Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 5 › Seite 141
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Mai 1863, Seite 141
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Was sagen die Apostel und was sagt Christus der Herr zu unserm Katechismusstreit. 141
so kann auch wohl das Heer unsichtbarer Engel mit Menschen in Berührung kommen. Dies wird je nach der Stellung des Einzelnen zu Gott und seinem Gnadenrathschluß allerdings verschieden sein. So weit Jemand glaubt, ist er in der Gemeinschaft Aller, die an Gott hangen, also auch der guten Engel. Sie dienen ihm unsichtbar, in besonders entscheidenden Fällen aber in sichtbarer Gestalt, wie die Bibel beweist. Dies schließt jedoch nicht alle Gefährdung und Beschädigung durch das feindliche Heer aus, vielmehr ist sie nothwendige Folge des Kampfes gegen die Opposition. Der letztere aber fordert zu seinem Verständniß freilich den biblischen Gesichtspunkt für das ganze gegenwärtige Leben als eine Vorstufe der Prüfung und Bewährung. Ohne das Jenseits bleibt die Dissonanz ungelöst (vgl. Offenb. 21, 4.). — Wer Gott widerstrebt, kann sich anderseits der Gemeinschaft nicht entziehen, in die er durch diese feindliche Richtung seiner Seele eintritt. Er wird auch wider seinen Willen die bösen Engel um sich haben. Der Akt ihrer Hülfe, den der Klient der letzteren mehr oder weniger bewußt, dann veranlaßt, gehört in den Bereich der sogenannten Zauberei. Hiezu liefert unter andern die römische Geschichte manchen Beleg. Die Medien unserer Tage, Klopfgeister u. dgl. möchten auch solche unheimliche Schneeflocken sein, die daran mahnen, daß die Luft Dieses und Jenes birgt, was über unsern Horizont geht. Wohl dem, der ruhig davor schlafen kann. Doch wird der Sturm dadurch nicht beschworen, daß man — die Sturmvögel verscheucht!
VII. Das rechte Licht. *)
Wenn in Nr. 194 darauf aufmerksam gemacht wird, daß es „dem neuen Katechismus gegenüber keine politische Partei“ gebe, daß vielmehr „auf diesem Felde sich Alle die Hand zu gemeinschaftlichem Widerstande gereicht haben,“ so dient das allerdings vortrefflich dazu, die Katechismusangelegenheit im rechten Lichte erscheinen zu lassen. Ueber Christum werden Herodes, und Pilatus stets Freunde! Wenn es übrigens anders geworden ist, in der Feindschaft gegen das Wort vom Kreuz gleicht das neunzehnte Jahrhundert dem ersten wie ein Ei dem andern. So muß denn auch dies Wort wohl noch dasselbe sein. Ja gerade der Widerspruch, den es jetzt im Kripplein des neuen Katechismus erfährt, ist für den letzteren ein gutes Zeugniß. Hingegen möchte das alte Lehrbuch durch das Lob wenig gewinnen, das ihm von Gegnern der Offenbarung gespendet wird: denn Christo dient nicht, wer den Menschen gefällt. (s. Gal. 1, 10.)
Was nun den Ausgang dieser Sache betrifft, so steht er in der Hand dessen, der da heißt: „gestern und derselbe in Ewigkeit!“
*) In einer spätern Nummer brüsteten sich die Feinde des Katechismus damit, troß aller politischen Differenzen in ihrem gegenwärtigen Widerstreben wie Ein Mann dazustehen. Darauf bezieht sich das oben Folgende Inserat.
English translation AI translation
What the Apostles Say, and What Christ the Lord Says, to Our Catechism Controversy. 141
so too the host of invisible angels may well come into contact with men. This will, of course, differ according to the position of the individual toward God and his gracious counsel. So far as anyone believes, he is in the fellowship of all who cling to God, and thus also of the good angels. They serve him invisibly; in especially decisive cases, however, in visible form, as the Bible proves. This does not, however, exclude all endangerment and injury from the hostile host — rather it is the necessary consequence of the struggle against the opposition. The latter, indeed, for its understanding demands the biblical point of view for the whole of present life, as a preliminary stage of testing and proving. Without the world to come, the dissonance remains unresolved (cf. Rev. 21:4). — Whoever resists God cannot, on the other hand, withdraw from the fellowship into which he enters through this hostile bent of his soul. He will have the evil angels about him even against his will. The act of their help, which the client of the latter more or less consciously then brings about, belongs to the domain of so-called sorcery. Roman history, among others, furnishes many an instance of this. The mediums of our day, rapping spirits, and the like, may also be such uncanny snowflakes, reminding us that the air harbors this and that which passes beyond our horizon. Well for him who can sleep quietly before it. Yet the storm is not thereby conjured away by one's — scaring off the storm-petrels!
VII. The True Light. *)
When it is pointed out in No. 194 that "toward the new catechism there is no political party," that rather "in this field all have joined hands in common resistance," this indeed serves admirably to make the catechism affair appear in its true light. Before Christ, Herod and Pilate are ever friends! If, for that matter, things have turned out otherwise, in hostility toward the word of the cross the nineteenth century resembles the first like one egg another. So this word, too, must surely still be the same. Indeed, the very contradiction it now meets in the little manger of the new catechism is good testimony for the latter. The old textbook, on the other hand, would gain little by the praise bestowed on it by opponents of revelation: for he does not serve Christ who pleases men. (cf. Gal. 1:10.)
As for the outcome of this matter, it rests in the hand of him who is called: "the same yesterday and forever!"
*) In a later number the enemies of the catechism boasted that, despite all their political differences, in their present resistance they stood together like one man. To this the advertisement given above refers.