Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 50, Nummer 4 › Seite 169

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — April 1904, Seite 169

145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192

Scan: Internet Archive (lehre-und-wehre_1904-04_50_4)

⤓ Download page image (full resolution)

German transcription machine transcription, uncorrected

Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl · Analogie 14 · Glaube · Glaube 20 · Gnade 3

⤓ Download .txt · copy text

Theologiſche Dicta Classica. 169

man einen praktiſchen Commentar und eine vollwichtige Erfüllung des ſcharfen
Wortes Luthers: „Die“ (ſich ſelbſt überlaſſene und auf ihre Selbſtgenügſam⸗
keit trotzende) „Vernunft iſt des Teufels Hure.. Denn unter dem Scheine
übergroßer Vernünftigkeit, die mit der Einfalt des göttlichen Wortes ſich
nicht begnügen könne, kam man zuletzt auf Lehren, die aller geiſtigen Wahr⸗
heit, geſchweige dem Chriſtenthume ſpotteten.“ (S. 81.)

„Es mag die Vernunft ihr Licht hoch heben und rühmen, auch klug da—
mit ſein in weltlichen, vergänglichen Dingen; aber ſie klettere bei Leibe nicht
damit hinauf in den Himmel, oder man nehme ſie zu Rath in dieſer Sache, ſo
die Seligkeit belanget. Denn da iſt die Vernunft gar ſtaarblind, bleibet auch
in Finſterniß, leuchtet und ſcheinet in Ewigkeit nicht.“ (VII, 1478, § 133.)

55. „Die Vernunft thut und dient zu Glaubensſachen
nicht vor, ſondern nach dem Glauben. Die Vernunft, nach—
dem ſie vom Heiligen Geiſte erleuchtet iſt, dienet dem Glau—
ben; aber ohne Glauben läſtert ſie Gott.“ (XXII, 764.)

Nota. „Dieſes iſt der Urſprung und Haupturſache aller Verſuchung,
wenn die Vernunft von ihr ſelbſt, ohne das Wort, von Gott und ſeinem
Wort ſich unterſtehet zu urtheilen.“ (I, 282.)

„Darum muß man die Vernunft hier nicht zu Rathe nehmen, ſondern
dem Heiligen Geiſte die Ehre geben, daß, was er redet, die göttliche Wahr⸗
heit ſei, und ſeinen Worten glauben, indeß die Augen der Vernunft blenden,
ja, gar ausſtechen.“ (VII, 1398, § 14.)

56. „Ohne den Heiligen Geiſt iſt die Vernunft ſchlechter—
dings ohne alle Erkenntniß Gottes.“ (I, 731.)

57. „Die Vernunft erkennt nur die Sünden, welche wider
die zweite Tafel geſchehen.“ (St. L. Ausg. XIV, 1010.) ö

58. „Von den Werken der erſten Tafel hat ſie ganz und
gar keine Erkenntniß. Derhalb vonnöthen iſt das Wort, um
die Sünden wider die erſte Tafel zu offenbaren. (Ibid.)

59. „Die Vernunft geht mit demjenigen um, was unter
uns iſt, und nicht, was über uns iſt.“ (III, 1490, §§ 38. 39.)

60. „Die Vernunft, wie ſchön und herrlich ſie auch iſt,
ſo gehört ſie doch in das Weltreich alleine, da hat ſie ihre
Herrſchaft und Gebiete. Aber im Reiche Chriſti, da hat
alleine Gottes Wort die Oberhand. Gleichwohl will der
Teufel immerdar mit der Vernunft in der Kirche regieren,
und die Hand im Sode haben.“ (III, 1321.)

Nota. In Glaubensſachen muß man der Vernunft zurufen: Sta foris!

61. „Die Vernunft will gerne begreifen, aber nicht
glauben.“ (St. L. Ausg. IX, 1866.)

Nota. „Wir können aber den Ungläubigen nicht überzeugen, und die
gute Sache des Glaubens ſoll nicht demonſtrirt werden. Chriſtus beruft den

English translation

Not yet translated.