Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 4, Nummer 4 › Seite 124
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — April 1858, Seite 124
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124 Bayern.
Einiges an, was besonders geeignet ist, die Versammlung nach ihrem Sinne und Geiste zu charakterisiren. In der Dankadresse an Seine Majestät den König sagen die Bayreuther unter Anderem: Eure Majestät haben uns befohlen, in getrennten Versammlungen zu tagen. Es ist demnach nicht zu vermeiden gewesen, daß hie und da abweichende Meinungen in den beiden Versammlungen aufgetreten sind. Im Geiste und in der Wahrheit aber war unser Streben dasselbe. Eure Majestät werden Sich allergnädigst selbst überzeugen, daß beide Versammlungen von einem und demselben Geiste belebt waren. Wir sind von der zuversichtlichen Hoffnung erfüllt, daß hinfüro kein Grund mehr bestehen werde, uns, die wir die Glieder eines und desselben Leibes sind, zu trennen. Wenn die Generalsynode zu Ansbach ihren innigsten und wärmsten Dank dafür ausgesprochen hat, daß Eure Majestät ebenso bekenntnißtreue als dem Könige und der Verfassung ergebene Männer zur obersten Leitung unserer kirchlichen Angelegenheiten berufen haben, so können wir uns diesen Aeußerungen des ehrfurchtsvollsten Dankes nur ebenso aus vollem Herzen anschließen, wie der Erklärung des unerschütterten Vertrauens der Protest. Landeskirche zu dem ihr vorgesetzten Kirchenregimente, und wir sind der zuversichtlichen Hoffnung, daß der einmüthige und versöhnliche Geist beider Generalsynoden alle Widersacher verstummen machen und alle ängstlichen Gemüther beruhigen werde. —
Der Königl. Commissär äußerte in seinem Schlußwort Folgendes: „Als ich beim Beginne der diesjährigen Generalsynode Sie . . . begrüßte, sprach ich die Erwartung aus, daß es Ihrem eifrigen Bestreben gelingen werde, die diesjährige Generalsynode der des Jahres 1853 würdig an die Seite zu stellen. Dem HErrn sei es gedankt, ich habe mich hierin nicht getäuscht. Sie haben durch einträchtiges Zusammenhalten, durch vertrauensvollen Anschluß an das Kirchenregiment, durch Beobachtung der vorgeschriebenen gesetzlichen Formen und, was die Hauptsache ist, durch einmüthige Bekenntnißtreue die Ihnen gestellte Aufgabe gewissenhaft erfüllt und dadurch ein neues Zeugniß abgelegt, daß, wenn auch unsere Kirche durch ihre Gegner vielfach bedroht und bekämpft wird, in ihrem Schoße doch eine feste Phalanx treuer Kämpfer für dieselbe bestehe.“ —
Der Dirigent endlich sprach, nachdem er der Synode für ihre Haltung gedankt hatte, Folgendes: „Ich knüpfe an meinen Dank auch eine Bitte: Sie Alle, m. theuern Herren, wissen, daß die Schäden und schweren Uebel, an welchen wir leiden, nicht durch Gutachten und Berathungen von Generalsynoden, noch durch Decrete des Kirchenregiments geheilt werden können. Das geschieht auf anderem Wege, und diesen Weg zu wandeln, sind Sie Alle gleich sehr berufen. Sie sind dazu berufen, mögen Sie Geistliche oder Weltliche heißen. Der Weg aber, den ich meine, wird nur dann recht betreten, wenn unser Aller Seele erfüllt ist von dem wahren furchtlosen Zeugenmuth eines lebendigen Jüngers Christi. Ich meine jene Furchtlosigkeit, die eine Frucht des Glaubens ist, da wir uns nicht halten an das, was wir sehen und mit Händen greifen, sondern an die Verheißungen unseres unsichtbaren, aber wahrhaftigen HErrn und Meisters. Ich denke an jene Furchtlosigkeit, die dem Hasse und der Feindschaft der Welt gegenübertritt mit jener Liebe, mit der Gott der Vater in seinem Sohne uns arme Sünder zuvor geliebt hat, mit jener Liebe, die das Böse mit Gutem überwindet und gelernt hat, diejenigen zu segnen, die uns fluchen. Ich denke an jene Furchtlosigkeit, deren Stärke die Hoffnung ist, die da nicht an den Arm von Fleisch sich hält, sondern an den HErrn, der uns gesagt hat, daß seine Kirche die Pforten der Hölle
English translation AI translation
124 Bavaria.
a few more things especially suited to characterize the assembly in its sense and spirit. In the address of thanks to His Majesty the King, the Bayreuth [delegates] say, among other things: "Your Majesty has commanded us to sit in separate assemblies. It has accordingly not been possible to avoid the appearance of differing opinions here and there in the two assemblies. In spirit and in truth, however, our striving was the same. Your Majesty will most graciously convince yourself that both assemblies were animated by one and the same spirit. We are filled with the confident hope that henceforth no ground will remain for separating us, who are members of one and the same body. Whereas the general synod at Ansbach expressed its most heartfelt and warmest thanks that Your Majesty has called men equally faithful to the confession and devoted to the King and the constitution to the supreme direction of our ecclesiastical affairs, we can only join in these expressions of most reverent thanks with an equally full heart, as also in the declaration of the unshaken trust of the Protestant territorial church toward the church government set over it; and we are of the confident hope that the unanimous and conciliatory spirit of both general synods will silence all adversaries and calm all anxious minds." —
The Royal Commissioner declared the following in his closing remarks: "When at the beginning of this year's general synod I greeted you . . . , I expressed the hope that your zealous endeavor would succeed in placing this year's general synod worthily beside that of the year 1853. Thanks be to the Lord, I have not been deceived in this. Through harmonious cohesion, through confident attachment to the church government, through observance of the prescribed legal forms, and — what is the main thing — through unanimous faithfulness to the confession, you have conscientiously fulfilled the task set before you, and thereby given a new testimony that, even though our church is much threatened and assailed by its adversaries, there still stands within its bosom a firm phalanx of faithful fighters for it." —
The Chairman finally, after having thanked the synod for its conduct, spoke as follows: "I attach to my thanks also a request. You all, my dear gentlemen, know that the injuries and grievous ills from which we suffer cannot be healed by opinions and deliberations of general synods, nor by decrees of the church government. That happens by another way, and to walk this way you are all called in equal measure. You are called to it, whether you be clergy or laity. But the way I mean will only be rightly entered upon when the souls of us all are filled with the true, fearless courage to witness of a living disciple of Christ. I mean that fearlessness which is a fruit of faith, since we do not hold to what we see and grasp with our hands, but to the promises of our invisible yet truthful Lord and Master. I think of that fearlessness which meets the hatred and enmity of the world with that love with which God the Father in His Son first loved us poor sinners; with that love which overcomes evil with good, and has learned to bless those who curse us. I think of that fearlessness whose strength is the hope that does not hold to the arm of flesh, but to the Lord, who has told us that His church — the gates of hell