Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 50, Nummer 4 › Seite 160
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — April 1904, Seite 160
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German transcription machine transcription, uncorrected
Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl · Bibel. —Altes Teſtament 4 · Bibel.—Lesart 15 · Glaube · Glaube 20 · Gnade 3 · Synoden
160 Die neuere Pentateuchkritik.
Und es mag dieſen bedeutſamen Namen Dan, das heißt, Gott richtet,
Gen. 30, 6., eben wegen des hier errungenen wichtigen und folgenſchweren
Sieges Abrahams erhalten haben.
So läßt ſich alſo auch für dieſe Stelle wohl eine Erklärung finden, deren
Möglichkeit, ja, Wahrſcheinlichkeit nicht beſtritten werden kann. Es ſei aber
auch darauf hingewieſen, daß, obwohl der altteſtamentliche Text im Großen
und Ganzen ohne abſichtliche Veränderung Seitens der Abſchreiber auf uns
gekommen iſt, doch hin und wieder in den Abſchriften ſolche Correcturen
mögen vorgenommen worden ſein. Deshalb hat Green zu unſerer Stelle
noch folgende Bemerkung gemacht: „If the Dan of later times is here
meant, the strong probability is that the older name was in the
original text, and in the course of transcription oneé more familiar
was substituted for it. The proofs of Mosaic authorship are too
numerous and strong to be outweighed by aà triviality like this.
Critics whose hypothesis requires the assumptionſof textual changes
of the most serious nature cannot consistently deny that there may
be occasion for aà slight correction here.“'1) Wir können jetzt nicht
weiter auf dieſen Punkt eingehen. Daß aber im neuteſtamentlichen Text
wiederholt ſolche geographiſche Correcturen vorgenommen worden ſind, iſt
bekannt genug. Wir erinnern nur an die verſchiedenen Lesarten Bupari
und Bu afaαα, Joh. 1, 28. — In ähnlicher Weiſe laſſen ſich nun auch andere
geographiſche Beſtimmungen, die gegen Moſes als Verfaſſer des Pentateuchs
ſprechen ſollen, erklären, z. B. Gen. 22, 14., wo die Worte: „Auf dem Berge,
da der HErr ſiehet“, s hn Wa, eine Anſpielung auf den ſpäteren
Tempel auf dem Berge Moria ſein ſollen; ferner Gen. 40, 15., wo die
Worte Joſephs: „Ich bin aus dem Lande der Ebräer heimlich geſtohlen“
das Wohnen Iſraels in Canaan vorausſetzen ſollen ꝛc., und ähnliche Stellen.
Aber es ſoll im Pentateuch auch hiſtoriſche Ausſagen geben, die
deutlich aus nachmoſaiſcher Zeit ſtammen, die Moſes alſo nicht geſchrieben
haben könne. Als ein Hauptbeweis für dieſe Annahme wird gewöhnlich
Gen. 36, 31. angeführt: „Die Könige aber, die im Lande Edom regieret
haben, ehe denn die Kinder Iſrael Könige hatten, ſind dieſe.“
Strack bemerkt dazu: „Hier iſt Königsherrſchaft in Iſrael vorausgeſetzt“,?)
und König freut ſich jedenfalls, daß er bei dieſer Stelle auch Luther unter
die Kritiker meint einreihen zu können.?) Luther ſagt nämlich in ſeinem
Geneſiscommentar zu den eben angeführten Worten: „Es wird aber ge⸗
fragt: Ob dieſe Fürſten oder Könige vor oder nach Moſe geweſen ſind?
Wo ſie nach Moſe geweſen ſind, ſo hat er dieſes ja nicht ſchreiben
können, ſondern dieſen Zuſatz hat ein anderer gemacht, wie das letzte
Stück iſt im fünften Buch Moſe. Denn er hat ja von ſich ſelber nicht geſagt
1) „The Unity of the Book of Genesis'“, p. 202.
2) Einleitung, S. 26. 3) „Theologiſches Literaturblatt“, 16, S. 570.
English translation
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