Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 1, Nummer 6 › Seite 182

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Juni 1855, Seite 182

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Predigt

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182 Stimmen der Brüder in Deutschland
über unsere Antwort auf das Ermahnungsschreiben der
Leipziger Conferenz.

Bereits in dem ersten Hefte dieses Blattes haben wir ein Urtheil mitgetheilt, welches in dem Sächsischen von Prof. Dr. Kahnis herausgegebenen „Kirchen= und Schulblatt“ über unser Antwortschreiben an die Leipziger und Fürther Conferenz öffentlich ausgesprochen ist. Aus uns vorliegenden Nummern des „Kirchenblattes für die ev.=luth. Gemeinen in Preußen“ und aus dem zweiten dießjährigen Quartalhefte der Guericke=Rudelbach'schen Zeitschrift ersehen wir, daß die Redaktoren auch dieser kirchlichen Organe unsere Antwort angezeigt und sich darüber ausgesprochen haben.

1. Nachdem Herr Pastor Ehlers in dem erstgenannten Blatte einen übersichtlichen Auszug unserer Antwort gegeben und zuletzt den Passus aus unserer Antwort citirt hat: „Wir meinen, daß es bei solcher gottloser öffentlicher Ausübung des Bannes an uns schon hinreichend erwiesen ist, wie leichtsinnig, wie ungerecht, wie päbstisch Herr Past. Grabau jene Kirchenstrafe handhabt, die ein armer Sünder nur mit zitternden Händen ausüben sollte“ — so setzt Herr Pastor Ehlers hinzu: „Wir können nicht umhin, dieser Meinung unserer missourischen Brüder öffentlich beizupflichten und müssen gestehen, daß wir wohl begreifen, wie die Missourier versucht werden konnten, auf so viel beleidigende Reden des Past. Grabau, damit er sie verunglimpft, in derber Sprache zu antworten; daß wir dagegen nicht begreifen, wie Männer, die so reden wie Past. Grabau, sich durch eine gegen sie gebrauchte ähnliche Sprache verletzt fühlen können, wenn sie in Einfalt des Herzens und um der Sache und der Wahrheit willen eine solche Sprache führen. Luther nennt sich selbst einen groben Gesellen; aber er war es in Aufrichtigkeit, und darum konnte er auch eine derbe Sprache vertragen.“ *)

In dem Folgenden erklärt nun Herr Pastor Ehlers, daß er in Einem Punkte der Lehre vom heiligen Predigtamte mit uns nicht einstimmig sein könne. Da wir aber den Schluß seiner Auseinandersetzungen noch nicht haben, so verschieben wir es, die von dem theuren Mann gemachten Ausstellungen mitzutheilen und zu beantworten, auf eine spätere Zeit.

2. Herr Professor Dr. Guericke endlich zeigt unser Antwortschreiben mit folgenden Worten an:

*) Herr Pastor v. Rohr hat in seiner s. g. „abgedrungenen Berichtigung“ (Inform. Jahrg. 4. No. 11.) zu erweisen gesucht, daß die Synode von Missouri ebenso wider die Synode von Buffalo geredet habe, wie Herr Past. Grabau gegen die unsrige. Den Schein, dieß beweisen zu können, hat aber Herr v. Rohr nur dadurch hervorzubringen sich getraut, daß er ein Urtheil Herrn Pastor Bürgers als das der „Missourier“ über die Kirche zu Buffalo anführt, welches Herr Pastor Bürger in einer Zeit abgegeben hat, in welcher er selbst ein Gegner der „Missourier“ war, ja aus einer Schrift, die nicht weniger gegen die Missourier, wie gegen Herrn Past. Grabau gerichtet war! — Wir bitten den unpartheiischen Leser, das zu notiren. L. u. W.

English translation AI translation

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182 Voices of the Brethren in Germany
on Our Reply to the Letter of Admonition from the
Leipzig Conference

Already in the first issue of this journal we reported an opinion publicly expressed about our reply to the Leipzig and Fürth Conference in the “Kirchen- und Schulblatt,” published in Saxony by Prof. Dr. Kahnis. From issues of the “Kirchenblatt für die ev.-luth. Gemeinen in Preußen” available to us, and from the second quarterly issue of this year of the Guericke-Rudelbach journal, we see that the editors of these church publications have also reviewed our reply and expressed their views on it.

1. After Pastor Ehlers, in the first-named paper, gave a summary of our reply and finally quoted the following passage from it: “We believe that this godless public exercise of excommunication against us has already sufficiently demonstrated how recklessly, how unjustly, and how papistically Pastor Grabau administers that church discipline which a poor sinner should exercise only with trembling hands”—Pastor Ehlers adds: “We cannot refrain from publicly agreeing with this opinion of our Missouri brethren, and we must confess that we can readily understand how the Missourians could have been tempted to answer in blunt language the many insulting statements with which Pastor Grabau maligns them. On the other hand, we cannot understand how men who speak as Pastor Grabau does can feel injured when similar language is used against them, if they themselves use such language in simplicity of heart and for the sake of the cause and the truth. Luther calls himself a rough fellow; but he was one in all sincerity, and therefore he could also endure blunt language.” *)

In what follows, Pastor Ehlers explains that on one point in the doctrine of the holy preaching office he cannot agree with us. Since, however, we do not yet have the conclusion of his discussion, we shall postpone until a later time communicating and answering the objections raised by this dear man.

2. Finally, Professor Dr. Guericke reviews our reply in the following words:

*) Pastor v. Rohr, in his so-called “compelled correction” (Inform., vol. 4, no. 11), has attempted to prove that the Missouri Synod spoke against the Buffalo Synod in the same way that Pastor Grabau spoke against ours. Pastor v. Rohr, however, ventured to create the appearance that he could prove this only by citing, as the opinion of the “Missourians” concerning the church at Buffalo, an opinion expressed by Pastor Bürger at a time when he himself was an opponent of the “Missourians”—indeed, from a writing directed no less against the Missourians than against Pastor Grabau!—We ask the impartial reader to take note of this. L. u. W.