Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 9 › Seite 282
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — September 1863, Seite 282
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282 Vermischtes.
unserer kirchlichen Gemeinschaft höchst zweckdienlich wäre, wenn dem Präses mehr Zeit zu Gebote stehen könnte für die Ausrichtung dieses Amtes, dessen Wichtigkeit zunimmt, je mehr sich die Gränzen unseres Verbandes erweitern und die Zahl der Lehrer wächst. Da nun eine neue Wahl stattfinden wird, so hoffe ich, daß man es nicht als eine Unbescheidenheit von mir ansehen wird — da ich weiß, daß mir einige ihre Stimmen geben werden —, wenn ich die Synode dringend bitte, für diesmal nicht wieder ihre Wahl auf mich fallen zu lassen, da ich weder die nöthige Tüchtigkeit zu diesem Amte besitze, noch auch die mir anvertrauten großen Gemeinden so viel von meiner Zeit und Arbeit entbehren können, als die verantwortliche Pflege dieses Amtes erfordert.
Und nun, l. Brüder, laßt uns in Jesu Namen zum Beginn der Verhandlungen schreiten. Der HErr leite sie durch seinen Geist, daß sie zu seines Reiches Förderung und zu seines Namens Verherrlichung dienen mögen! Amen!
(Fortsetzung folgt.)
Vermischtes.
Ein Lutheraner in der unirten preußischen Landeskirche. Das Bild eines solchen Lutheraners stellt sich u. A. in Stahl in einer höchst merkwürdigen Weise dar. Derselbe vertheidigt seine eigne Stellung innerhalb der unirten Kirche, während er Andere vor einer solchen Stellung warnt. Wir sehen dies aus einem Auszug, welchen Ströbel in der Guericke'schen Zeitschrift von Stahls Werk: „Die luth. Kirche und die Union“ gibt. Einmal schreibt nehmlich Stahl: „Luther und Brenz und Westphal u. s. w. mochten mit Recht besorgen, daß die reformirte Kirche sich nicht auf ihrem Boden halten werde, daß der Spiritualismus, aus welchem ihre Sacramentslehre kommt, sie auch noch weiter fortreißen werde zu allen den Extravaganzen Carlstadts und der Wiedertäufer und anderer Schwärmer. Uns hat die Zeit gelehrt, daß sie, wenn auch unter Abzweigung von Sekten, doch in ihren Hauptgemeinschaften wirklich im Stande war, ihren Boden zu behaupten. Wie sollten wir ihr die Anerkennung und Werthschätzung und Bezeigung der innern Gemeinschaft nicht gewähren? Wir entsprechen damit dem Geist der lutherischen Kirche nicht etwa minder, sondern mehr als die alte luth. Kirche. Es sind seitdem Gegensätze gegen unsern Glauben in die Welt getreten, von denen nicht etwa blos Luther und Chemnitz und Andreä, sondern auch Spener und Zinzendorf, keine Ahnung hatten: der Rationalismus, Pantheismus, Materialismus. Die Riesenhaftigkeit dieses Gegensatzes muß die Unterscheidung unter allen christlichen Confessionen und vollends unter Lutheranern und Calvinisten zu kleinen Dimensionen herabdrücken, und die drohende Vernichtung des ganzen christlichen Glaubens muß alle Confessionen zu einer Gemeinschaft der Vertheidigung auffordern. Wie dürfte der Streit
English translation AI translation
282 Miscellany.
for our ecclesiastical fellowship it would be highly expedient if the president had more time at his disposal for discharging this office, whose importance increases the more the boundaries of our association expand and the number of teachers grows. Since a new election is now to take place, I hope it will not be regarded as immodesty on my part — since I know that some will give me their votes — if I urgently ask the synod not to let its choice fall upon me again this time, since I possess neither the competence necessary for this office, nor can the large congregations entrusted to me spare so much of my time and labor as the responsible care of this office requires.
And now, dear brothers, let us proceed in Jesus' name to the beginning of the proceedings. May the Lord guide them through his Spirit, that they may serve the advancement of his kingdom and the glorification of his name! Amen!
(To be continued.)
Miscellany.
A Lutheran in the United Prussian State Church. The picture of such a Lutheran is presented, among others, by Stahl in a most remarkable way. He defends his own position within the united church, while warning others against such a position. We see this from an excerpt which Ströbel gives, in Guericke's journal, from Stahl's work: "The Lutheran Church and the Union." At one point Stahl writes: "Luther and Brenz and Westphal, etc., might rightly fear that the Reformed Church would not hold its ground, that the spiritualism from which its doctrine of the sacrament comes would carry it still further, to all the extravagances of Carlstadt and the Anabaptists and other enthusiasts. Time has taught us that, even amid the branching-off of sects, it truly was able, in its principal communions, to maintain its ground. How should we withhold from it the recognition and esteem and acknowledgment of inner fellowship? In doing so we correspond to the spirit of the Lutheran Church not less, but more, than the old Lutheran Church did. Since then, oppositions to our faith have arisen in the world of which not only Luther and Chemnitz and Andreae, but even Spener and Zinzendorf, had no notion: rationalism, pantheism, materialism. The enormity of this opposition must reduce the distinction among all Christian confessions, and especially among Lutherans and Calvinists, to small dimensions, and the threatening destruction of the whole Christian faith must summon all confessions to a fellowship of defense. How should the strife