Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 9 › Seite 281
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — September 1864, Seite 281
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Litterarische Intelligenzen. 281
Art bearbeitet werden sollen, „daß diejenigen, namentlich eschatologischen Lehr-Artikel, die in jüngster Zeit aus der Schrift (?) und im Anschluß an das kirchliche Symbol sich weiter entwickelt hätten, sorgfältige Berücksichtigung fänden.“ Es ist ein Jammer, daß schon durch die Heubnersche und nun auch durch die Vettersche Ausgabe Verleger werden abgehalten werden, einen unveränderten Abdruck des alten Büchner wieder zu geben, was doch so wünschenswerth wäre. Unverändertheit wollen wir hier natürlich nur auf den dogmatischen Inhalt bezogen haben.
Bei Schäfer und Koradi erschien vor kurzem:
Stimmen aus dem Gotteshause. Predigten aus dem schriftlichen Nachlasse des Ehrw. Dr. C. R. Demme, gewes. Pastors an der ev.-luth. St. Michaelis- und Zions-Gemeinde zu Philadelphia. 1. Heft. — Wir müssen gestehen, daß wir diese Predigten mit um so größerer Spannung in die Hände genommen haben, je allgemeiner wir das Zeugniß ausgesprochen fanden, der Verfasser sei der „größte deutsche Kanzelredner America's“ gewesen. Zwar können wir nicht bergen, daß schon dieser Ausdruck uns bedenklich machte, allein selbst die Erwartungen, mit denen wir dennoch an das Lesen der Predigten gingen, sind nichts weniger als erfüllt worden. Wir können nicht anders glauben, als daß der Sammler, Hr. Dr. Mann, die Absicht hat, durch eine Reihe von Predigten den Bildungsgang des Verewigten zu veranschaulichen, und daß er daher erst später gute christliche Predigten geben will. Wir müßten aber, wenn wir uns hierin nicht irrten, gegen diese Absicht Verwahrung einlegen. In einer Geschichte der Homiletik mag das hingehen, in ein Predigtbuch aber, das dem Volke in die Hände gegeben werden soll, sollten nur rein evangelische Predigten aufgenommen werden. Dieses sind aber die vorliegenden durchaus nicht, wenn auch hie und da eine wirklich christliche Idee ausgesprochen ist. Wir wollen dies nur mit zwei Beispielen belegen. Die zweite Predigt hat nach Matth. 7, 16. zum Thema: „Der rechte Prüfstein.“ Von demselben heißt es, er sei „weder ein gut scheinendes äußeres Betragen, noch ein feuriger Eifer für die Religion, sondern einzig und allein frommer Gehorsam gegen das heilige Gebot Gottes und die Pflicht.“ Nichts davon zu sagen, daß es nach dem Zusammenhange des Textes schon verkehrt ist, die Früchte, von denen der HErr redet, von denen des Christen, und nicht von denen eines „Propheten“ oder Lehrers zu verstehen, so ist es noch verkehrter, die innere Gesinnung, mit welcher ein Mensch handelt, zum Kennzeichen für Menschen zu machen. Es heißt nehmlich u. A.: „Sehen wir einen Menschen, dem nichts wichtiger, nichts ehrwürdiger und heiliger ist, als seine Pflicht.. der aus Achtung gegen sie seine Leidenschaften unterdrückt, seine Neigungen beherrscht.. der in ihrem Gebote die Stimme seines Schöpfers, den Willen seines Vaters im Himmel erkennt; der durch seinen Glauben an Gott.. zu dem Eifer beseelt wird, in allen seinen Verhältnissen keinem anderen Gesetze zu folgen.. der dies um so lieber.. thut, weil ihm Gott in Christo Vater ist.. sehen wir also einen Menschen, bei dem Religion und Tugend.. in diesem schönen.. Bunde stehen, der, und der allein
English translation AI translation
Literary Notices. 281
manner that "those doctrinal articles, especially the eschatological ones, which have in recent times developed further out of Scripture (?) and in connection with the church's symbol, should receive careful consideration." It is a pity that, through the Heubner edition and now also through the Vetter edition, publishers are being kept from putting out an unaltered reprint of the old Büchner, which would be so desirable. By "unaltered," we naturally mean here only with reference to its dogmatic content.
Recently published by Schäfer and Koradi:
Voices from the House of God. Sermons from the Literary Remains of the Reverend Dr. C. R. Demme, formerly Pastor of the Evangelical Lutheran St. Michael's and Zion's Congregation in Philadelphia. 1st Number. — We must confess that we took up these sermons with all the greater anticipation, the more universally we found it testified that the author had been "the greatest German pulpit orator of America." We cannot conceal that this very expression already made us uneasy; but even the expectations with which we nevertheless went to read the sermons have been anything but fulfilled. We can only believe that the compiler, Dr. Mann, intends, through a series of sermons, to illustrate the deceased's course of development, and that he therefore means to give good, genuinely Christian sermons only later. But we would have to enter a protest against this intention, if we are not mistaken about it. In a history of homiletics that might pass, but in a sermon-book meant to be placed in the hands of the people, only purely evangelical sermons ought to be included. The sermons before us, however, are by no means that, even though here and there a genuinely Christian idea is expressed. We wish to substantiate this with only two examples. The second sermon takes as its theme, from Matt. 7:16, "The True Touchstone." Of this it is said that it is "neither a fair-seeming outward conduct, nor a fiery zeal for religion, but solely and alone pious obedience toward the holy commandment of God, and duty." Not to mention that, given the context of the text, it is already wrong to understand the fruits of which the Lord speaks as those of the Christian, rather than those of a "prophet" or teacher, it is still more wrong to make the inner disposition with which a person acts into the criterion for judging persons. For it says, among other things: "If we see a person to whom nothing is more important, nothing more venerable and holy, than his duty... who out of respect for it suppresses his passions, masters his inclinations... who recognizes in its commandment the voice of his Creator, the will of his Father in heaven; who through his faith in God... is animated with zeal to follow, in all his relations, no other law... who does this all the more gladly... because God in Christ is a Father to him... if we see, then, a person in whom religion and virtue... stand joined in this beautiful... bond, that person, and that person alone