Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 4, Nummer 4 › Seite 120
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — April 1858, Seite 120
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120 Bayern.
die in der letztvergangenen Zeit theils durch großes Mißverständniß Vieler, theils durch den bösen Willen Einiger unserer Kirche geschlagen worden sind, schon allenthalben wieder zu heilen beginnen, daß Sie hier einer Generalsynode beigewohnt haben, die in allen ihren Mitgliedern von der Gesinnung der tiefsten Ehrfurcht und aufrichtigsten Anhänglichkeit gegen unsern geliebten Landesvater und Sein ganzes erlauchtes Haus, der herzlichsten Ergebenheit gegen das von Ihm bestellte Kirchenregiment, der gewissenhaftesten Treue gegen unser evangelisches Glaubensbekenntniß und gegen die Staatsverfassung, sowie des redlichsten Eifers für die Förderung der höchsten Interessen unserer Kirche beseelt war.
Dann wendete sich der Redner an den Herrn Dirigenten in folgenden Worten:
Hochwürdigster, hochwohlgeborner Herr Präsident
des Königlichen Oberconsistoriums!
Kaum bedarf es des ausdrücklichen Zeugnisses, mit welch' einer Freude und Hoffnung für den glücklichen Gang und Erfolg der diesmal so besonders wichtigen Synodal⸗Verhandlungen uns alle die Kunde erfüllte, daß Euer Hochwürden Excellenz die Leitung derselben abermals selbst in ihre gesegneten Hände nehmen würden. Ihr Name schien uns mit Recht eine der sichersten Bürgschaften für das Gelingen des Guten. Je schmerzlicher der Antheil war, den alle wohlgesinnten Mitglieder unserer vaterländischen Kirche an den schweren Sorgen nehmen mußten, von denen unsere höchsten kirchlichen Vorgesetzten seit der letzten Generalsynode sich bedrängt sahen, desto lebhafter war auch in allen bekenntnißtreuen Geistlichen und Laien der Wunsch, unserm theuern Kirchenregimente öffentlich den unzweideutigsten Beweis geben zu können, daß ihm die reinste Hochachtung, das volle Vertrauen aller gläubigen Bekenner des Evangeliums zur Seite stehe, daß sie alle bereit seien, seine weisen, vollkommen gesetzlichen, wohlthätigen Bemühungen für die Besserung unserer kirchlichen Zustände nach bestem Wissen und Vermögen zu unterstützen.
Die Generalsynode hat uns die ersehnte Gelegenheit geboten, dem hochgeehrten und geliebten Haupte des Kirchenregiments gegenüber unsere Gesinnung an den Tag legen zu können. Gelobt sei der Herr, durch dessen Gnade wir rühmen dürfen: Es hat sich durch diese Synode vor den Augen aller Welt klar herausgestellt, daß der häßliche Sturm, der sich gegen die trefflichen Anträge der letzten Generalsynode und gegen die Vollzieher derselben erhoben hatte, nicht in dieses Heiligthum dringen konnte, daß die Blicke der Vertreter der Kirche durch alle aufgestiegenen giftigen Nebel nicht gegen das Licht der göttlichen Wahrheit verdüstert worden sind, daß Recht doch Recht bleiben muß und alle frommen Herzen ihm zufallen werden.
Indem wir Ew. Hochwürden Excellenz für Ihre so höchst einsichtsvolle, wohlwollende und einflußreiche Leitung unserer Berathungen den wärmsten, ehrerbietigsten Dank ausdrücken, dürfen wir uns der frohen Hoffnung hingeben, daß Ihr edles Herz für so Manches, was Sie unlängst beunruhigte und bekümmerte, in unserer Mitte Entschädigung und Befriedigung gefunden hat, und daß Ihr hohes Collegium, daß des Königs Majestät in allen Bitten und Anträgen, die wir uns zu stellen erlaubten, nichts finden wird, was an jene bedauernswürdigen Manifestationen auch nur von ferne erinnern könnte. Die gesetzlichen geistlichen und weltlichen Vertreter unserer Kirche haben ihre ungetrübte Uebereinstimmung mit den hohen Moderatoren derselben im Namen ihrer Committenten bewiesen; die Ehre des evan⸗
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120 Bavaria.
...which in the recent past were inflicted upon our church, partly through the great misunderstanding of many, partly through the evil will of a few, are already everywhere beginning to heal again — the news that you had here been present at a general synod which, in all its members, was animated by a spirit of the deepest reverence and most sincere attachment toward our beloved sovereign and his whole illustrious house, of the most heartfelt devotion toward the church government appointed by him, of the most conscientious fidelity toward our evangelical confession of faith and toward the constitution of the state, as well as by the most honest zeal for promoting the highest interests of our church.
Then the speaker turned to the presiding officer in the following words:
Most Reverend, most nobly born Mr. President
of the Royal Oberkonsistorium!
It scarcely needs express testimony with what joy and hope, for the happy course and success of this time's especially important synodal proceedings, the news filled us all, that Your Reverend Excellency would once again take the direction of them personally into your blessed hands. Your name seemed to us, rightly, one of the surest guarantees for the success of the good cause. The more painful the share was that all well-disposed members of our national church had to take in the heavy cares under whose pressure our highest church superiors had found themselves since the last general synod, the more lively was, in all confessionally faithful clergy and laity alike, the wish to be able to give our dear church government the most unambiguous public proof that the purest esteem and the full confidence of all believing confessors of the Gospel stood at its side, and that they were all ready to support, to the best of their knowledge and ability, its wise, entirely lawful, and beneficial efforts toward the improvement of our ecclesiastical conditions.
The general synod has offered us the longed-for opportunity to be able to lay open our disposition before the highly honored and beloved head of the church government. Praise be to the Lord, by whose grace we may boast: it has become clear through this synod, before the eyes of all the world, that the ugly storm which had arisen against the excellent proposals of the last general synod, and against those who carried them out, could not penetrate into this sanctuary; that the eyes of the church's representatives have not been darkened, by all the poisonous mists that arose, against the light of divine truth; that right must after all remain right, and that all pious hearts will fall in with it.
In expressing to Your Reverend Excellency our warmest, most reverent thanks for your so highly insightful, benevolent, and influential guidance of our deliberations, we may indulge the joyful hope that your noble heart has found, in our midst, compensation and satisfaction for so much that lately disturbed and troubled it, and that your high Collegium — that His Majesty the King — will find nothing, in all the requests and proposals we have allowed ourselves to make, that could even remotely recall those regrettable manifestations. The lawful spiritual and secular representatives of our church have proven, in the name of their constituents, their untroubled agreement with its high moderators; the honor of the Evan—