Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 50, Nummer 4 › Seite 179

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — April 1904, Seite 179

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl · Aſtronomie 3 · Glaube · Glaube 20 · Gnade 3

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Kirchlich-Zeitgeſchichtliches. 179

Gebrauch im Neuen Teſtamente gemacht. Darauf entgegnete Schreiber, niemand
behaupte von Abſchriften und Ueberſetzungen, daß ſie wörtlich inſpirirt ſeien, zumal
manche kleine Schreibfehler, menſchliche Irrthümer, ja, Interpolationen vorkommen;
aber trotz allen dieſen, ſo viele man ihrer auch gefunden habe, werde doch das unter—
geordnetſte Stück der Heilslehre nicht im entfernteſten dadurch berührt. Aber daran
müſſe man feſthalten, daß der Urtext, wie er von den Männern Gottes auf Antrieb
und unter Anleitung des Heiligen Geiſtes geſchrieben worden, wörtlich inſpirirt ſei.
Nicht nur die Gedanken, ſondern die Sätze, in denen die Gedanken enthalten ſeien,
und die Wörter, aus denen die Sätze beſtehen, ſeien göttlichen Urſprungs. Wenn
man die Verbalinſpiration aufgebe, wo komme man dann hin? Was habe man
dann von Gottes Wort überhaupt noch übrig, das ſich nach der ſubjectiven Meinung
des Einzelnen nicht ſo oder ſo deuten laſſe? Während nun Ueberſetzungen nicht
inſpirirt ſeien und darum auch nicht die Septuaginta, trotz Auguſtin und ſeiner Ge⸗
ſinnungsgenoſſen, ſo ſeien doch die Theile der Septuaginta, ſo frei ſie auch das
Hebräiſche übertragen mögen, die vom Herrn Jeſus oder den Apoſteln im Neuen
Teſtament angeführt worden ſeien, wörtlich inſpirirt, eben weil ſie vom Herrn und
den Apoſteln gebraucht worden ſeien.“ — Die Verhandlungen über den freien Willen
betreffend bemerkt die World: The position of the Joint Synod (Ohio), unless
carefully guarded, might lead to semi-pelagianism. The discussion brought
out the opinion that there is truth on both sides (Missouri and Ohio) of the
controversy.“ Worin die Wahrheit, welche Ohio Miſſouri gegenüber geltend macht,
beſtehen ſoll, wird nicht geſagt. Dr. Hay betonte: „Fallen man is possessed of
free will only with regard to that which is beneath, not towards God.“ So
lehrte allerdings Luther; und wer damit Ernſt macht, muß ſich in der Frage von der
Bekehrung und Gnadenwahl für Miſſouri und gegen Ohio entſcheiden. Aber gerade
das (Ernſt machen mit der Lehre) iſt es ja, was die in Pittsburg verſammelten
unioniſtiſchen Synoden prineipiell nicht wollen. Der Lutaeran ſchreibt: Between
the Ohio' and the (Missouri' theologians (in Detroit) was the extra-confes-
sional question of predestination; but there was little disposition at the
Pittsburg Conference to draw lines of division outside of the Confessions.“
Mit andern Worten: Im Coneil kann jeder von der Gnadenwahl lehren, was er
will. Uebrigens ſcheint der Lurheran nicht zu wiſſen, daß der ganze elfte Artikel
der Concordienformel, in der Epitome ſowohl wie in der Solida Declaratio, von
der Gnadenwahl handelt! — Für Concentration der Kirchengewalt trat Dr. Greiner
ein mit folgenden „theologiſchen“ Gründen: „To centralize a governing power,
that is, to take it from the many and to give it to the one or few, harmonizes
with the instincts of our nature. The history of events suggests centralized
power. Strong movements that have prevailed have been conducted usually
by the power centereéd in one or a few leaders. This has also been true of
extensive religious movements. By centralizing the power of the Church
according to a sound business principle, efficiency will be increased, and
the expense and machinery of work may be lessened and harmonious action
prevail. Where there is much power there is less opportunity for dissen-
sions.“ Hierzu bemerkte Dr. Wagner: „The centralization of Church power
ultimately leads to the autocracy of popes.“ An Leuten, die gerne ſolche Päbſt⸗
lein wären, ſcheint es dem Coneil nicht zu fehlen. Bei den Verhandlungen über die
von den verſchiedenen Synoden zu löſenden Probleme erklärte Dr. Wolf: „To be
Lutheran and to be American, that is the problem of the General Synod.““
Wenn Dr. Wolf damit ſagen wollte, daß die Generalſynode bis Dato dieſe Probleme
nicht gelöſt habe und, falls ſie bei ihrer bisherigen Rechenmethode bleibt, in ab⸗

English translation

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