Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 50, Nummer 4 › Seite 159

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — April 1904, Seite 159

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl · Bibel. —Altes Teſtament 4 · Glaube · Glaube 20 · Gnade 3 · Synoden

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Die neuere Pentateuchkritik. 159

Joſ. 19, 47. und Richt. 18, 29. genannten Dan⸗Leſem oder Lais iſt keines⸗
wegs über allen Zweifel erhaben, wenn auch König behauptet: „An der
Identität jenes Dan (Gen. 14, 14. Deut. 34, 1.) mit dem ſpäter berühmten
zu zweifeln, erlaubt die einfache Nennung des Namens nicht.“n) Es iſt
freilich auffallend, daß zwei, und zwar in derſelben Gegend, im nördlichſten
Paläſtina, gelegene Orte denſelben Namen führen, aber doch nicht unmög⸗
lich, auch nicht unerhört. Thatſache iſt z. B., daß es zwei Orte Bethſaida
in der Umgebung des Sees Genezareth gab, eins am weſtlichen Ufer des
Sees, und eins oberhalb der Einmündung des Jordan in den See, auf dem
öſtlichen Flußufer gelegen.) Und die Möglichkeit, daß es zwei Ortſchaften
des Namens Dan gegeben hat, wird dadurch zur Wahrſcheinlichkeit, daß es
in dem Bericht von der Volkszählung Davids, 2 Sam. 24, 6., heißt: „Und
(Joab und die Hauptleute des Heers) kamen gen Gilead und ins Niederland
Hadſi und kamen gen Dan-Jaan und um Zidon her.“ Nie wird Dan⸗
Lais mit dieſem Beinamen Jaan bezeichnet, und dieſer nur hier vorkommende
Beiname Jaan iſt um ſo auffallender, da das bekannte und berühmte Dan⸗
Lais zweimal in eben dieſem Capitel mit ſeinem einfachen und gewöhnlichen
Namen Dan erwähnt wird, 2 Sam. 24, 2. 15. Iſt da wirklich die An⸗
nahme Hengſtenbergs, Keils, Greens und anderer Apologeten ſo unwahr⸗
ſcheinlich, daß hier gerade durch den Beinamen Jaan eine zweite Stadt Dan
von der bekannten Stadt Dan⸗Lais unterſchieden werden ſoll, an die jeder⸗
mann dachte, wenn er den Namen hörte? Daß man das Wort Jaan bisher
noch nicht hat befriedigend erklären können, ändert daran nichts; vielleicht
hat Keil recht mit ſeiner Vermuthung, daß es von einem ſemitiſchen Wort,
das „niedrig ſein“ heißt, abzuleiten iſt, was zu dem dicht dabei ſtehenden
Ausdruck „Niederland“ paſſen würde, obwohl auch dieſer Ausdruck noch
dunkel iſt. Und noch ein Moment ſpricht dafür, das im Pentateuch er⸗
wähnte Dan nicht mit dem bekannten Dan⸗Lais zu identificiren, ſondern
vielmehr mit dem ebenerwähnten Dan⸗Jaan. Dan⸗Lais lag nach Richt. 18,
28. f. im Thale von Beth⸗Rehob, und der bekannte Geograph Paläſtinas
Edward Robinſon hat durch genaue Unterſuchungen an Ort und Stelle feſt⸗
geſtellt, daß es dort an der mittleren Jordansquelle lag, an keiner der beiden
Straßen, die vom Jordanthale aus nach Damaskus führen. Die vier Könige
aber, die Abraham laut Gen. 14, 14. von Dan aus verfolgte, flohen nach
Damaskus hin, V. 15. Wir werden darum dieſes Dan, das nach Deut. 34, 1.
zu Gilead gehörte, mit dem 2 Sam. 24, 6. genannten Dan⸗Jaan, das dort
auch in Verbindung mit Gilead erwähnt wird, identificiren dürfen, und
haben es im nördlichen Peräa, ſüdweſtlich von Damaskus, zu ſuchen.“)

1) Einleitung, S. 160.

2) Meuſel „Kirchliches Handlexikon“; Winer, „Bibliſches Realwörterbuch“ sub
verbo.

3) Keil, „Bibliſcher Kommentar über Geneſis und Exodus“. Zweite Auflage,

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