Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 3, Nummer 4 › Seite 115
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — April 1857, Seite 115
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Die Generalsynode der lutherischen Kirche in Preußen vom Jahr 1856. 115
die Hand Gottes in der Zuführung der nöthigen Lehrerkräfte. Dies Gymnasium ist im weitern Aufblühen begriffen, hat zu Michaelis d. J. auch die Prima erhalten, und kann also aus seinem Schooße abgehende Jünglinge später unmittelbar nach der Universität entlassen. Die Schülerzahl beträgt ungefähr 100 und die Pensionen sind schon von 60, 80, 100 Thalern an zu erhalten. Wie wichtig eine solche lutherische Anstalt ist, die von lutherischen Lehrern in Einem Sinne und Geiste geleitet wird, liegt auf der Hand. Zu allseitiger Sicherung trug Pastor Francke bei der Synode auch noch darauf an, daß die Kirche die Anstalt als die ihrige ansehen und übernehmen wolle, jedenfalls ihr Revisorat über dieselbe antreten möge.
Unter das Gebiet der Mittheilung, welche wir aus der Synode heraus zu machen hätten, möchte dann etwa auch noch dieses gehören. Mehrere Anträge waren eingegangen, welche auf Vermehrung der Kräfte des Oberkirchencollegiums drangen. Sie wurden einer besondern Commission zur weitern Prüfung übergeben, und diese entschied sich dahin, daß diese beantragte Vermehrung allerdings nothwendig wäre. Schwierigkeiten bot da nun aber allerdings der Geldpunct in Beziehung auf die Besoldung dar, da es wünschenswerth erschien, daß ein solches Mitglied in Breslau seinen Wohnsitz nehme, was namentlich durch die Einsehung der Acten nothwendig werde. Da es nun aber auch als wünschenswerth erscheine, daß ein solches Mitglied vielleicht dem geistlichen Stande angehöre; so werde seine Besoldung nöthig, indem es sich der Uebernahme solch mühevoller Arbeit unmöglich, wie alle andern Mitglieder des hochw. Oberkirchencollegiums bis auf diese Zeit es gethan, unentgeldlich werde unterziehen können. Man vereinigte sich dahin, die Nothwendigkeit und Wichtigkeit der Sache auch den Gemeinden nahe zu bringen, und da es nicht gut thunlich sei, eine besondere Steuer ins Leben zu rufen, oder eine neue Collecte anzuordnen, so möchte in den Gemeinden auf Anregung von Schenkungen, Legaten oder Vermächtnissen Bedacht genommen werden, was ja unbedenklich sei, wenn man mit aller Vorsicht dabei verfahre und niemandes Freiheit irgendwie beschränke. Es sei das ja auch je und je in der Kirche in Praxi gewesen. Ein erfreulicher Zug trat dabei hervor, nämlich dieser: ein Deputirter, ein schlichter Landmann, legte bei seiner Abreise als Anfangsscherflein zu einem anzulegenden Capital zu dem Behufe 5½ Thlr. nieder.
Zur Sprache kam es, daß namentlich Lutheraner auswärtiger Länder vielfach den Wunsch ausgesprochen hätten, über unser Entstehen und Bestehen gründlich belehrt zu werden, woran sich die Klage geknüpft habe, daß es ihnen in vieler Beziehung an einer klaren Einsicht in unsere Verhältnisse mangele. Es wird daher der eingereichte Antrag: „Die hochwürdige Synode wolle die Abfassung eines Buches von mäßigem Umfange, welches die Schicksale, Lehre, Gottesdienst und Verfassung der lutherischen Kirche in Preußen in gedrängter, faßlicher und edler Darstellung enthält, zur Belehrung und Orientirung für jeden, sowie namentlich für die Aufzunehmenden und die confirmirte Ju⸗
English translation AI translation
...the hand of God was likewise visible in the supply of the necessary teaching staff. This Gymnasium is in a state of continuing growth; at Michaelmas of this year it also received its Prima [top form], and can therefore, from its own bosom, send forth young men directly to the university afterward. The number of pupils is about 100, and board can already be had for 60, 80, or 100 Thaler. How important such a Lutheran institution is — one led by Lutheran teachers in one mind and spirit — is evident. For the sake of security on every side, Pastor Francke also proposed to the synod that the church regard the institution as its own and take it over, or at least assume oversight [Revisorat] over it.
Belonging also, perhaps, to the sphere of communications we have to make from the synod is the following. Several motions had been submitted urging an increase in the strength of the Oberkirchencollegium. These were referred to a special committee for further examination, and the committee concluded that the proposed increase was indeed necessary. Difficulties here arose, however, over the financial point regarding compensation, since it seemed desirable that such a member should take up residence in Breslau, which the examination of the records in particular would make necessary. And since it also seemed desirable that such a member perhaps belong to the clerical estate, his compensation would then become necessary, inasmuch as he could not, like all the other members of the reverend Oberkirchencollegium up to this time, take on so burdensome a task without pay. It was agreed to bring the necessity and importance of the matter home to the congregations as well; and since it was not practicable to institute a special tax or order a new collection, consideration should instead be given in the congregations to encouraging gifts, legacies, or bequests — which is certainly unobjectionable, provided one proceeds with all due care and does not in any way restrict anyone's freedom. This, after all, has always been the church's practice. A gratifying feature emerged in this connection, namely this: a deputy, a plain countryman, on his departure laid down 5½ Thaler as a first mite toward a fund to be established for this purpose.
It was mentioned that Lutherans of foreign lands had frequently expressed the wish to be thoroughly instructed about our origin and continued existence, coupled with the complaint that in many respects they lacked a clear insight into our circumstances. The motion submitted was therefore put: "May the reverend synod resolve upon the composition of a book of moderate size, which shall present, in a concise, comprehensible, and dignified account, the history, doctrine, worship, and constitution of the Lutheran Church in Prussia, for the instruction and orientation of everyone, and in particular for those being received into membership and the confirmed...