Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 1 › Seite 18
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Januar 1862, Seite 18
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18 Der Lutheran und Missionary.
mag, ihre Nothwendigkeit wird hier nicht gelehrt. Es ist sogar nach einer richtigen Auslegung dieser Stelle nicht nöthig, daß wir unter Wasser und Geist zwei verschiedene Dinge verstehen sollten. Wasser ist ein Sinnbild der Reinigung, und in dieser Stelle versinnbildlicht es die Abwaschung, Reinigung und Läuterung, die durch den Einfluß des heil. Geistes gewirkt wird. Wir haben eine ähnliche Ausdrucksweise Matth. 3, 11.: „„Der wird euch mit dem heil. Geist und mit Feuer taufen."" Der heil. Geist und das Feuer meinen hier nicht zwei Dinge, sondern eines, nämlich den heil. Geist unter dem Gleichniß des Feuers, welches alle Theile durchdringt und das Ganze läutert und reinigt. So in unserer Stelle bedeutet Wasser und der heil. Geist den heil. Geist unter dem Gleichniß des Wassers. Geboren werden aus Wasser und Geist will also sagen: geboren werden von dem heil. Geist, der, unter dem Symbol des Wassers dargestellt, die Seele abwäscht, erfrischt und reinigt." — „In derselben Weise unternimmt es ein Schreiber zu beweisen, daß die Sünde unsrer ersten Eltern allen ihren Nachkommen zur Last gelegt wird. Wie thut er das? Er citirt eine Stelle oder eine Anzahl von Stellen, zu beweisen, daß alle Menschen Sünder sind. Begründet dies diesen Punkt? Weit gefehlt, denn alle Menschen mögen Sünder sein durch Vererbung oder Fortpflanzung, durch wirkliche Schuld, und in anderen Weisen, ohne daß es wahr wäre, daß Gott auf sie alle die Schuld des ersten Sünders leget." — Gott bewahre uns in Gnaden vor einer solchen unbeeinflußten, correkten Auslegung der Beweisstellen! —
(Eingesandt von Past. Brauer.)
Der „Lutheran und Missionary"
sind vereinigt in ein Blatt. Die Zweckmäßigkeit dieser Vereinigung liegt auf der Hand. Und wenn man bedenkt, daß diese Zeitschrift sich Bahn bricht auf dem früher vom Observer fast ganz allein beherrschten Gebiete, und daß dasselbe der Finsterniß, die von diesem Blatt ausging, entgegenarbeitet, so kann jeder, der die Wahrheit und die lutherische Kirche lieb hat, nicht anders, als sich freuen über einen solchen Fortschritt zum Bessern. — Der General-Editor spricht in einem Artikel, worin er seinen Standpunct „Where do we stand", auseinandersetzt, auch seine Sehnsucht aus nach der Vereinigung der Christen und zunächst und vor allem der Lutheraner unter einander. Wir stimmen dem von Herzen bei, was ist lieblicher, segensreicher, christlicher, als Einigkeit und brüderliche Gemeinschaft! Betet doch der treue Heiland Joh. 17.: „Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, so durch ihr Wort an mich glauben, auf daß sie alle eins sein, gleich wie du, Vater, in mir, und ich in dir, daß auch sie in uns eins sein, auf daß die Welt glaube, du habest mich gesandt." Sagt er doch: „Daran wird man erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habt." Vermahnt doch auch Paulus: „Seid fleißig zu halten die Einigkeit des Gei⸗
English translation AI translation
18 The Lutheran and Missionary.
be, its necessity is not taught here. Indeed, on a correct interpretation of this passage, it is not even necessary that we should understand two different things by water and Spirit. Water is a symbol of cleansing, and in this passage it symbolizes the washing, cleansing, and purifying that is worked by the influence of the Holy Spirit. We have a similar mode of expression in Matt. 3:11: 'He shall baptize you with the Holy Ghost and with fire.' The Holy Spirit and the fire here mean not two things but one, namely, the Holy Spirit under the image of fire, which penetrates every part and purifies and cleanses the whole. So in our passage, water and the Holy Spirit mean the Holy Spirit under the image of water. To be born of water and the Spirit is thus to say: to be born of the Holy Spirit, who, represented under the symbol of water, washes, refreshes, and cleanses the soul." — "In the same manner a writer undertakes to prove that the sin of our first parents is laid as a charge upon all their descendants. How does he do this? He cites a passage, or a number of passages, to prove that all men are sinners. Does this establish the point? Far from it, for all men may be sinners through inheritance or propagation, through actual guilt, and in other ways, without its being true that God lays upon them all the guilt of the first sinner." — May God in his grace preserve us from such an unbiased, correct interpretation of proof texts! —
(Submitted by Pastor Brauer.)
The "Lutheran and Missionary"
are united into a single paper. The usefulness of this union is obvious. And when one considers that this journal is breaking new ground in territory formerly dominated almost entirely by the Observer, and that it is working against the darkness that emanated from that paper, then everyone who loves the truth and the Lutheran Church cannot help but rejoice at such progress toward something better. — The general editor, in an article in which he sets forth his position, "Where do we stand," also expresses his longing for the union of Christians, and first and foremost of Lutherans among themselves. We agree with this wholeheartedly — what is more lovely, more blessed, more Christian, than unity and brotherly fellowship! Does not our faithful Savior pray, John 17: "Neither pray I for these alone, but for them also which shall believe on me through their word; that they all may be one; as thou, Father, art in me, and I in thee, that they also may be one in us: that the world may believe that thou hast sent me"? Does he not say: "By this shall all men know that ye are my disciples, if ye have love one to another"? Does not Paul likewise admonish: "Be diligent to keep the unity of the Spir-