Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 10 › Seite 297

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — October 1860, Seite 297

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Taufe

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Alte Zeugnisse wider neue Irrthümer in Betreff der Wirkung ꝛc.                                                    297

Johann Paul Hebenstreit (Prof. zu Jena, gest. 1719): „Wenn ich in der Thesis gelehrt habe, daß die im strictesten und eigentlichsten Sinne sogenannte Wiedergeburt diejenige Handlung ist, vermöge welcher Gott zuerst dem nicht⸗glaubenden und in Sünden völlig todten Menschen den rechtfertigenden Glauben wirksam mittheilt, so habe ich eben damit angedeutet, daß erwachsene Menschen durch das Wort ohne Taufe eigentlich zu reden wiedergeboren werden können und daß daher die eigentlichst⸗sogenannte Wiedergeburt von doppelter Art sei: die eine, vermöge welcher der Glaube (nehmlich in den Erwachsenen) zuerst durch das bloße gelesene oder gehörte Wort ohne die Taufe angezündet wird; die andere, vermöge welcher der Glaube zuerst durch die Taufe (nehmlich in den Kindern) erzeugt wird. ... Dagegen wendet man erstlich ein: Wenn die Erwachsenen vermittelst des Wortes ohne die Taufe wahrhaft wiedergeboren werden können, so folge daraus etwas Ungereimtes und ein den Worten Christi Joh. 3, 5. (Es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen) entgegengesetztes Dogma, daß nehmlich ein Mensch, welcher nicht getauft ist, selig werden könne. Es ist aber dieses Dogma (wenn es in dem Sinne verstanden wird, in welchem es aus jener unserer Behauptung fließt, daß Erwachsene vermittelst des Wortes ohne Taufe wahrhaft wiedergeboren werden können) keineswegs ungereimt, noch ist es dem angeführten Ausspruch des Heilandes entgegen. Man behauptet nehmlich weder etwas Ungereimtes, noch redet man wider Christi Worte und Einsetzung, wenn man sagt, daß ein erwachsener Mensch, welcher zwar bekehrt ist und den wahren, das Verdienst Christi ergreifenden Glauben hat, auch die Absicht hatte die Taufe zu empfangen, aber, vom Tode übereilt, seines Wunsches nicht theilhaftig werden und die Taufe nicht erlangen konnte, auf außerordentlichem Heilswege selig werde. Denn jeder wer an den Sohn Gottes glaubt, geht nicht verloren, sondern hat das ewige Leben, Joh. 3, 16. Auch verdammt nicht die Ermangelung, sondern die Verachtung des Sacraments. Es widersprechen aber auch unserem Dogma die Worte des Heilandes nicht, die aus Joh. 3, 5. in dem Einwurf angezogen werden. Denn diese sind nur von dem ordentlichen Wege der Seligkeit anzunehmen und sofern sie die ungetauften Erwachsenen von dem Himmelreich ausschließen, betreffen sie insonderheit die gottlosen Verächter der Taufe. Daher spricht Augustinus über die Seligkeit gewisser Erwachsener, welche zur Zeit des Neuen Testamentes das Sacrament der Taufe nicht empfingen, offenbar dieselbe Meinung aus, wenn er De Civitate Dei B. 13. Cap. 7. schreibt: „„Allen, welche, auch ohne das Bad der Wiedergeburt empfangen zu haben, um des Bekenntnisses Christi willen sterben, gilt es zur Vergebung der Sünden ebensoviel, als ob sie durch den heiligen Quell der Taufe abgewaschen würden. Denn derjenige, welcher gesagt hat: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde aus dem Wasser und Geist, so wird er nicht in das Reich Gottes eingehen, hat durch einen anderen Ausspruch jene ausgenommen, wo er nicht weniger allgemein gesagt hat: Wer mich bekennt vor

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Old Testimonies against New Errors concerning the Working etc.                                                    297

Johann Paul Hebenstreit (professor at Jena, died 1719): "When I taught in the thesis that regeneration, in the strictest and most proper sense so called, is that act by which God first effectually imparts justifying faith to a person who does not yet believe and is wholly dead in sins, I thereby indicated that adult persons can, properly speaking, be born again through the Word without baptism, and that therefore regeneration, in the most properly so-called sense, is of a twofold kind: the one, by which faith (namely in adults) is first kindled through the mere read or heard Word without baptism; the other, by which faith is first produced through baptism (namely in children). ... Against this the first objection is made: if adults can be truly born again by means of the Word without baptism, then something absurd follows, a dogma opposed to Christ's own words, John 3:5 (Except a man be born of water and the Spirit, he cannot enter into the kingdom of God) — namely, that a man who is not baptized could be saved. But this dogma (understood in the sense in which it flows from our assertion, that adults can be truly born again by means of the Word without baptism) is by no means absurd, nor is it contrary to the stated saying of the Savior. For one asserts neither anything absurd nor speaks against Christ's words and institution when one says that an adult person who is indeed converted and has the true faith that lays hold of Christ's merit, and who also had the intention of receiving baptism, but, overtaken by death, could not attain his wish and could not receive baptism, is saved by an extraordinary way of salvation. For whoever believes in the Son of God does not perish, but has eternal life, John 3:16. Also, it is not the lack but the contempt of the sacrament that condemns. Nor do the Savior's words cited from John 3:5 in the objection contradict our dogma. For these are to be understood only of the ordinary way of salvation, and insofar as they exclude unbaptized adults from the kingdom of heaven, they concern especially the godless despisers of baptism. Hence Augustine, speaking of the salvation of certain adults who did not receive the sacrament of baptism in New Testament times, evidently expresses the same opinion when he writes, in The City of God, Book 13, ch. 7: "For all who, even without having received the bath of regeneration, die for the confession of Christ, it avails as much for the forgiveness of sins as if they had been washed by the holy fountain of baptism. For he who said: Except a man be born again of water and the Spirit, he shall not enter the kingdom of God, has by another saying made exception of those of whom he said no less universally: Whoever confesses me before