Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 50, Nummer 4 › Seite 168

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — April 1904, Seite 168

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl · Glaube · Glaube 20 · Gnade 3

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168 Theologiſche Dicta Classica.

Nota. „Wir predigen ſolche Artikel, die nicht auf Menſchen Vernunft
und Verſtand, ſondern auf der Schrift ſtehen, darum ſoll man ſie auch nirgend
ſuchen noch örtern, denn in und aus der Schrift.“ (XI, 25, § 53. Sup-
plementum.)

50. „Major est Scripturae au¹μtoritas quam totius οmami ingeni
capacitas.“ („Das Anſehen der Schrift gilt weit mehr als alle Fähigkeit
des menſchlichen Verſtandes.“ IV, 1253.)

51. „Wir müſſen die Apoſtel laſſen auf dem Pult ſitzen,
und wir zu ihren Füßen.“ (I, Vorrede.)

Nota. „Das hat mich die Erfahrung allzuoft gelehrt, wenn mich der
Teufel außer der Schrift ergreift, da ich anfahe mit meinen Gedanken zu

ſpazieren und auf gen Himmel zu flattern, ſo bringet er mich dazu, daß ich
nicht weiß, wo Gott oder ich bleibe. Alſo will er dieſe Wahrheit, ſo er im
Herzen lehren ſoll, angebunden haben, daß man Vernunft und alle eigenen
Gedanken und Fühlen hintenan ſetze und allein an dem Wort hange und für
die einige Wahrheit halte.“ (Kirchenpoſtille, Pfingſttag; ad Joh. 16, 17.)
Beim Leſen der heiligen Schrift iſt die Frage nur nach dem Was, nicht
nach dem Wie und Warum. Alſo nur dahin ſehen wir, ob Gott etwas ge⸗
ſagt hat, nicht wollen wir fragen: Wie iſt das und das, was wir eben ge⸗
leſen haben, möglich?

„Der Teufel kann mir nicht beſſer zukommen, denn wenn ich nicht in
der Schrift bleibe.“ (XII, 1572.)

Luthers letzter Predigt, die er einige Tage vor ſeinem ſeligen Tode ge⸗
halten hat, entnehmen wir folgendes Dictum: „Bisher habt ihr das rechte,
wahrhaftige Wort gehört; nun ſehet euch vor vor euren eigenen Gedanken
und Klugheit. Der Teufel wird das Licht der Vernunft anzünden und euch
bringen vom Glauben.“ (XII, 1534.)

52. „Auf daß, wenn die Artikel des ſchriſtlichen Glau⸗
bens gepredigt werden, man die Meiſterſchaft liegen laſſe
und ſchlage der menſchlichen Klugheit die Flügel nieder.“
(VII, 2032.)

53. „Wer dieſe Predigt von Chriſto will verſtehen, der
muß die Augen zuthun und die Vernunft zuſperren, und ſich
leiten laſſen wie ein Blinder.“ (VII, 2033.)

54. „Die Vernunft, des Teufels Hure, kann nichts
denn läſtern und ſchänden alles, was Gott redet und thut.“
(St. L. Ausg. XX, 232, § 82.)

Notdq. Das ſind anſcheinend harte Worte; aber es ſind wahre Worte.
Man leſe in „Rudelbach, Hiſt.⸗krit. Einl. in d. Augsb. Confeſſion“ nur dieſe
Worte: „So kühl die Zeit war, ſo trat doch eine Art von Gärung und Ent⸗
wicklung ein: Der Baſtard, der hieraus hervorging, der Schandfleck und
das Brandmal der Zeit, war der neuere Rationalismus. In dieſem hatte

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