Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 4, Nummer 4 › Seite 121
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — April 1858, Seite 121
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Bayern. 121
gelischen Bayerns ist in den Augen des Auslandes wieder hergestellt, und die Gemeinde des Herrn in unserm Vaterlande hat gezeigt, daß nach seiner Verheißung die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen werden.
Wir werden die vielfachen oft tief eingehenden Belehrungen und Erinnerungen, die uns von diesem Tische zu Theil wurden, in einem dankbaren Gedächtniß bewahren. Wir scheiden aus diesem Saale mit demüthigem Preis unseres hochgelobten Erlösers, der uns sein Wort bestätigt hat: „Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“; mit gerührtem Andenken an die schönen Stunden, die wir darin verlebt, mit wo möglich noch erhöhter Ehrerbietung, Ergebenheit und Zuversicht gegen unsere edlen Vorgesetzten, mit Gefühl der vermehrten brüderlichen Eintracht und Liebe unter einander, mit frohen Hoffnungen für die Zukunft unserer Kirche, und mit dem heiligen Vorsatz, nichts zu versäumen, alles redlich zu thun, was zur Erfüllung dieser Hoffnung von uns gefordert werden kann.
Der Herr unser Gott segne und behüte Sie, erleuchtete treue Oberhirten seiner Gemeinde, in denen wir nicht nur unsere Vorgesetzten, sondern auch die Vorbilder in unserm Berufe mit Freuden wahrnehmen. Er kröne Ihr Amt noch ferner mit Kraft und Gnade aus der Höhe!
Der Herr unser Gott segne und behüte den König, der in seinem Namen das Scepter der Regierung mit christlicher Weisheit und Gerechtigkeit führt, und erfreue sein Herz durch ein Volk, welches dadurch glücklich ist, daß es in der apostolischen Regel einhergeht: Fürchtet Gott und ehret den König!
Der Herr unser Gott segne und behüte uns alle; er weide und erhöhe sein Erbtheil ewiglich! Hallelujah!
Der Ansbacher Generalsynode steht die Bayreuther, welche wenige Tage nach dem Schlusse jener, am 4. November, eröffnet wurde, vollkommen würdig zur Seite. Sie bestand aus fünf und vierzig Mitgliedern, dreißig geistlichen und funfzehn weltlichen; unter Letzteren Männer wie Graf von Giech und Freiherr von Rotenhan auf Renntweinsdorf und Andere, deren Namen auch über Bayern hinaus einen guten Klang haben. Nachdem der Königliche Commissär der Synode das Beispiel der Synode von 1853 zur Nachahmung vorgehalten hatte, eröffnete der Dirigent die Versammlung mit folgenden Worten:
„Indem ich heute in Ihre Mitte, meine hohe Versammlung, trete, fühle ich, wie so oft im Leben, daß die Erinnerung manchmal mächtiger und wirksamer ist, als die Gegenwart. Denn in diesen Räumen tagte die Generalsynode des Jahres 1853 und legte ihr gutes Zeugniß fröhlich, freudig und einig ab. Damals dachten wir —so äußerte sich ein Mitglied der Versammlung zu Ansbach — das Reich Gottes sei nahe. Wenn man sich die Nähe oder das Kommen dieses Reiches in jener friedlichen Gestalt dachte, welche die Generalsynode von 1853 trug, so war das ein menschlicher Irrthum. Denn, wo die Sonne des göttlichen Lichtes sich Bahn macht, da erregt sie zuerst die Finsterniß, um sie zu brechen. Und der Entwickelungsgang des göttlichen Reiches auf Erden trägt nicht die Gestalt äußerlichen und scheinbaren Friedens, sondern bringt den Ernst des Streites und des Kampfes. Und so geschah es. Es entstanden jene Bewegungen, welche den Feinden außerhalb unserer Kirche zur Freude und den Freunden unserer Kirche im In⸗ und Auslande zu tiefem Schmerze, zu tiefer Betrübniß gereichten. Und dennoch—so hoffe ich —ist weder das Eine, noch das Andere in seinem ganzen Umfange gerechtfertiget. Denn, wo alte und verborgene Schäden aufbrechen
English translation AI translation
Bavaria. 121
...gelical [Church] of Bavaria has been restored again in the eyes of foreign lands, and the congregation of the Lord in our fatherland has shown that, according to His promise, the gates of hell shall not prevail against it.
We shall preserve in grateful remembrance the manifold, often deeply searching instructions and reminders that fell to us from this table. We depart from this hall with humble praise of our highly praised Redeemer, who has confirmed to us His word: "Where two or three are gathered together in my name, there am I in the midst of them"; with touched remembrance of the fine hours we spent therein, with, if possible, still heightened reverence, devotion, and confidence toward our noble superiors, with a sense of increased brotherly concord and love for one another, with joyful hopes for the future of our church, and with the sacred resolve to neglect nothing, but honestly to do everything that may be required of us for the fulfillment of this hope.
May the Lord our God bless and keep you, enlightened, faithful chief shepherds of His congregation, in whom we gladly perceive not only our superiors but also examples in our calling. May He crown your office still further with strength and grace from on high!
May the Lord our God bless and keep the King, who in His name wields the scepter of government with Christian wisdom and justice, and gladden his heart through a people that is happy in this, that it walks according to the apostolic rule: Fear God and honor the King!
May the Lord our God bless and keep us all; may He shepherd and exalt His inheritance forever! Hallelujah!
Fully worthy to stand beside the Ansbach general synod is the Bayreuth one, which was opened a few days after the close of the former, on November 4. It consisted of forty-five members, thirty clerical and fifteen lay; among the latter, men such as Count von Giech and Baron von Rotenhan of Renntweinsdorf, and others whose names have a good ring even beyond Bavaria. After the Royal Commissioner had held up to the synod the example of the synod of 1853 for imitation, the presiding officer opened the assembly with the following words:
"As I step today into your midst, my honored assembly, I feel, as so often in life, that memory is sometimes more powerful and effective than the present. For in these very rooms the general synod of the year 1853 met and gave its good testimony cheerfully, joyfully, and in unity. At that time we thought — as a member of the assembly at Ansbach expressed it — that the kingdom of God was near. If one pictured the nearness or the coming of this kingdom in that peaceful shape which the general synod of 1853 bore, that was a human error. For where the sun of divine light makes its way, it first stirs up the darkness, in order to break it. And the course of development of the divine kingdom on earth does not bear the shape of outward and apparent peace, but brings the earnestness of strife and of struggle. And so it came to pass. Those movements arose which redounded to the joy of the enemies outside our church, and to the deep pain and deep sorrow of the friends of our church at home and abroad. And yet — so I hope — neither the one nor the other is justified in its full extent. For where old and hidden damages break open