Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 1 › Seite 3
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Januar 1864, Seite 3
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Einiges über die Lehre des Oberkirchencollegiums der ev.⸗luth. Kirche in Preußen ꝛc. 3
die zeitlichen Güter.“ (Luther „gegen Augustinus von Alveld“ ꝛc.)
Ist sie aber dieses, so sind die, welche sie ausmachen, eben mit ihren Herzen und Gewissen, wornach sie zu derselben gehören, über allen Gesetzen und Ordnungen der Erde, sie mögen genannt werden, wie sie wollen, hoch erhaben, wie der Himmel über der Erde, frei, wie der Wind, selbst vom göttlichen Gebot, sofern es fordert, denn der Glaube kennt kein „Soll,“ sonst ist es mit ihm aus, der neue Mensch ist im Gesetz, desselben Erfüllung, er thut es ungeheißen, wie der Baum seine Früchte bringet, sein Wille ist mit jenem eins; darum ist der Christ mit seinem äußerlichen Leben, nach welchem er der sichtbaren Schöpfung angehört, hier auf Erden Allem gern unterthan, wie es sein Gott von ihm haben will, und es bleibt unter Moses nur der alte Mensch, um dessen Willen die Person des Gläubigen der Ermahnung fort und fort bedarf, gleichwie sie durch das Gebot den Gehorsam übt und ihres Oberherrn erinnert wird. Unter den so überaus zahlreichen Stellen bei Luther über diese Materie heben wir nur folgende hervor: Zu Gal. 2, 14. „Weil es denn so gefährlich und mißlich ist, mit dem Gesetz umzugehn, und es so lüderlich und bald geschehen ist, daß man einen so schweren und gefährlichen Fall thut, als ob man vom Himmel herab in Abgrund der Hölle stürzte, ist wohl vonnöthen, daß ein jeder Christ diese zwei Stücke aufs allerfleißigste und eigentlichste von einander scheiden lerne. Das mag er wohl geschehen lassen, daß das Gesetz über seinen Leib und Gliedmaßen immerhin herrsche und walte; aber nicht über sein Gewissen. Denn dieselbige Braut und Königin soll vom Gesetz billig unbefleckt und unbesudelt bleiben, sondern unverrückt und rein behalten werden ihrem rechten einigen und eigenen Bräutigam Christo“ ꝛc. Und kurz vorher: „So lange dieser Zwang bestehet und währet, als müßte man das Gesetz noth halben halten, wird Anderes nichts daraus, denn daß der Glaube dadurch muß zu Boden gehn und vertilgt werden; wo aber derselbe vertilgt wird, sind alle Gottes Verheißungen gar aus und nichts, und alle Gaben des heil. Geistes sind schon unter die Füße getreten, und müssen alle Menschen zugleich auf einen Haufen verloren und verdammt werden.“ Ferner zu Ps. 117. „— Daß solch Reich Christi nicht ein zeitlich, vergänglich, irdisch Reich sei, das man mit Gesetzen und Rechten regieren solle, sondern ein geistlich, himmlisch und ewiges Reich, das außer und über allen Gesetzen und Rechten und äußerlichen Weisen müsse regiert werden.“ Und weiter unten: „Die Vernunft will's immer in einander mengen, aus christlichem Stande ein weltlich oder geistlich Regiment machen, das mit Gesetzen und Werken zu fassen und zu regieren sei, und verliert darüber Alles, daß sie nicht weiß, was Christus oder Christenstand sei, wie wir das Alles auch bisher leider allzuwohl unter dem Pabstthum erfahren haben.“ Ebenso weiterhin: „Er (David) macht (in diesem Psalm) aus Heiden und Juden einerlei Volk unter einem Gott, ohne alles Gesetz und ohne Moses, allein durch's Loben und Preisen.“ Endlich in der Schrift von den Schlüsseln: „Christus spricht selbst Luc. 17, 20.: das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlicher Geberde, sondern ist inwendig in euch; wie sollte
English translation AI translation
Some Remarks on the Teaching of the Oberkirchencollegium of the Ev. Luth. Church in Prussia, etc. 3
temporal goods." (Luther, "Against Augustinus von Alveld," etc.)
If it is this, then those who compose it are, precisely with their hearts and consciences — by which they belong to it — exalted high above all the laws and ordinances of the earth, call them what one will, as the heaven is exalted above the earth; free as the wind, even from the divine commandment insofar as it makes demands, for faith knows no "shalt" — otherwise it is all over with it; the new man is, within the Law, its fulfillment, he does it unbidden, as the tree bears its fruit, his will is one with that will; therefore the Christian, in his outward life, by which he belongs to the visible creation, is here on earth gladly subject to everything, as his God would have him be, and under Moses there remains only the old man, for whose sake the believer's person continually needs admonition, just as through the commandment he practices obedience and is reminded of his Sovereign Lord. Among the exceedingly numerous passages in Luther on this subject we single out only the following: On Gal. 2:14: "Because it is so dangerous and precarious to deal with the Law, and it happens so easily and so quickly that one takes so grave and perilous a fall, as if one plunged from heaven down into the abyss of hell, it is indeed necessary that every Christian learn to distinguish these two matters from one another most diligently and most exactly. He may well let the Law reign and rule continually over his body and members; but not over his conscience. For that same Bride and Queen ought rightly to remain unstained and undefiled by the Law, but kept unmoved and pure for her rightful, sole, and own Bridegroom, Christ," etc. And shortly before: "As long as this constraint exists and continues, as though one had to keep the Law out of necessity, nothing else comes of it than that faith must thereby go down to the ground and be destroyed; and where it is destroyed, all God's promises are utterly void and come to nothing, and all the gifts of the Holy Spirit are already trodden underfoot, and all men must together be lost and damned in a single heap." Further, on Ps. 117: "— that such a kingdom of Christ is not a temporal, transitory, earthly kingdom, to be governed with laws and rights, but a spiritual, heavenly, and eternal kingdom, which must be governed beyond and above all laws and rights and outward manners." And further below: "Reason always wants to mix the two together, to make out of the Christian estate a worldly or spiritual government that could be grasped and ruled by laws and works, and thereby loses everything, not knowing what Christ or the Christian estate is, as we have, alas, all too well experienced under the Papacy up to now." Likewise, further on: "He (David), in this Psalm, makes of heathens and Jews one and the same people under one God, without any law and without Moses, solely through praising and glorifying." Finally, in the treatise on the Keys: "Christ himself says, Luke 17:20: the kingdom of God comes not with outward observation, but is within you; how should