Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 1 › Seite 22
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Januar 1864, Seite 22
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22 Unsere Lokal-Conferenzen.
gewonnenen richtigen Erkenntniß wird man sich nur um so fröhlicher gewiß; in das Ganze kömmt Sicherheit und Halt. Und nun erst, wenn es an die Besprechung der rechten Behandlungsweise des Textes geht, wie willkommen ist da jeder treffende Fingerzeig zu genauer Erörterung, und richtigen, sachgemäßen Darstellung der im Text gegebenen Lehre! wie wird es einem da oft mit einem Mal klar, auf welche Weise am besten die nöthige Einheit in die Predigt gebracht werden kann! welch reiche Beziehung des Textes zu den Verhältnissen der Gemeinden und auf die Zustände dieser unserer letztbetrübten, bösen Zeit ergeben sich da! Mit Befriedigung verläßt man die Conferenz, mit Freuden kehrt man heim und geht an die Ausarbeitung seiner Predigt; die Gemeinden aber spüren gar bald den reichen Segen solcher Besprechungen auf den Conferenzen und sehen gern, daß ihr Pastor dahin geht, und er selbst, der treue Pastor, fehlt das nächste Mal gewiß nicht, so ihm anders zu kommen noch irgend möglich ist; muthig dringt er durch alle Hindernisse hindurch; getrost tritt er alle Anfechtungen nieder, die ihm Fleisch und Teufel bereiten, und eilt dahin, wo er sich einen solchen großen, praktischen, sogleich zu verwerthenden Gewinn holen kann; immer fleißiger werden die Conferenzen besucht; immer lebhafter und stoffreicher wird die Besprechung, immer größer der Segen. — Sollte das nicht zur Nachahmung, ja zu recht allgemeiner Nacheiferung reizen? Wir glückseligen Lutheraner, wir wissen ja durch Gottes Gnade und glauben's in vollem Ernst, daß wir durch unsere reine evangelische Predigt die selig machen, die uns hören; wir wissen, glauben und bekennen, daß die reine und gute Predigt, — denn letzteres darf freilich auch nicht fehlen, wenn wir einen recht fruchtbaren Erfolg von unseren Predigten getrost erwarten wollen, — der schönste Kirchenschmuck ist, und daß, wie unser Motto sagt, kein Ding die Leute mehr bei der Kirchen behält, denn die gute Predigt. Das wissen wir zu einer Zeit, wo alle Kräfte der Hölle los sind, und der Teufel, der da weiß, daß ihm nur noch wenig Zeit gelassen ist, alles aufbietet und die ganze Strömung des Zeitgeistes recht eigentlich dahin geht, die Christen, zumal das arme junge Volk aus den Kirchen zu führen und immer mehr in das Wesen dieser Welt zu verflechten und in das ewige Verderben hinabzureißen. Sollten wir da nicht doppelten Fleiß anwenden und alle sich hierzu darbietenden Mittel mit Freuden ergreifen, damit doch ja, so viel an uns liegt, unsere Predigten solche guten Predigten seien, die die Leute bei der Kirchen behalten? Darum auf und laßt uns auch unsere Lokal-Conferenzen in der angedeuteten und bereits erprobten Weise zu diesem gottseligen Zweck treulich auskaufen. Der Erfolg wird bald lehren, daß dies ein trefflicher Weg sei, unsere Conferenzen recht fleißig besucht zu machen, ihren Segen zu vermehren, und dem Erlahmen und Einschlafen gründlich zu steuern.
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English translation AI translation
22 Our Local Conferences.
the correct insight thus gained, one becomes only the more surely glad; into the whole there comes security and firmness. And only now, when it comes to the discussion of the right way of treating the text, how welcome is every apt pointer toward a precise exposition, and a correct, subject-appropriate presentation of the doctrine given in the text! How it often becomes clear to one all at once, in what way the necessary unity can best be brought into the sermon! What a rich relation of the text to the circumstances of the congregations, and to the conditions of this our most recently afflicted, evil time, emerges there! With satisfaction one leaves the conference, with joy one returns home and sets about working out one's sermon; but the congregations soon feel the rich blessing of such discussions at the conferences, and are glad to see their pastor go there, and he himself, the faithful pastor, certainly does not miss the next time, if it is at all possible for him to come; courageously he presses through every hindrance; confidently he tramples down all the temptations that flesh and the devil prepare for him, and hastens to the place where he can fetch himself so great, practical, and immediately usable a gain; the conferences are attended ever more diligently; the discussion becomes ever livelier and richer in content, the blessing ever greater. — Should this not incite to imitation, indeed to quite general emulation? We happy Lutherans, we know, by God's grace, and believe in full earnest, that through our pure evangelical preaching we make blessed those who hear us; we know, believe, and confess that pure and good preaching — for the latter, too, must indeed not be lacking, if we wish confidently to expect a truly fruitful result from our sermons — is the fairest ornament of the church, and that, as our motto says, nothing keeps people more attached to the Church than good preaching. This we know at a time when all the powers of hell are let loose, and the devil, who knows that only a little time is left him, is exerting every effort, and the whole current of the spirit of the age is quite properly bent on leading Christians, especially the poor young people, out of the churches, and entangling them ever more in the nature of this world, and dragging them down into eternal ruin. Should we not, then, apply double diligence, and joyfully seize every means offered for this, so that, as far as it lies with us, our sermons may indeed be such good sermons as keep people attached to the Church? Therefore, up, and let us also faithfully make full use of our Local Conferences, in the manner indicated and already tested, for this godly purpose. Success will soon teach that this is an excellent way to make our conferences attended with real diligence, to increase their blessing, and thoroughly to check their flagging and falling asleep.
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