Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 26 › Seite 168

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-07-19, Seite 168

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Ihr Vater war ein Heide,
Bemüht, wie er ſein Kind
Vom HErren Chriſto ſcheide.
Da ſprach ſie ſanft und lind:
„Mein Vater, man muß nennen
Die Dinge, wie ſie ſind:
Drum will auch ich als Chriſtin mich bekennen.“

Man führte ſie gefangen
Zum dumpfen Kerker fort.
Sie ſah voll Schreck und Bangen
Den grauenvollen Ort;
Doch als ſie bald ſich faßte —
Man ließ das Kind ihr dort —
Sprach ſie: Mir ward der Kerker zum Pallaſte.

Einſt ſchauet ſie im Traume,
Wie ſie den Drachen tritt,
Und zu des Himmels Raume
Auf goldner Leiter ſchritt.
Der HErr ſpricht: „Sei willkommen!“
Und theilt ihr Speiſe mit:
Da ward all' ird'ſche Hoffnung ihr genommen.

Drauf kam ihr Vater wieder,
Bom HErrn ſie abzuziehn;
Mit Thränen ſank er nieder
Und ſprach: „Gebieterin!
Erhöre doch mein Flehen,
Laß fahr'n den hohen Sinn!“
Sie ſprach: „Was Gott will, wird an mir ge⸗
ſchehen.“

Und mit dem Kinde naht er,
Als ſie zum Richter geht.
„Ach, ſchon' dein Kindlein!“ bat er,
Und ſeibſt der Richter fleht:
„So opfre doch zur Ehre
Der Kaiſer!“ — Sie geſteht:
„Ich will's nicht thun, weil ich dem HErrn ge⸗
höre.“

Ihr Urtheil wird geſprochen,
Und freudig hört ſie's an.
Vom Kummer wie zerbrochen
Erſ heiut ihr Vater dann.
Die Tochter klagt voll Schmerzen
Den unglückſel'gen Mann:
„Als litt ich's ſelbſt, ſo geht es mir zu Herzen.“

2

Wie Perpetua und ihr Bruder Sa⸗
turus durch himmliſche Geſichte
getröſtet ſind.

Drauf ſchaut ſie im Geſichte,
Wie ſie gar heftig rang
Mit einem Bſewichte,
Bis ſie ihn endlich zwang,
Und „Friede!“ hörte ſagen.
Da merkte ſte voll Dank: ö
Run würde ſie den Satan ſiegreich ſchlagen.
Doch ſollte auch erlangen
Satur das Paradies,
Ihr Bruder, den gefangen
Man in den Kerker ſtieß,
Dem Gott die Herrlichkeiten
Des ſel' gen Himmels wies,
Um ſie zu ſtärken zu dem heil'gen Streiten.
Sie ſchieden aus dem Leben;
Und ſiehe! Engel nahn,
Anf deren Händen ſchweben
Gen Morgen ſie hinan.
Sie ſehn ein Lichtmeer prangen,
Und Saturus hebt an:
„Wir haben die Verheißung nun empfangen.“

Sie ſehn den ſchönſten Garten,
Der voller Roſen wallt,

Perpetua ſpricht erfreut:

— 167 —

„Sie ſind's, ſie ſind es!“ ſchallt

Es froh aus aller Munde:

„Nun kommt herein alsbald,

Und grußt den HErrn!“ Sie treten ein zur
Stunde.

Da ragen hohe Wände,
Als wie von Licht erbaut;
Da tönet ohne Ende
Das dreimal heilig laut.
Im unermeß'nen Meere
Des Lichtes wird geſchaut
Der HErr und rings der Engel heil'ge Heere.

Sie ſchweben hin und kuͤſſen
Den Errn der Herrlichkeit;
Es kuſſen ſie und grußen
Die Engel: „Harrt der Zeit!
Und geht nun hin und ſpielet.“

„Ich hab' im Fleiſch mich nie ſo froh gefühlet.“

——

8.

Wie ſtandhaft Perpetua gelitten
und die Märtyrerkrone erlangt

hat.

Und ſo iſt's auch geſchehen. —
Man ſah der Märt'rer Zahl
Vor ihrem Tod begehen
Das heil'ge Liebesmahl,
Wobei ſie ernſtlich wieſen
Das Volk auf jene Qual
Am Tag des Zorns, und ihre Feſſeln prieſen.

Der Richttag war erſchienen.
Sie zogen ſo voll Ruh
Hin nach den Kampfſchaubühnen,
Als ging's dem Himmel zu.
Sie zitterten vor Freuden,
Daß ſie zum HErrn im Nu
Auffahren ſollten nach dem kurzen Leiden.

