Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 2, Nummer 9 › Seite 259

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — September 1856, Seite 259

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Gnadenwahlslehrſtreit. —— 33

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Ein Antwort⸗Schreiben des Herausgebers an einen theuern Freund ꝛc. 259

bäude gesagt sein, deren Werth auch wir zu schätzen wissen, weil auch sie mit zur Sichtbarwerdung der Kirche gehören.

Erlauben Sie mir, theuerster Freund, daß ich zum Schluß noch einige Sätze aufstelle, von denen ich hoffe, daß sie vielleicht dazu beitragen könnten, uns in unserer Ansicht von der Kirche zusammenzuführen; denn ich glaube, daß wir im Grunde mehr einig sind, als es auf den ersten Blick scheinen möchte.

1. Ich habe in der von Ihnen angegriffenen Nr. 3 des diesjährigen Kirchen-Blattes, und früher schon in dem Verwort zum Jahrgang 1854 (S. 6. Anmerkung), ausgesprochen, daß die Bezeichnung der wahrhaft Gläubigen in der Kirche Christi durch den Ausdruck „unsichtbare Kirche“ unbequem sei, indem es wider die richtige Sprechweise laufe, einen Theil des Ganzen mit demselben Namen zu bezeichnen, welcher dem Ganzen gegeben wird. In unsern Bekenntnißschriften kommt der Ausdruck „unsichtbare Kirche“ nicht vor; — für diesen Ausdruck streite ich ganz und gar nicht und will mir sehr gern gefallen lassen, daß für die Sache, welche ausgedrückt werden soll, ein anderer Ausdruck gewählt werde. — Inzwischen muß ich doch bemerken, daß, wie bekannt, unsere alten Glaubenslehrer, welche sich dieses Ausdrucks bedienen, ihn, in dem Bewußtsein, daß er nicht ein der Sache völlig angemessener sei, vor Mißverständnissen zu verwahren suchen, indem sie sagen, es sei die Lehre von der unsichtbaren Kirche nicht so zu verstehen, als stehe, was sie unsichtbare Kirche nennen, der sichtbaren Kirche als eine zweite Kirche äußerlich gegenüber, und beständig lehren, die Glieder der unsichtbaren Kirche seien nicht außerhalb des Bereiches der sichtbaren Kirche zu suchen. Mit diesen Verwahrungen ist der Gebrauch des Ausdrucks „unsichtbare Kirche,“ obwohl er unbequem ist, dennoch unverwerflich, wie wir denn ja wegen Unzulänglichkeit unseres Sprechvermögens öfter genöthigt sind, uns nicht völlig entsprechender Bezeichnungen zu bedienen, wo wir denn auch durch erklärende und verwahrende Zusätze der Mangelhaftigkeit und Mißverständlichkeit des Ausdrucks zu Hülfe kommen.

2. Es ist den Reformatoren nicht eingefallen, durch ihre Begriffsbestimmung der Kirche dem Haufen der berufenen und getauften Christen den Namen „Kirche“ absprechen zu wollen; so wenig sie Anstand genommen haben, die Getauften als solche schlechthin „Christen“ zu nennen. Indem sie sagen: die Kirche, eigentlich gesprochen, ist die Versammlung der Gläubigen und Heiligen, geben sie ausdrücklich zu, daß die Benennung „Kirche“ in weiterm Verstande dem ganzen Haufen zukomme, dem die Gläubigen und Heiligen in dieser Welt, der äußeren Gemeinschaft nach, gliedlich angehören. Ebenso nennen unsere alten Dogmatiker, indem sie unsichtbare und sichtbare Kirche unterscheiden, die Gemeine oder Versammlung der Berufenen „die Kirche Christi auf Erden.“ Und ich meines Theils bin fern davon, anders reden und leugnen zu wollen, daß alle getauften Christen zu Christo in einem andern Verhältnisse stehen, als ungetaufte Menschen, indem die Gnade

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A Reply Letter from the Editor to a dear Friend etc. 259

—buildings, whose worth we too know how to appreciate, because they too belong to the visible manifestation of the church.

Allow me, dearest friend, to set down in closing a few further propositions, of which I hope that they might perhaps help bring us together in our view of the church; for I believe that at bottom we agree more than might appear at first glance.

1. I have stated in No. 3 of this year's Kirchenblatt, which you attacked, and earlier already in the preface to the volume of 1854 (p. 6, note), that the designation of the truly believing within the church of Christ by the expression "invisible church" is inconvenient, since it runs contrary to correct usage to designate a part of the whole by the same name given to the whole. In our confessional writings the expression "invisible church" does not occur; — I do not in the least contend for this expression, and am very willing to have some other expression chosen to express the matter meant. — Meanwhile, however, I must note that, as is well known, our old teachers of the faith who employ this expression seek, being conscious that it is not entirely suited to the matter, to guard it against misunderstanding, by saying that the doctrine of the invisible church is not to be understood as though what they call the invisible church stood outwardly over against the visible church as a second church, and by constantly teaching that the members of the invisible church are not to be sought outside the bounds of the visible church. With these safeguards, the use of the expression "invisible church," though inconvenient, is nevertheless not objectionable — just as, on account of the insufficiency of our power of speech, we are often compelled to make use of designations not entirely adequate, in which case we then also come to the aid of the deficiency and potential for misunderstanding in the expression by means of explanatory and qualifying additions.

2. It never occurred to the Reformers, through their definition of the church, to wish to deny the name "church" to the mass of the called and baptized Christians; just as little as they hesitated to call the baptized, as such, simply "Christians." In saying: the church, properly speaking, is the assembly of believers and saints, they expressly concede that the designation "church," in the wider sense, belongs to the whole mass to which believers and saints in this world, according to outward fellowship, belong as members. Likewise our old dogmaticians, in distinguishing invisible and visible church, call the congregation or assembly of the called "the church of Christ on earth." And I, for my part, am far from wishing to speak otherwise, or to deny that all baptized Christians stand in a different relationship to Christ than unbaptized people, inasmuch as grace