Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 4, Nummer 4 › Seite 123
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — April 1858, Seite 123
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Bayern. 123
2. daß der fragliche Entwurf in seiner jetzigen Gestalt als zu ausführlich und einer sorgfältigen Durchsicht bedürftig erscheine;
3. daß daher das hohe Kirchenregiment ersucht werde, den Verfasser zu beauftragen, aus vorliegendem Werke einen dem Schulbedürfnisse entsprechenden Auszug, welcher die Vorzüge des ersteren in sich vereinige, auszuarbeiten und zwar unter Benutzung der reichen und schätzbaren Bemerkungen, welche die Referate der Diöcesansynode darbieten;
4. daß das hohe Kirchenregiment, nachdem es den also zu Stande gekommenen Auszug seiner Prüfung unterworfen haben wird, denselben sofort auf geeignete Weise zur Einführung bringen wolle;
5. daß eine kurze Kirchen⸗ und Reformationsgeschichte als Anhang beigegeben werden möge;
6. daß bei Herausgabe dieses Katechismus das Augenmerk auf möglichste Wohlfeilheit gerichtet werden möge;
7. daß das hohe Kirchenregiment den vorliegenden ausführlichen Entwurf schon jetzt den Geistlichen und Lehrern zur Benutzung beim Religionsunterrichte und dem Volke als Hausbuch empfehlen möge.
Die Beschlüsse über den Agenden-Kern stimmen mit denen der Ansb. Versammlung darin überein, daß der Agenden-Kern geeignet sei, als Grundlage zu einer neuen definitiven Agende zu dienen. Dagegen weichen sie in zwei Punkten von jenen ab; erstens sofern für die Ausarbeitung der Agende außer Berücksichtigung der im Referate niedergelegten Anträge auch noch eine besondere Berücksichtigung des Entwurfs von 1852 beschlossen wurde; und zweitens sofern die also ausgearbeitete Agende nicht erst der nächsten Generalsynode vorgelegt, sondern sofort nach ihrer Vollendung als Landesagende allgemein und definitiv eingeführt werden soll.
Ob das Oberconsistorium von diesem außerordentlich weitgehenden und dabei so verantwortungsvollen Vertrauen Gebrauch machen werde, ist freilich eine andere Frage.
In Bezug auf Kirchenzucht eignete sich die Bayreuth. Synode lediglich den Beschluß der Ansbacher an.
Der vom Grafen von Giech bezüglich einer würdigen, der wechselnden Mode nicht unterworfenen Kleidung der Geistlichen außer dem Amte gestellte Antrag, wurde in der Fassung angenommen, daß die Einführung eines bürgerlichen Kleides in dem beantragten Sinne und Umfange vom K. Oberconsistorium nicht anbefohlen, sondern blos dazu ermuntert und jede unpassende Kleidung der Geistlichen verboten werde. Gleichfalls einstimmige Annahme fand der Antrag desselben Abgeordneten: Es wolle die Hochw. Generalsynode auf dem ihr geeignet scheinenden Wege dahin wirken, unser Kirchenregiment von den bureaukratischen Fesseln zu befreien, welche demselben in Beziehung auf die Form ihrer Erlasse auferlegt sind. Ebenso wurde der Antrag auf künftige Vereinigung der beiden Generalsynoden durch Acclamation angenommen. Aehnlich wie in Ansbach wurden auch über die Wahlordnung der Kirchenvorstände und über Generalvisitationen entsprechende Vorschläge gemacht. Dagegen fand die Parität der weltlichen und geistlichen Mitglieder zahlreichere Gegner als in Ansbach und wurde nur gegen eine Minorität von achtzehn angenommen.
Doch wir eilen zum Schlusse und führen aus den Schlußreden noch
English translation AI translation
Bavaria. 123
2. that the draft in question appears, in its present form, too extensive and in need of a careful revision;
3. that the high church government therefore be requested to charge the author with working out, from the work as it lies before them, an excerpt suited to school needs which unites the merits of the earlier one, making use of the rich and valuable observations offered by the reports of the diocesan synod;
4. that the high church government, after having subjected the excerpt thus produced to its examination, will promptly bring the same into use in a suitable manner;
5. that a short history of the church and of the Reformation be added as an appendix;
6. that in publishing this catechism attention be paid to the greatest possible cheapness;
7. that the high church government even now recommend the present detailed draft to the clergy and teachers for use in religious instruction, and to the people as a household book.
The resolutions concerning the core of the liturgy agree with those of the Ansbach assembly in this, that the core of the liturgy is fit to serve as the basis for a new, definitive liturgy. They differ from those, however, on two points: first, in that for the working-out of the liturgy, besides taking into account the motions laid down in the reports, a special regard was also resolved for the draft of 1852; and second, in that the liturgy thus worked out shall not first be laid before the next general synod, but shall, immediately upon its completion, be introduced generally and definitively as the territorial liturgy.
Whether the Upper Consistory will make use of this extraordinarily far-reaching, and withal so responsibility-laden, trust is, to be sure, another question.
With regard to church discipline the Bayreuth synod merely adopted the resolution of the Ansbach one.
The motion put by Count von Giech concerning a dignified clerical dress, not subject to changing fashion, for clergy when out of office, was adopted in the form that the introduction of civil dress in the sense and scope proposed was not commanded by the Royal Upper Consistory, but merely encouraged, and that any unbecoming dress of the clergy was forbidden. Equally unanimous adoption was found by the motion of the same delegate: that the Right Reverend general synod should, by whatever way seems fit to it, work toward freeing our church government from the bureaucratic fetters imposed upon it as regards the form of its decrees. Likewise the motion for the future union of the two general synods was adopted by acclamation. Similarly as in Ansbach, corresponding proposals were also made concerning the election procedure for church vestries and concerning general visitations. On the other hand, the parity of lay and clerical members found more numerous opponents than in Ansbach, and was adopted only against a minority of eighteen.
But we hasten to a close, and from the closing speeches we still give