Da wollte man ſie kleiden
In Baals Prieſterzier.
Perpetua rief den Heiden:
„Seht! darum ſind wir hier
Freiwillig hergekommen,
Und darum ſterben wir,
Daß unſre Freiheit uns bleib unbenommen.“

Als man ſie drauf ausziehet,
Und in ein Netze ſteckt,
War ſie ſo keuſch bemuhet,
Wie ſie ſich ſchamhaft deckt,
Daß ſie ſogar die Heiden
Dadurch zum Mitleid weckt:
Man ließ ſie wieder völlig ſich ankleiden.

So ward ſie ausgeſetzet;
Und auf ſie ſtürzte los
Die wilde Kub, gehetzet.
Sie fiel beim erſten Stoß.
Doch als ihr Kleid zerriſſen,
War ihre Sorge groß,
Und ſie verſchämt ſich zu verhüll'n befliſſen.

Als man ſie wieder brachte
Dann nach Carthago zu,
War's, als ob ſie erwachte
Aus tiefer Schlafesrnh.
„Wann werd' ich ausgeſetzet
Einmal der wilden Kuh?“
Sprach ſie, bis daß ſie ſah, ſie war verletzet.

So litt ſie heldenmüthig,
Da Gott ihr Beiſtand war.
Dann hat ſie * und gůtig
Ermahnt die Chriſtenſchaar:

Wo Engel ſie erwarten.

—„—„‚„„

„Seid ſtark und feſt im Glauben,

Und liebt euch tren und wahr;
Laßt euch den Muth durch unſre Qual nicht
rauben.“

Doch wollten noch die Heiden
Perpetua ſterben ſehn,
Um ſich daran zu weiden.
Sie mußte wieder gehn
Hin nach den Kampfſchaubühnen;
Dort ſahe man ſie ſtehn
Mit ſtiller Ruh und Freude in den Mienen.

Darauf hat ſie empfangen
Gefaßt den Todesſtreich.
So iſt ſie eingegangen
Ins ſel'ge Himmelreich;
Da trägt ſie nun die Krone
Verkläret, engelgleich,
Und freuet ſich im HErrn am Gnadenlohne.

Hermann Fick.

αꝗα
Anuittungen ö
über empfangene Gelder.

18⁵2.
Novbr. 13. Von Hrn. Barthel, Zahlung
von Stegelmann, Kirchencollecte 4²6.00
Decbr. 23. Von Hrn. Barthel, Zahlung
von Pfau, 6.48
1853.
Jan. 26. Von Hrn. Barthel, Miſſionegeld
in N. R. erhalten 10.00
Febr. 10. Von Hrn. Barthel, Ueberſchuß von
Geldern für Luduig 63.64
Maͤrz 9. Von Hrn. Barthel, Zahlung Hrn.
Paſt. Brohm's für „Lutheraner' 14.0⁰
Zahlung Hrn. Paſtor Brohm's für
Hrn. Löber 2.50

April 30. Von Hru. Barthel, Zahlung Fran
Stegelmann's für Miſſion 81.00.,

Zahlung von Hebel und Allen ſür die

abgebrannte Kirche in Neumelle 31.25 2.25
Sazlung von Hrn. Paſtor Brohm für ö
Lutheraner' 1.00
Mai 13. Von Hrn. Barthel, Rimeſſe 331.80
Von Hrn. Barthel, Ueberſchuß Ihrer Ri⸗
meſſen ulto. 1852 259.89
Von Hrn. Barthel, Ueberſchuß Ihrer Ri⸗ ö
meſſen für Ludwig 50.00
88²9.56
Novbr. 13. Von Stiegelmann, ſür der New
Norker Gemeinde verkaufte Bücher 38.00
Jan. 14. Von Siegelmann 6.00
Juni 28. „ Frau Stegelmann 10.00
Novbr. 24. „ Paßor Ernſt 5.00
Decbr. 10. „ J. Dobler 4.23
„ 16. „Paſtor Diehlmann 11.25
April 6. 7 7. 7. 18.00
Juni 25. „ Brickner und Anderr in
Deebr. 16. N. Bork 9.37
„ 31. „ Paſtor Saupert 22.5⁵
Juni „ „ „ „ auf d. Synode 9.1⁵
Decebr. „ „ Profeſſor Crämer 2⁵.00
Jan. 24. „ 20.00
Aprli 6. 7. 77 2 0.53
Jan. 7. „ Paſtor Kryl 3.00
„. . 7. Kalb 10.00
„ 17. „ Brauer 5.00
Febr. 0. 73 7. 14.0⁰
Maärz 4. 7. LI 15.00
Mai 2. 7 15.00
Mai 26 7. 7. 10.00
Jan. 18. „ Paſtor Pinkepank 13.00
„ 31. „ „ Wunder 5.00
April 18. „ 2 7. 1.00
Juni 2 77 „ in Clevel and 6.70
Febr. 10., „ Hattſtätt 4.75
„ 19. „ „ Trautmann 6.94
„ 2. „ „ Albaugh 6.00
März 9. „ „ Brohm 8.00

English translation

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