Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 50, Nummer 4 › Seite 156
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — April 1904, Seite 156
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl · Bibel. —Altes Teſtament 4 · Glaube · Glaube 20 · Gnade 3 · Synoden
156 Die neuere Pentateuchkritik.
es Nachmoſaiſches im Pentateuch?“ und antwortet dann: „Bei nicht wenigen
Stellen wird es ſchwerlich gelingen, ſie ohne Verletzung der geſunden Her⸗
meneutik ſo auszulegen, daß ſie nicht über die Zeit Moſis hinauswieſen.“)
Strack führt unter ſeinen 17 „Gründen gegen die Autorſchaft Moſes“ haupt⸗
ſächlich Postmosaica an,?) und Cornill ſagt: „Dazu kommt eine ganze
Zahl einzelner Stellen, auf welche ſchon Aben Esra, Hobbes, Peyre—
rius und Spinoza hingewieſen haben, die ſich unmöglich im Munde
Moſes oder eines Zeitgenoſſen begreifen. So Gen. 12, 6. und 13, 7. die
Bemerkung, daß damals die Canaanäer in dem Lande wohnten,
„Gen. 14, 14. der Name Dan, welchen jene Stadt erſt bedeutend ſpäter,
Richt. 18, 29., erhielt, Gen. 36,31. ein König in Iſrael, Gen. 40, 15.
Canaan als Land der Hebräer bezeichnet, Ex. 16, 35. die Bezugnahme
auf ein Ereigniß, welches Joſ. 5, 12. erſt nach dem Tode Moſes eintrat,
Lev. 18, 24—27. und Deut. 2, 12. Hinweis auf die Ausrottung der
Canaanäer durch Iſrael, Num. 15, 32. die Kinder Iſraels
waren in der Wüſte, Deut. 1, 1. das Oſtjordanland als jenſeits
des Jordan bezeichnet, Deut. 3, 14. bis auf dieſen Tag und ähn⸗
lich V. 11. ebenda. In Num. 21, 14. wird für Dinge, die jedem Zeit⸗
genoſſen Moſes bekannt ſein mußten, ein Buch von den Streiten des HErrn
citirt, vgl. auch V. 11. ebenda. Auch die kritiſche Betrachtung der Geſetz⸗
gebung führt zu dem nämlichen Reſultate, da die meiſten der „moſaiſchen“
Geſetze eine in Canaan feſt anſäſſige, ackerbautreibende Bevölkerung voraus⸗
ſetzen. Aber nicht genug, daß die moſaiſche Abfaſſung Angeſichts ſolcher
Stellen unhaltbar iſt“ ꝛc.“)
Beſehen wir nun einige dieſer Stellen, zunächſt in der Geneſis. In
der Erzählung von Abrahams Auszug aus Haran heißt es: Sie „zogen aus,
zu reiſen in das Land Canaan. Und als ſie kommen waren in dasſelbige
Land, zog Abram durch bis an die Stätte Sichem und an den Hain More.
Denn es wohneten zu der Zeit die Cananiter im Lande“, wörtlich: Und
der Cananiter (war) damals (8) im Lande. „Da erſchien der HErr
Abram und ſprach: Deinem Samen will ich dies Land geben. Und er
bauete daſelbſt dem HErrn einen Altar, der ihm erſchienen war“, Gen. 12,
5. ff. Aus dieſem „damals“ folgert man, daß die Worte zu einer Zeit
geſchrieben ſeien, in welcher die Cananiter nicht mehr im Lande wohnten,
alſo nach der Eroberung des Landes und der Ausrottung der Cananiter,
nach dem Tode Moſis. Strack bemerkt: „Dies „damals“ führt mit Sicher⸗
heit in die Zeit nach der Eroberung des Landes.““) Durchaus nicht. Die
Kritiker ſetzen ohne Nothwendigkeit das „damals“ in ein „damals noch“ um.
Mit demſelben Rechte könnten wir daraus ein „damals ſchon“ machen,
1) „Einleitung in das Alte Teſtament“, S. 159.
2) „Einleitung in das Alte Teſtament.“ Vierte Auflage,‚ S. 25 ff.
3) „Einleitung in das Alte Teſtament.“ Zweite Auflage, S. 17.
4) Einleitung, S. 26.
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