Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 9 › Seite 273
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — September 1863, Seite 273
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Papſttum 140
Bericht der sechsten ord. Synodalversammlung der norweg.-evang.-luth. Kirche. 273
Wenn ich jetzt dieser Verpflichtung so gut ich's vermag, nachkomme, so hoffe ich, daß die kurze Zeit, welche mir das Amt eines Präses in Verbindung mit manchen anderen Berufspflichten übertragen war, und mein Mangel an Erfahrung und zu wünschender Tüchtigkeit zu einer Entschuldigung dafür dienen möge, daß meine Kenntniß und Darstellung des Zustandes unserer kirchlichen Gemeinschaft weder so umfassend noch so erschöpfend ist, als es zu wünschen wäre.
Als wir im vorigen Jahr versammelt waren, spürten wir noch hin und wieder in unserer kirchlichen Gemeinschaft die krampfhaften Zuckungen, die sich als Nachwehen überall finden, wo die gebärenden und wiedergebärenden Kräfte sich besonders thätig erzeigen. Wie es bei der natürlichen Geburt oft zwischen Tod und Leben zu schweben scheint, so konnte auch hier, wo Gott sein Gnadenwerk unter uns vorhatte, der nicht fehlen, der des Todes Gewalt hat, der Fürst der Finsterniß und Lüge; so wenig, als es während der Kämpfe unter uns selbst an solchen fehlte, die manches Mal fürchteten, daß Satan durch seine Lügen Sieger bleiben und den Kampfplatz behaupten dürfte. Doch, Gott sei gelobt! es ging nicht, wie wir fürchteten. Weit über unsere Erwartung ließ Gott sein Werk zum Segen für uns ausschlagen. Weder in dem Streit über die Sclaverei, noch im Sonntagsstreit, also über das 4. und 3. Gebot, gelang es dem Geist der Lüge uns so zu verblenden, daß wir auf der einen Seite die geistliche Freiheit, die eben darin besteht, daß der Mensch, frei gemacht von der Gewalt der Sünde, Lust und Trieb hat, den im Wort geoffenbarten Willen des HErrn zu thun, verwechselten mit der fleischlichen Freiheit, womit der Menschengeist besonders in unseren Tagen eine Selbstvergötterung treibt, noch auf der andern Seite uns unsere christliche Freiheit rauben ließen, die uns Christus mit seinem Blut erworben hat, und ließen uns zu Menschenknechten machen durch Menschengebot und Satzung.
Durch diese Streitigkeiten lernten wir alle unser theures Kleinod, die christliche Freiheit, mehr und mehr schätzen, lernten aber auch zugleich verstehen, daß ein Gefreiter Christi ein Knecht Christi ist, der aller menschlichen Ordnung unterthan ist um des HErrn willen. Manche, die wegen ihrer geringen Kenntniß des Wortes Gottes den eigentlichen Gegenstand des Streits, seine wirklich große Bedeutung nicht faßten, die aber doch in ihrem irregeleiteten Gewissen beängstet waren, sind wenigstens wieder zur Ruhe, wenn auch noch nicht zur Klarheit gekommen. Endlich so sind auch die, welche der Teufel mit oder gegen ihren Willen zu seinen Dienern brauchen wollte, um die Wahrheit zu bekämpfen und die Zeugen derselben zu schrecken, mit ihren öffentlichen Angriffen und Verspottungen verstummet, denn die Wahrheit war ihnen zu mächtig; mit oder wider ihren Willen mußten sie sich vor ihrer Macht beugen. Demnach können wir, so weit uns die Zustände bekannt sind, sagen, daß die schwersten Nachwehen überstanden sind, und wie eine Mutter, die alle ihre überstandenen Schmerzen vergißt, so können wir uns jetzt ungestörter freuen über die Beweise von des HErrn Gnade und von
English translation AI translation
Report of the sixth regular synodical assembly of the Norwegian Evang.-Luth. Church. 273
If I now discharge this obligation as well as I am able, I hope that the short time which the office of president, in conjunction with many other duties of my calling, allowed me, and my lack of experience and of the proficiency one might wish for, may serve as an excuse for the fact that my knowledge and account of the state of our church fellowship is neither so complete nor so exhaustive as would be desirable.
When we were assembled last year, we still felt here and there in our church fellowship the convulsive throes that are found everywhere as after-pains, wherever the bearing and re-bearing powers are especially active. As it often seems to hover between death and life at a natural birth, so here too, where God had His work of grace in view among us, he could not be absent who has the power of death, the prince of darkness and of lies; just as little, during the struggles among us, were there lacking those who at times feared that Satan, through his lies, might remain victor and hold the field of battle. Yet, God be praised! it did not go as we feared. Far beyond our expectation God let His work turn out to our blessing. Neither in the dispute over slavery, nor in the Sunday controversy — that is, over the Fourth and the Third Commandment — did the spirit of lies succeed in so blinding us that on the one hand we mistook spiritual freedom, which consists precisely in this, that man, made free from the power of sin, has the desire and impulse to do the will of the Lord as revealed in the Word, for the fleshly freedom with which the human spirit especially in our days practices a self-deification; nor, on the other hand, did we let ourselves be robbed of our Christian freedom, which Christ purchased for us with His blood, and let ourselves be made servants of men through human commandment and ordinance.
Through these controversies we all learned to prize our precious jewel, Christian freedom, more and more, but learned at the same time to understand that one set free by Christ is a servant of Christ, who is subject to all human ordinance for the Lord's sake. Some, who because of their slight knowledge of God's Word did not grasp the actual subject of the dispute, its truly great significance, but who were nevertheless troubled in their misled conscience, have at least come again to rest, even if not yet to clarity. Finally, those too whom the devil, with or against their will, wished to use as his servants to fight the truth and to frighten its witnesses, have fallen silent with their public attacks and mockeries, for the truth was too powerful for them; with or against their will they had to bow before its power. Accordingly we can say, so far as the circumstances are known to us, that the severest after-pains have been overcome, and, like a mother who forgets all the pains she has endured, so we can now rejoice the more undisturbed over the proofs of the Lord's grace and of