the future character of the church. 2) Supposing this proposal cannot be carried out, let a definite plan of discussion be adopted. Let the disputed questions be precisely fixed, let those be named and made known who are to appear on the field of battle, and let the Holy Scripture alone be acknowledged as the touchstone of truth" (as if Lutherans had first to acknowledge this, and had not, simply because they are Lutherans, long since acknowledged it). "Let the symbolical books or the fathers of the church not even once be named by the parties" (as if this followed from what precedes). "Let these richly flowing sources of pride and prejudice, with all their blinding influence, remain untouched (sic!). Let Luther and Melanchthon be set aside, while all listen only to what Jesus Christ and the apostles say. Let the history of the church and its present-day belief be wholly excluded, and at every point let the only question asked be what, according to God's Word, is the truth. 3) But if the position and temper of the parties be such that they cannot agree upon a plan of discussion, then let them separate. Unity can never be forced; hostility often grows weaker when it is acknowledged. If we cannot be united as brothers of the same religious fellowship, then let us at least respect one another enough to determine the differences between us, and accordingly enter into such relations toward one another as those differences entail. The worst state of things, and the one that brings with it the worst tendencies, is when between parties there reigns neither the mutual trust of friends nor the mutual forbearance of enemies." — From these proposals it may plainly be seen in how painful a position the men of the "Observer" party already find themselves. E.

"The Reformed Watchman." This is the title of a theological quarterly which, published by the "German Ev. Ref. Book Society," appears in Cleveland, O. At the head of the enterprise the editor appears