Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 50, Nummer 4 › Seite 152
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — April 1904, Seite 152
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl · Abendmahl—Einſetzungsworte 6 · Abendmahl—Einſetzungsworte 7 · Gnade 3 · Synoden
152 Schriftbeweis für die lutheriſche Lehre vom heiligen Abendmahl.
holungen ihre wahre, gewiſſe und genuine Erklärung und Auslegung habe
zeigen, überliefern und beſtätigen wollen.“1)
Wir ſehen uns nun die Worte der Einſetzung etwas genauer an, und
zwar legen wir dabei den Bericht des Paulus 1 Cor. 11, 23. ff. zu Grunde.
Dieſer Bericht iſt ja der ausführlichſte, er iſt auch der erſte und älteſte unter
dieſen vier Berichten, der zuerſt aufgezeichnet iſt. Wir werden aber in unſere
Betrachtung immer die drei andern Berichte mit hineinziehen und ſehen, wo
und wie ſie von dieſem Bericht abweichen. So beginnt nun Paulus ſeinen
Bericht: „Ich habe es von dem HErrn empfangen, das ich
euch gegeben habe.“ (V. 23.) Im Griechiſchen ſteht noch ein ⁴ dabei.
Die Partikel 74% zeigt bekanntlich an, daß das Nachfolgende Begründung
und Erklärung des Vorhergehenden iſt. In den vorhergehenden Verſen hat
der Apoſtel den Corinthern erklärt, daß er ihre Verſammlungen nicht loben
könne, ſondern tadeln müſſe, weil ihr Zuſammenkommen, das heißt, ihre
gottesdienſtlichen Verſammlungen, häufig der Art ſeien, daß es nicht beſſer,
ſondern übler mit ihnen werde. Und als ein beſonderes Stück, welches er
bei ihren Verſammlungen nicht loben könne, nennt er dieſes: „Wenn ihr
nun zuſammenkommt, ſo hält man da nicht des HErrn Abendmahl. Denn
ſo man das Abendmahl halten ſoll, nimmt ein jeglicher ſein Eigenes vorhin,
und einer iſt hungrig, der andere iſt trunken.“ (V. 20. 21.) Das Abend⸗
mahl werde in ihren gottesdienſtlichen Verſammlungen nicht ſo gefeiert, wie
es gefeiert werden ſolle. Das könne er, der Apoſtel, nicht loben. Das ſei
auch keineswegs einerlei. Die chriſtliche Gemeinde habe kein Recht, hier
etwas zu thun nach ihrem Belieben. Das Abendmahl ſei keine kirchliche
Stiftung, ſondern vom HErrn eingeſetzt. „Denn“, ſo ſagt er, „ich habe es
von dem HErrn empfangen, das ich euch gegeben habe.“
Vom HErrn hat der Apoſtel es empfangen. Gleich im Anfang hält
er es ihnen vor, daß das, was er ihnen ſchon längſt gegeben und überliefert
hat und woran er ſie nun aufs neue erinnert, nicht ſeine oder der Kirche,
ſondern des HErrn Stiftung und Wort ſei. Der Apoſtel hat es von dem
HErrn empfangen, damit will er ſagen, daß ihm die Einſetzung des Abend⸗
mahls vom HErrn ſelbſt durch eine beſondere Offenbarung übermittelt ſei.
Die meiſten neueren Ausleger verneinen das, daß der Apoſtel hier anzeigen
wolle, daß ihm die Einſetzung des Abendmahls unmittelbar vom HErrn
geoffenbart ſei. Sie berufen ſich dabei beſonders auf die Bedeutung der
Präpoſition . Hätte der Apoſtel ſagen wollen, daß er ſeinen Bericht über
die Einſetzung des Abendmahls unmittelbar vom HErrn empfangen habe,
1) „Ipsae repetitiones institutionis coëenae manifeste ostendunt, qua de
causa et quo consilio a Spiritu sancto in scripturis sint consignatae. Verba
enim ita sunt posita, ut vel repetitione vel commutatione vel additione
ostendant, Spiritum sanctum voluisse in his ipsis repetitionibus monstrare,
tradereé et conflrmare veram, certam et genuinam interpretationem et sen-
tentiam.““ (I. C., P. 33.)
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