Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 1 › Seite 1
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Januar 1862, Seite 1
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Lehre und Wehre.
Jahrgang VIII. Januar 1862. No. 1.
Vorwort zu Jahrgang 1862.
Von Anfang an ist es von verschiedenen Seiten, und wieder vor kurzem im Ehlers'schen „Kirchlichen Zeitblatt" (1861. Nr. 7.) von Pastor Fengler in Löwenberg, der „Lehre und Wehre" und überhaupt der Missouri-Synode zum Vorwurf gemacht worden, daß ihr die „schöpferische Thätigkeit" abgehe, daß sie zu viel aus den Alten citire und selbst das Alte nicht in neuer Form als Eignes gebe. Es dürfte daher an der Zeit sein, daß wir einmal auch auf diesen Vorwurf etwas näher eingehen. Indem wir dies aber in gegenwärtigem Vorworte zu thun uns anschicken, fühlen wir uns dazu keinesweges durch eigne hohe Meinung von dem Werthe unserer Zeitschrift bewogen. Niemand kann vielmehr lebendiger davon überzeugt sein, wie gering der Dienst ist, den wir mit derselben der Kirche leisten, als wir selbst. Da wir aber der Kirche auch an unserem geringen Theile dienen sollen und wollen und es in keiner besseren, als der bisherigen, Weise zu thun wissen, so achten wir es für unsere Pflicht, namentlich unseren Freunden auch darüber Rede zu stehen. So bitten wir denn dieselben, sie wollen bei ihrem Urtheile über die Art und Weise unserer bisherigen und, so lange Gott will, auch künftigen theologischen Thätigkeit namentlich Folgendes ihrer Aufmerksamkeit würdigen.
Wir Missourier halten es vorerst nicht mit der montanistischen, anabaptistischen und enthusiastischen Richtung unserer Zeit, nach welcher unter den Theologen die Ansicht fast allgemein geworden ist, daß die Kirche gleich einem Menschen wie an Jahren so an Erkenntniß wachse, bis sie endlich in der Zeit unmittelbar vor dem jüngsten Tage zur männlichen Vollendung herangereift sein werde. Wir theilen ferner auch die papistische Idee von einer allmäligen Entstehung der Dogmen, wie sie ebenfalls in der protestantischen Kirche unserer Zeit mehr und mehr Eingang gefunden hat, durchaus nicht. Durch Schrift und Geschichte belehrt, glauben wir vielmehr mit unseren Vätern, daß die Kirche dem Monde gleiche, ihre Phasen (Lichtabwechselungen), Abnahme und Zunahme, auch ihre Eklipsen (Verfinsterungen) habe, daß sie bald im Flor stehe, bald im Staube unter dem Schutte von Menschenlehren und Mißbräuchen begraben liege. Auf die Zeit Mosis, da alle Völker über die Kirche ausrufen müssen: „Ey, welche weise und verständige Leute sind das, und ein herrliches Volk!" (5 Mos. 4.) folgt immer auch die Zeit Eli's, da „des
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English translation AI translation
Lehre und Wehre.
Volume VIII. January 1862. No. 1.
Preface to the 1862 Volume.
From the very beginning it has been made a reproach — from various quarters, and again quite recently by Pastor Fengler of Löwenberg in Ehlers' "Kirchliches Zeitblatt" (1861, No. 7) — against "Lehre und Wehre," and indeed against the Missouri Synod generally, that it lacks "creative activity," that it quotes too much from the ancients and does not even present the old material in new form as its own. It seems fitting, therefore, that we should for once address this reproach somewhat more closely. In setting about doing so in the present preface, however, we are moved to it by no means by any high opinion of our own concerning the worth of our journal. No one can be more vividly convinced than we ourselves how small the service is that we render the Church by means of it. But since we ought and wish to serve the Church even in our small measure, and know no better way of doing so than the one we have followed hitherto, we consider it our duty to give an account of this, especially to our friends. We ask them, then, in forming their judgment of the manner of our past — and, so long as God wills, our future — theological activity, to give their attention particularly to the following.
We Missourians hold, for our part, not at all with the Montanist, Anabaptist, and enthusiastic tendency of our age, according to which the view has become almost universal among theologians that the Church, like a man, grows in knowledge as it grows in years, until at last, in the time immediately before the Last Day, it will have ripened to full manly maturity. Nor do we in the least share the papist idea of a gradual development of dogma, an idea that has likewise gained more and more entrance in the Protestant church of our time. Taught rather by Scripture and history, we believe with our fathers that the Church resembles the moon, having its phases (changes of light), its waning and waxing, and also its eclipses (darkenings); that it stands now in full flower, now lies buried in the dust under the rubble of human doctrines and abuses. Upon the time of Moses, when all nations must cry out concerning the Church, "Surely this great nation is a wise and understanding people!" (Deuteronomy 4), there always follows also the time of Eli, when "the
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