# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1904_S154 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) 15⁴4 Schriftbeweis für die lutheriſche Lehre vom heiligen Abendmahl. dieſen Bericht unmittelbar von dem HErrn, durch eine Offenbarung IEſu Chriſti, empfangen habe. Dem ſteht auch die Präpoſition àn keineswegs im Wege. Wir finden ſie auch ſonſt im Neuen Teſtament ſo gebraucht, daß ſie die Perſon einführt, von der eine Mittheilung unmittelbar herkommt. So ſchreibt z. B. der Apoſtel Johannes (1 Joh. 1, 5.): „Und das iſt die Verkündigung, die wir von ihm ( ½τd) gehört haben und euch verkün⸗ digen.“ Der Apoſtel Paulus ſchreibt an die Coloſſer (Col. 1, 7.): „Wie ihr denn gelernet habt von Epaphra“ (νον τνερhα4). In dieſen Stellen handelt es ſich unwiderſprechlich um unmittelbare Mittheilung, und dieſes Verhältniß wird durch / ausgedrückt. Paulus hat den Bericht von der Einſetzung des Abendmahls nicht von den andern, von den älteren Apoſteln überliefert bekommen, ſondern er hat ihn vom HErrn ſelbſt empfangen. Es liegt uns hier der Bericht des auf⸗ erſtandenen und verklärten Chriſtus ſelbſt über ſeine Stiftung vor. „Darin beſteht die höchſte Autorität des pauliniſchen Zeugniſſes“, ſo ſchreibt Chem— nitz, „daß er die Beſchreibung der Einſetzung nicht von den übrigen Apoſteln genommen hat, ſo daß er nach ſeiner apoſtoliſchen Autorität einige Worte verändert, umſtellt und erklärt hätte, ſondern der Sohn Gottes ſelbſt hat nach ſeiner Auffahrt in die Herrlichkeit die Einſetzung des Abendmahls dem Paulus überliefert, daß er zugleich ſowohl durch Wiederholung einiger Worte als auch durch Veränderung, Umſtellung und Erklärung anderer zeigte, wie er ſie erklärt und verſtanden haben wollte.“ ) „Dieſe Berufung auf eine von Chriſto unmittelbar empfangene Belehrung“, ſo ſchreibt Ströbel („Zeitſchrift für d. geſ. luth. Theologie u. Kirche“, Jahrg. 3, S. 117), „die dem Apoſtel erſt zu einer Zeit zu Theil geworden, wo das Abendmahl ſchon längſt unter den Chriſten bekannt und im Gebrauch war, und zwar nach dem einfachen Wortlaut der Einſetzung, iſt für unſern Zweck nicht ohne Be⸗ deutung. Wären die urſprünglichen Worte nicht eigentlich, ſondern bildlich zu verſtehen, ſo würde der HErr gewiß nicht unterlaſſen haben, zur Berich⸗ tigung des bisherigen Mißverſtändniſſes, ſeine wirkliche Meinung dem Pau⸗ lus klar und beſtimmt zu offenbaren. Statt deſſen finden wir hier faſt nur eine buchſtäbliche Wiederholung der ſchon aus den Evangeliſten bekannten Rede und nicht die leiſeſte Andeutung von einem bildlichen Verſtändniſſe derſelben. Sollten wir denn nicht mißtrauiſch gegen eine Lehre, wie die reformirte, wer⸗ den, wenn ſich von derſelben weder in des Erlöſers noch in ſeiner Jünger Aus⸗ ſprüchen eine Spur findet?“ G. M. (Fortſetzung folgt.) 1) „Illa vero summa est autoritas Paulini testimonii, quod descriptionem institutionis non sumsit a reliquis apostolis, ita ut apostolica sua autoritate verba quaedam permutaret, transponeret et declararet. Sed ipse Filius Dei post ascensionem in gloria, institutionem cçoenae suae repetito, ita tradidit Paulo, ut simul vel repetitione eorundem verborum, vel permutatione, trans- positione et declaratione quorundam verborum ostenderet, quomodo vellet eam explicari et intelligi.“ (L. C., p. 43 sg.)