# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_April 1904_S153 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Schriftbeweis für die lutheriſche Lehre vom heiligen Abendmahl. 153 ſo hätte er nicht πον οο οοιονο, ſöndern vielmehr αοα vο- vοοραεανσ ſchreiben müſſen. Paulus wolle vielmehr ſagen, daß er dieſen Bericht überkommen habe als einen vom HErrn herſtammenden, als Gottes Wort, und ihn alſo auch den Corinthern überliefert habe. Er habe dieſen Bericht, als einen vom HErrn ſelbſt herkommenden, eben erhalten durch die erſten Jünger, durch die andern Apoſtel, durch die Augen⸗ und Ohrenzeugen der erſten Einſetzung. Es handele ſich hier nicht um unmittelbare Mittheilung, ſondern um mittel— bare. So ſchreibt z. B. v. Hofmann: „Die mit rapsahaugdue am leich- teſten ſich verbindende Präpoſition iſt ½, und ihrer mußte der Apoſtel ſich bedienen, wenn er ſagen wollte, der HErr habe ihm das, wovon die Rede iſt, unmittelbar zu wiſſen gethan, wie ein Lehrer dem Schüler.“ („Die heil. Schrift d. N. T.“ II, 2, S. 246.) Und Nebe faßt das Reſultat ſeiner Ausführung in dieſe Worte zuſammen: „Nicht unmittelbar aus dem Munde des HErrn ſelbſt hat Paulus die Einſetzungsworte, ſondern er hat ſie von ſolchen, welche ſie aus dem Munde des HErrn gehört haben, er hat ſie aus einer reinen, ſicheren Quelle, aus einer Tradition, welche direct auf den HErrn JEſus ſelbſt zurückgeht.“ („Die epiſtol. Perik.“ II, S. 262.) Nun, es iſt zwar wahr, daß Paulus, wenn er ſonſt das Wort asadunfuee, ge- braucht und dabei angibt, von wem man etwas empfangen hat, dieſes durch die Präpoſition ⁴πìα ausdrückt. (Gal. 1, 12. 1 Theſſ. 2, 13. 4, 1. 2 Theſſ. 3, 6.) Es iſt wahr, daß auch ſonſt im Neuen Teſtament vielfach die Präpo⸗ ſition vayn gebraucht wird, um darzuthun, daß jemand etwas unmittelbar von einem andern gehört, gelernt und empfangen hat. So finden wir die Ausdrücke ννσαν ποφρμ τενσσ (Apoſt. 10, 22. Joh. 6, 45. 8, 40.), garnνeen rahι rνιυα4(2 Tim. 3, 14.) und ⁴νρn˙ι⁰¹eeν rapſi vuοε (Joh. 10, 18.). Aber dennoch paßt die Erklärung der neueren Exegeten gar nicht in den Zuſammen⸗ hang der Stelle hinein. Es wäre doch ſonderbar, wenn der Apoſtel das hier beſonders betonen ſollte, daß er den Bericht über das heilige Abendmahl überkommen habe als einen vom HErrn ſelbſt herſtammenden, als ein Wort des HErrn. Das war den Corinthern allen wohl bekannt, daran zweifelte niemand. Dazu kommt, daß der Apoſtel hier mit beſonderem Nachdruck gerade ſeine Perſon hervorhebt. Er ſetzt das Wort σ hinzu, und zwar ſtellt er es an den Anfang des Satzes. Was er empfangen hat, als ein Apoſtel IEſu Chriſti, im Gegenſatz zu andern, das will er betonen. Nun hatten aber viele den Bericht von der Einſetzung des Abendmahls als einen vom HErrn herkommenden von den erſten Jüngern durch Ueberlieferung ge⸗ hört und empfangen. Das war nichts Beſonderes, was gerade ihm, dem Apoſtel, widerfahren war. Er, der Apoſtel IEſu Chriſti, hatte unmittelbar vom SErrn dieſen Bericht erhalten. So betont es Paulus ja auch an andern Orten, ſonderlich im Galaterbrief, daß er ſein Evangelium von keinem Menſchen empfangen und gelernt habe, ſondern durch die Offenbarung IEſu Chriſti. (Gal. 1, 1. 2.) So bleiben wir bei der Auslegung unſerer Alten, daß Paulus hier von ſich, als von einem Apoſtel, ausſagt, daß er