Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 1, Nummer 6 › Seite 181

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Juni 1855, Seite 181

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Predigt

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Aehrenlese aus den Zeitschriften der alten Heimath. 181

Leugnen der Reformation. Es verschlägt wenig, wenn Münchmeyer sich selbst tröstet, daß ein Versuch, die lutherische Kirchenlehre zu reformiren, „„nicht unsymbolisch sei, auch wenn er den Buchstaben der Symbole nicht für sich habe.““ Wir wissen aus früherer Zeit vor Decennien und vor Jahrhunderten, welches Spiel mit dem Geiste der Schrift contra Buchstaben derselben getrieben worden ist, wir werden deshalb von solchen Versuchen, die mehr den Geist der Symbole als den Buchstaben im Auge haben, gewiß nicht sonderlich viel Gutes erwarten dürfen. Und ob man über die Symbole hinaus geführt wird, oder nicht zu ihnen hinan kommt, das scheint völlig einerlei. Ich sage es scheint einerlei, ist’s aber doch nicht. Denn die Lehre der lutherischen Kirche noch nicht haben, wie die neuere Theologie vielfach in diesem Falle sich befindet, und die lutherische Anschauung nicht mehr haben wollen oder können, das sind zwei verschiedene Dinge. Wenn die gläubige Wissenschaft noch nicht bis zu den Symbolen kommt, wenn die Göttinger Facultät noch wesentlich unirt ist, so ist das sehr zu beklagen, aber noch vielmehr zu beklagen ist ein hyperlutherischer Eifer, der die Symbole satt hat und hinter sich wirft.“

„Bei dem Worte Gewissenhaftigkeit fällt uns aber noch eine andere Stelle ein in dem Münchmeyer’schen Buche, sie steht S. 170 und heißt also: „„Wenn nun freilich die Kirche in dem Stücke, um das es sich handelt, mit Nachdruck auf dem Worte ihres Bekenntnisses bestände, so wäre es schlimm. Es könnte dann nach dem, was § 19 bemerkt ist, ein Ausscheiden nothwendig werden.““ Das aber wird gewiß nicht geglaubt werden dürfen, daß die Kirche nun alsbald ihr Bekenntniß wegwirft, sie wird vielmehr jetzt wie sonst auf ihrem Bekenntniß bestehen, wohin will Münchmeyer ausscheiden? In welche Kirche? Und wie heißen die Leute, die von der Kirche ausscheiden, falls sie „„mit Nachdruck auf dem Worte ihres Bekenntnisses bestände?“““ — —

Je erfreulicher es nun auf der einen Seite ist, daß Herr Superintendent Münchmeyer den Zwiespalt eingestanden hat, in welchem er sich bei seiner Lehre von Kirche und Amt mit dem kirchlichen Bekenntniß befindet, denn nur bei solcher Ehrlichkeit der Gegner wird es möglich werden, zum Ziele zu gelangen, um so niederschlagender ist es, daß es ein Mann, wie Dr. Petri, unternommen hat, dem ersteren nachzuweisen, daß sich derselbe in seinen Zugeständnissen geirrt habe und daß die Symbole wirklich das lehren, was die romanisirenden Lutheraner jetzt wollen. Herr Dr. Petri thut dieß in dem bereits citirten dießjährigen Vorworte zu seinem „Zeitblatt für die Angelegenheiten der lutherischen Kirche.“ In derselben Weise recensirt auch Herr W. Flörke, Pastor zu Lübz in Mecklenburg=Schwerin, die Münchmeyer’sche Schrift in der Guericke=Rudelbach’schen Zeitschrift.

English translation AI translation

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Gleanings from the Periodicals of the Old Homeland. 181

Denial of the Reformation. It matters little that Münchmeyer consoles himself by saying that an attempt to reform Lutheran church doctrine “is not contrary to the Confessions, even if it does not have the letter of the Confessions on its side.” From earlier times, decades and centuries ago, we know what games have been played with the spirit of Scripture as opposed to its letter; we therefore certainly cannot expect very much good from such attempts, which have more regard for the spirit of the Confessions than for their letter. And whether one is led beyond the Confessions or fails to attain to them seems to be entirely the same. I say that it seems the same, but it is not. For not yet possessing the doctrine of the Lutheran Church, as is often the case with more recent theology, and no longer wishing or being able to possess the Lutheran outlook are two different things. If believing scholarship has not yet advanced as far as the Confessions, if the Göttingen faculty is still essentially Unionist, that is greatly to be regretted; but even more to be regretted is a hyper-Lutheran zeal that has grown weary of the Confessions and casts them behind it.”

“But the word conscientiousness reminds us of another passage in Münchmeyer’s book. It is found on p. 170 and reads as follows: ‘Now, if the Church were indeed to insist emphatically upon the words of its confession in the matter at issue, that would be serious. In that case, in light of what was noted in § 19, withdrawal might become necessary.’ But surely no one can believe that the Church will now immediately cast away its confession; rather, now as before, it will stand by its confession. Where does Münchmeyer intend to withdraw to? Into which church? And what are people called who withdraw from the Church if it ‘were to insist emphatically upon the words of its confession’?” — —

As gratifying as it is, on the one hand, that Superintendent Münchmeyer has acknowledged the conflict in which his doctrine of church and ministry stands with the Church’s confession—for only through such honesty on the part of opponents will it become possible to reach the goal—it is all the more disheartening that a man such as Dr. Petri has undertaken to demonstrate to him that he was mistaken in his concessions and that the Confessions really do teach what the Romanizing Lutherans now desire. Dr. Petri does this in this year’s already cited preface to his “Zeitblatt für die Angelegenheiten der lutherischen Kirche.” In the same manner, W. Flörke, pastor at Lübz in Mecklenburg-Schwerin, also reviews Münchmeyer’s work in the Guericke-Rudelbach journal.