Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 9 › Seite 282
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — September 1864, Seite 282
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282 Litterarische Intelligenzen.
zeigt die Früchte, auf die wir merken sollen; er allein ist es werth, daß wir ihm Achtung und Vertrauen schenken.“ Etwas Verkehrteres haben wir über diesen Gegenstand kaum gelesen. — Die dritte Predigt handelt vom Eid. Diese Predigt entbehrt alles specifisch christlichen Inhaltes. Sie geht von dem „Wort der Alten“ aus: „Einmal verschworen, ewig verloren.“ Die Predigt schließt mit Aufzählung der Flüche, welche der Meineidige auf sich ladet, ohne auch nur ein Wort darüber zu enthalten, wie auch ein so tief Gefallener noch Gnade erlangen und selig werden könne. Der entschiedenste Rationalist wird diese Predigt als Fleisch von seinem Fleisch und Bein von seinen Beinen anerkennen. Wir können eine Gemeinde nur bedauern, der solche Speise vorgesetzt wird. Und wo wollen nach dieser Predigt alle die Prediger hin, welche ihren Ordinationseid, wo alle die Menschen hin, welche ihr Taufgelübde gebrochen haben? Wir bezweifeln sehr, daß der Autor dem Herrn Sammler die getroffene Auswahl Dank wissen würde, wenn er davon wüßte, zumal da, wie der Herausgeber selbst berichtet, ersterer „die an ihn oft und ernstlich ergangene Aufforderung, eine Auswahl seiner Kanzelvorträge zu veröffentlichen, stets mit großer Entschiedenheit und Bescheidenheit abgewiesen hat.“
Soeben erschien:
Die heilige Taufe. Von Ph. Fr. Mader, Pastor in Nizza. Leipzig bei Teubner. 1864. S. 156. 18 Sgr. — Hiervon macht Dr. Münkel folgende Anzeige: Also auch in Nizza, unter südlichem Himmel, wo sich mancherlei Glauben mitten unter katholischer Umgebung zusammengewürfelt hat, ein Zeugniß für die lutherische Lehre von der Taufe, mit theologischer Sachkenntniß und praktischem Geschick geschrieben, eine verständige Antwort auf viele kluge Einwürfe. Um doch auch den Standpunkt der Schrift zu bezeichnen, so läßt sie die Wiedergeburt in der Taufe durch das Wort geschehen, und zwar so, daß das Wort vor und nach der Taufe vorbereitend für die Wiedergeburt, dieselbe entwickelnd, nährend und fördernd ist. Aus dem Worte allein geht also die Wiedergeburt hervor, aber aus dem Worte in der Taufe. Die Schrift soll nicht wissenschaftlich sein, sondern allen denkfähigen Lesern gerecht werden, und ist auch sehr einfach und verständlich geschrieben.
In Wollin kommt seit kurzem heraus:
Immanuel. Lutherisches Volksblatt, zunächst für Wollin und Umgegend, herausg. von Pastor Zöller in Wollin, erscheint alle vierzehn Tage in einem halben Bogen Quart. Vierteljährlicher Pränumerations-Preis, durch die Post bezogen, 5 Sgr. Das Blatt soll nicht nur zunächst „Nachrichten über den Verlauf des preußischen Lehrstreits bringen, sondern vornehmlich durch Belehrung aus Gottes Wort und den Bekenntnißschriften der luth. Kirche für die Wahrheit Zeugniß ablegen und die falsche Lehre bekämpfen.“
English translation AI translation
282 Literary Notices.
shows the fruits to which we ought to attend; he alone is worthy that we grant him respect and trust." We have scarcely read anything more perverse on this subject. — The third sermon deals with the oath. This sermon lacks all specifically Christian content. It proceeds from the "saying of the ancients": "Once forsworn, forever lost." The sermon closes with an enumeration of the curses which the perjurer brings upon himself, without containing even a single word about how even one fallen so deep might still obtain grace and be saved. The most confirmed rationalist will acknowledge this sermon as flesh of his flesh and bone of his bones. We can only pity a congregation to which such fare is set before. And after this sermon, where are all the preachers to go who have broken their ordination oath, where all the people who have broken their baptismal vow? We very much doubt that the author would thank the editor for the selection made, if he knew of it—especially since, as the editor himself reports, the former "has always, with great firmness and modesty, declined the request, often and earnestly addressed to him, to publish a selection of his pulpit addresses."
Just published:
Holy Baptism. By Ph. Fr. Mader, Pastor in Nice. Leipzig, published by Teubner. 1864. 156 pp. 18 silver groschen. — Of this Dr. Münkel gives the following notice: So even in Nice, under a southern sky, where all sorts of faiths lie jumbled together in the midst of a Catholic environment, a testimony to the Lutheran doctrine of Baptism, written with theological expertise and practical skill, an intelligent answer to many clever objections. To indicate also the book's own standpoint: it holds that regeneration in Baptism takes place through the Word, and indeed in such a way that the Word, both before and after Baptism, is preparatory to regeneration, developing, nourishing, and furthering it. Regeneration thus proceeds from the Word alone, but from the Word in Baptism. The book is not meant to be scholarly, but to do justice to all thoughtful readers, and it is, moreover, written very simply and intelligibly.
Recently begun publication in Wollin:
Immanuel. A Lutheran People's Paper, primarily for Wollin and its surroundings, edited by Pastor Zöller in Wollin, appearing every fourteen days on a half-sheet quarto. Quarterly subscription price, when sent by post, 5 silver groschen. The paper is meant not only, in the first place, to bring "news of the course of the Prussian doctrinal controversy, but chiefly, through instruction from God's Word and the confessional writings of the Lutheran Church, to bear witness to the truth and combat false doctrine."