Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 50, Nummer 4 › Seite 153

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — April 1904, Seite 153

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl · Abendmahl—Einſetzungsworte 6 · Gnade 3 · Synoden

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Schriftbeweis für die lutheriſche Lehre vom heiligen Abendmahl. 153

ſo hätte er nicht πον οο οοιονο, ſöndern vielmehr αοα vο- vοοραεανσ ſchreiben
müſſen. Paulus wolle vielmehr ſagen, daß er dieſen Bericht überkommen
habe als einen vom HErrn herſtammenden, als Gottes Wort, und ihn alſo
auch den Corinthern überliefert habe. Er habe dieſen Bericht, als einen vom
HErrn ſelbſt herkommenden, eben erhalten durch die erſten Jünger, durch die
andern Apoſtel, durch die Augen⸗ und Ohrenzeugen der erſten Einſetzung.
Es handele ſich hier nicht um unmittelbare Mittheilung, ſondern um mittel—
bare. So ſchreibt z. B. v. Hofmann: „Die mit rapsahaugdue am leich-
teſten ſich verbindende Präpoſition iſt ½, und ihrer mußte der Apoſtel ſich
bedienen, wenn er ſagen wollte, der HErr habe ihm das, wovon die Rede
iſt, unmittelbar zu wiſſen gethan, wie ein Lehrer dem Schüler.“ („Die heil.
Schrift d. N. T.“ II, 2, S. 246.) Und Nebe faßt das Reſultat ſeiner
Ausführung in dieſe Worte zuſammen: „Nicht unmittelbar aus dem Munde
des HErrn ſelbſt hat Paulus die Einſetzungsworte, ſondern er hat ſie von
ſolchen, welche ſie aus dem Munde des HErrn gehört haben, er hat ſie aus
einer reinen, ſicheren Quelle, aus einer Tradition, welche direct auf den
HErrn JEſus ſelbſt zurückgeht.“ („Die epiſtol. Perik.“ II, S. 262.) Nun,
es iſt zwar wahr, daß Paulus, wenn er ſonſt das Wort asadunfuee, ge-
braucht und dabei angibt, von wem man etwas empfangen hat, dieſes durch
die Präpoſition ⁴πìα ausdrückt. (Gal. 1, 12. 1 Theſſ. 2, 13. 4, 1. 2 Theſſ.
3, 6.) Es iſt wahr, daß auch ſonſt im Neuen Teſtament vielfach die Präpo⸗
ſition vayn gebraucht wird, um darzuthun, daß jemand etwas unmittelbar
von einem andern gehört, gelernt und empfangen hat. So finden wir die
Ausdrücke ννσαν ποφρμ τενσσ (Apoſt. 10, 22. Joh. 6, 45. 8, 40.), garnνeen
rahι rνιυα4(2 Tim. 3, 14.) und ⁴νρn˙ι⁰¹eeν rapſi vuοε (Joh. 10, 18.). Aber
dennoch paßt die Erklärung der neueren Exegeten gar nicht in den Zuſammen⸗
hang der Stelle hinein. Es wäre doch ſonderbar, wenn der Apoſtel das hier
beſonders betonen ſollte, daß er den Bericht über das heilige Abendmahl
überkommen habe als einen vom HErrn ſelbſt herſtammenden, als ein Wort
des HErrn. Das war den Corinthern allen wohl bekannt, daran zweifelte
niemand. Dazu kommt, daß der Apoſtel hier mit beſonderem Nachdruck
gerade ſeine Perſon hervorhebt. Er ſetzt das Wort σ hinzu, und zwar
ſtellt er es an den Anfang des Satzes. Was er empfangen hat, als ein
Apoſtel IEſu Chriſti, im Gegenſatz zu andern, das will er betonen. Nun
hatten aber viele den Bericht von der Einſetzung des Abendmahls als einen
vom HErrn herkommenden von den erſten Jüngern durch Ueberlieferung ge⸗
hört und empfangen. Das war nichts Beſonderes, was gerade ihm, dem
Apoſtel, widerfahren war. Er, der Apoſtel IEſu Chriſti, hatte unmittelbar
vom SErrn dieſen Bericht erhalten. So betont es Paulus ja auch an
andern Orten, ſonderlich im Galaterbrief, daß er ſein Evangelium von
keinem Menſchen empfangen und gelernt habe, ſondern durch die Offenbarung
IEſu Chriſti. (Gal. 1, 1. 2.) So bleiben wir bei der Auslegung unſerer
Alten, daß Paulus hier von ſich, als von einem Apoſtel, ausſagt, daß er

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