Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 50, Nummer 4 › Seite 154
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — April 1904, Seite 154
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl · Giaube · Gnade 3 · Synoden
15⁴4 Schriftbeweis für die lutheriſche Lehre vom heiligen Abendmahl.
dieſen Bericht unmittelbar von dem HErrn, durch eine Offenbarung IEſu
Chriſti, empfangen habe. Dem ſteht auch die Präpoſition àn keineswegs
im Wege. Wir finden ſie auch ſonſt im Neuen Teſtament ſo gebraucht, daß
ſie die Perſon einführt, von der eine Mittheilung unmittelbar herkommt.
So ſchreibt z. B. der Apoſtel Johannes (1 Joh. 1, 5.): „Und das iſt die
Verkündigung, die wir von ihm ( ½τd) gehört haben und euch verkün⸗
digen.“ Der Apoſtel Paulus ſchreibt an die Coloſſer (Col. 1, 7.): „Wie
ihr denn gelernet habt von Epaphra“ (νον τνερhα4). In dieſen Stellen
handelt es ſich unwiderſprechlich um unmittelbare Mittheilung, und dieſes
Verhältniß wird durch / ausgedrückt.
Paulus hat den Bericht von der Einſetzung des Abendmahls nicht von
den andern, von den älteren Apoſteln überliefert bekommen, ſondern er hat
ihn vom HErrn ſelbſt empfangen. Es liegt uns hier der Bericht des auf⸗
erſtandenen und verklärten Chriſtus ſelbſt über ſeine Stiftung vor. „Darin
beſteht die höchſte Autorität des pauliniſchen Zeugniſſes“, ſo ſchreibt Chem—
nitz, „daß er die Beſchreibung der Einſetzung nicht von den übrigen Apoſteln
genommen hat, ſo daß er nach ſeiner apoſtoliſchen Autorität einige Worte
verändert, umſtellt und erklärt hätte, ſondern der Sohn Gottes ſelbſt hat
nach ſeiner Auffahrt in die Herrlichkeit die Einſetzung des Abendmahls dem
Paulus überliefert, daß er zugleich ſowohl durch Wiederholung einiger Worte
als auch durch Veränderung, Umſtellung und Erklärung anderer zeigte, wie
er ſie erklärt und verſtanden haben wollte.“ ) „Dieſe Berufung auf eine
von Chriſto unmittelbar empfangene Belehrung“, ſo ſchreibt Ströbel
(„Zeitſchrift für d. geſ. luth. Theologie u. Kirche“, Jahrg. 3, S. 117),
„die dem Apoſtel erſt zu einer Zeit zu Theil geworden, wo das Abendmahl
ſchon längſt unter den Chriſten bekannt und im Gebrauch war, und zwar nach
dem einfachen Wortlaut der Einſetzung, iſt für unſern Zweck nicht ohne Be⸗
deutung. Wären die urſprünglichen Worte nicht eigentlich, ſondern bildlich
zu verſtehen, ſo würde der HErr gewiß nicht unterlaſſen haben, zur Berich⸗
tigung des bisherigen Mißverſtändniſſes, ſeine wirkliche Meinung dem Pau⸗
lus klar und beſtimmt zu offenbaren. Statt deſſen finden wir hier faſt nur eine
buchſtäbliche Wiederholung der ſchon aus den Evangeliſten bekannten Rede
und nicht die leiſeſte Andeutung von einem bildlichen Verſtändniſſe derſelben.
Sollten wir denn nicht mißtrauiſch gegen eine Lehre, wie die reformirte, wer⸗
den, wenn ſich von derſelben weder in des Erlöſers noch in ſeiner Jünger Aus⸗
ſprüchen eine Spur findet?“ G. M.
(Fortſetzung folgt.)
1) „Illa vero summa est autoritas Paulini testimonii, quod descriptionem
institutionis non sumsit a reliquis apostolis, ita ut apostolica sua autoritate
verba quaedam permutaret, transponeret et declararet. Sed ipse Filius Dei
post ascensionem in gloria, institutionem cçoenae suae repetito, ita tradidit
Paulo, ut simul vel repetitione eorundem verborum, vel permutatione, trans-
positione et declaratione quorundam verborum ostenderet, quomodo vellet
eam explicari et intelligi.“ (L. C., p. 43 sg.)
English translation
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